07. November 2016

CETEQ
Crashtests für sensible Software

Start-ups brauchen Unterstützung, um gesund wachsen zu können. Genau diesen Support finden junge Unternehmen im W-tec in Wuppertal. Das Technologiezentrum bietet Gründern Räumlichkeiten, Beratung und erste Kontakte zu etablierten Unternehmen – die besten Bedingungen also, um langfristig erfolgreich zu sein. Bestes Beispiel dafür ist die CETEQ GmbH. Das IT-Unternehmen für Softwaresicherheit war 2004 „Start-up des Jahres“ in Wuppertal. Inzwischen ist die Firma von Tariq Odeh dem Gründerstatus längst entwachsen.

Das „Internet der Dinge“ – also die digitale Vernetzung von Gegenständen – wächst und wächst. Immer mehr Geräte sind im Netz. Die Küchenmaschine lädt sich automatisch Rezepte herunter, zum Bestellen von Verbrauchsgütern genügt ein Knopfdruck und im Automobilsektor kommunizieren immer mehr Fahrzeuge untereinander „Unser erster Kunde war ein Hersteller von Druckmaschinen. Damals hatte ich noch selbst gebastelte Visitenkarten. Sie fanden es lustig.“Tariq Odeh– zum Beispiel bei der neuen Entwicklung von Mercedes-Benz und Bosch: dem Community-based Parking. In naher Zukunft werden noch viele weitere Innovationen hinzukommen. Die CETEQ GmbH in Wuppertal profitiert seit einigen Jahren von der fortschreitenden Digitalisierung und Trends wie „Industrie 4.0“. „Wir waren und sind zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, sagt Firmengründer und Geschäftsführer Tariq Odeh und spricht von Goldgräberstimmung. CETEQ hat sich auf Softwaretesting für Maschinen und Dienstleistungen spezialisiert und bedient damit die stetig wachsende Nachfrage. Denn alle vernetzten Geräte werden von komplexen Softwarearchitekturen gesteuert, die die jeweiligen Prozesse und Funktionen regeln. Und diese müssen vorab akribisch auf sämtliche Eventualitäten, Fehlerquellen und Sicherheitslücken hin getestet werden. „Das geht sehr ins Detail. Vor allem bei Sicherheitsthemen wie Cyberkriminalität oder Produktpiraterie. Da muss man schon große digitale Zäune bauen“, erklärt Odeh.

Im W-tec flexibel gewachsen

2003 gründeten die beiden Physiker Tariq Odeh und Norbert Magnussen ihr Unternehmen zur Software-Qualitätssicherung. Als klassisches Start-up bezogen sie ein kleines Büro im Technologiezentrum W-tec. „Ich bin hier auf den Südhöhen von Wuppertal aufgewachsen. Das W-tec lag da einfach nahe. Und es hat uns in der Anfangszeit alles geboten, was wir brauchten“, erinnert sich der heute 50-jährige Odeh. Vor allem Flexibilität – denn CETEQ wuchs schnell. „Wir haben damals vor allem Banken geholfen, ihre Internetbankingsysteme aufzubauen“, sagt Odeh. „Da kam es vor, dass Vertreter einer spanischen Bank mit einer S-Klasse vorm W-tec vorgefahren sind. Wir waren froh, dass wir ihnen immerhin ein paar Schnittchen anbieten konnten.“ Als Wissenschaftler hatten er und Magnussen Erfahrung mit großen Datenmengen – und mit Termintreue. „Wir haben die Testverfahren unserer Kunden systematisiert. Die Wahrnehmung als promovierte Physiker hat uns dabei geholfen. Sie vertrauten uns.“

2008 machte die globale Wirtschaftskrise auch CETEQ kurzfristig zu schaffen. „Damals konnten wir im W-tec einfach ein paar Büros wieder kündigen.“ Doch auf die Krise folgten neue staatliche Regularien für die Finanzbranche. Das spülte wieder Aufträge zu den verlässlichen IT-Experten aus Wuppertal. „Außerdem haben wir uns in der Krise breiter aufgestellt und versucht, vor allem technologiegetriebene Unternehmen als Kunden zu akquirieren“, sagt Odeh. Als die Überweisungen auf den SEPA-Standard umgestellt werden mussten, war CETEQ dann wieder für die Banken zur Stelle. Inzwischen gehören auch viele regionale Mittelständler zum Kundenstamm – seien es Medizintechnikfirmen, Unternehmen aus dem Handels- oder Logistiksektor oder ein Wuppertaler Hersteller von Haushaltsgeräten. „Da sind wir dann schon etwas emotionaler bei der Sache.“

Tariq Odeh hat gut lachen: IT-Sicherheit ist ein Zukunftsthema.
Der promovierte Physiker Tariq Odeh weiß, dass die Aussichten für CETEQ gut sind: IT-Sicherheit ist ein Zukunftsthema.

Komponenten müssen funktionieren

Auch für die Automobilbranche, unter anderem für Mercedes-Benz, ist die CETEQ GmbH aktiv. In einem Auto befinden sich im Schnitt 90 Steuergeräte: für die Scheibenwischer, die Klimaanlage, die Assistenzsysteme usw. „Jede Komponente hat ihre eigene Software. Sie müssen aber als Ganzes funktionieren“, so Physiker Odeh. CETEQ entwickelt deshalb individuelle, integrierte Teststrategien nach dem Motto: Lieber Fehler vorher vermeiden als hinterher korrigieren. „Mittlerweile kennen wir uns ganz gut mit Fahrzeugelektronik und den Herausforderungen dort aus. Deshalb haben wir uns auch für Firmenfahrzeuge von Mercedes entschieden. Die Entwickler dort machen nicht gleich jede digitale Spielerei mit. Das finde ich ganz sympathisch.“

Der Büroneubau von CETEQ ist beinahe fertiggestellt.
Vom 40-Quadratmeter-Büro im W-tec zu einem 800 Quadratmeter großen Bürogebäude: CETEQ expandiert. Eine potenzielle Aufstockung des Neubaus, der Ende 2016 bezogen wird, ist schon mit eingeplant.
Auch Leiterplatten müssen getestet werden.
Zum Softwaretesting gehört auch Hardware: Hier werden die Bus-Datenverbindungen auf einer Leiterplatte überprüft.
CETEQ Geschäftsführer Tariq Odeh vor dem Büroeingang in Wuppertal.

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