19. April 2016

Geschichte live erleben

Die Fugger und Welser waren die bedeutendsten Augsburger Kaufmannsfamilien im späten 15. und 16. Jahrhundert. Das Fugger und Welser Erlebnismuseum beleuchtet die Höhepunkte ihrer ruhmreichen Vergangenheit und zeigt ein wichtiges Kapitel deutscher Wirtschaftsgeschichte.

Das Augsburg der Renaissance war geprägt von Reichtum und einem orientalisch anmutenden Luxus. Zahlreiche international agierende Familienunternehmen brachten viel Geld in die Stadt am Lech. Die bedeutendsten waren die Fugger und Welser. Noch heute bringt man Augsburg mit ihren Namen in Verbindung. „Das Fugger und Welser Erlebnismuseum gewährt einen tiefen Einblick in Augsburgs große Zeit. Dabei ging es uns vor allem darum, die Geschichte der Familien spannend und verständlich zu inszenieren — und sie auch der jüngeren Zielgruppe näherzubringen“, sagt Götz Beck von der Regio Augsburg Tourismus GmbH, die das Museum betreibt.

Clevere Kaufmänner

Vor allem durch den Barchenthandel (Barchent ist ein Mischgewebe aus Baumwolle und Leinen) waren die Fugger und Welser wohlhabend geworden. Mit ihrem Kapital beteiligten sie sich am Handel mit Metallen. Als die Portugiesen und Spanier neue Seewege entdeckten, dehnten sie ihre Investments bis nach Afrika und Indien aus. „Den Kaisern und Königen aus dem Hause Habsburg, den Königen von Frankreich, England und Portugal und auch den reichen Medici in Florenz gewährten die Augsburger Handelshäuser Großkredite“, erzählt Tourismusdirektor Götz Beck. Für die Päpste in Rom trieben Fugger und Welser europaweit Ablassgelder ein, und die Fugger prägten ein paar Jahre lang sogar die Münzen der Kurie.

Das Fugger und Welser Erlebnismuseum: Die Handelsbeziehungen der beiden Kaufmannsfamilien reichten von Venedig bis nach Südamerika.
Das Museum beleuchtet auch die internationalen Handelsbeziehungen der Fugger und Welser, die von Venedig bis nach Südamerika reichten.

Multimediales Storytelling

Jakob Fugger „der Reiche“ und Bartholomäus V. Welser sind die bekanntesten Vertreter dieser frühen Familienkonzerne. Im Fugger und Welser Erlebnismuseum trifft man sie in Lebensgröße und im virtuellen Gespräch. „In diesem Gespräch geht es vor allem um strategische Unternehmensentscheidungen, die dazu führten, dass die Epoche zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert auch als das Zeitalter der Fugger und Welser bezeichnet wurde“, erklärt Götz Beck. Zu den Erzählmethoden gehört zum Beispiel auch, dass Besucher in die Rolle eines Kaufmanns, Kapitäns oder Piraten schlüpfen können, um den Handelsrouten der Augsburger Firmen zu folgen. Auch für Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren wird das Thema anschaulich durch die virtuelle Figur Konrad vermittelt. Diese Figur wird mit einem „Pfeffersäckchen“ an den verschiedenen technischen Stationen ausgelöst, in denen sich ein Computerchip befindet. Über dieses System können im Fugger und Welser Erlebnismuseum auch Informationen in englischer Sprache abgerufen werden.

Das Fugger und Welser Erlebnismuseum
Kultur hören und sehen
  • Lage: Das Fugger und Welser Erlebnismuseum ist in einem aufwendig sanierten Renaissancegebäude unweit des Augsburger Doms untergebracht.
  • Führungen: Jeden zweiten Sonntag im Monat findet um 11:00 Uhr eine öffentliche Museumsführung statt, jeden vierten Sonntag im Monat um 15:00 Uhr eine öffentliche Kinderführung.

Fotos: © Norbert Liesz / Regio Augsburg Tourismus GmbH, © Rudolf Morbitzer / Regio Augsburg Tourismus

Das Fugger und Welser Erlebnismuseum befindet sich in einem aufwendig sanierten
Renaissancegebäude im Augsburger Domviertel.

Das Fugger und Welser Erlebnismuseum

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und feiertags 10 – 17 Uhr

Äußeres Pfaffengässchen 23
86152 Augsburg

Weitere Informationen unter
www.fugger-und-welser-museum.de