26. April 2016

Christopher Bootz:
Das Talent vom Stausee

Christopher Bootz gehört zu den großen Talenten im deutschen Kanusport. Sein Ziel: die Weltspitze.

„Chris, Chris, Chris...“ Drei Mädchen feuern am Beyenburger Stausee einen jungen Mann an, der in seinem roten Einer-Canadier seinen zwei Vereinskameraden ruhig und souverän davonfährt. Es ist Christopher Bootz (20), Auszubildender bei Mercedes-Benz. Der 1,83m große Wuppertaler wurde 2010 erstmals Deutscher Jugendmeister über die Sprintstrecke. 2012 nominierte ihn der Deutsche Kanuverband für den Bundeskader, nachdem er Vierter Im Zweier-Canadier über die 1.000 Meter bei den Junioren-Europameisterschaften und erneut Deutscher Jugendmeister im Einer-Canadier wurde. Sein Heimtrainer Hans-Martin Röse schwärmt: „Christopher ist groß, hat vom Körperbau und der Leistungsfähigkeit her die besten Voraussetzungen, eine gute Technik und eine tolles familiäres Umfeld.“

Große familiäre Unterstützung

Sechsmal die Woche trainiert Christopher Bootz, dienstags bis freitags von 17 bis 19 Uhr, samstags im Hallenbad Ronsdorf und sonntags nochmals auf dem Stausee oder im Kraftraum. „Es macht mir einfach riesigen Spaß“, erzählt der junge Sportler, dessen Talent erstmals in der Kanu-AG seiner Grundschule auffiel. „Und danach nahm alles seinen Lauf – zum Glück.“ Seine Erfolge – bis heute sind es mehr als 27 Gold- und 35 weitere Medaillen von nationalen und internationalen Wettbewerben – verdankt er vor allem seinen Eltern. „Sie sind mein einziger Sponsor und immer dabei. Als Jugendlicher haben sie mich zum Training oder zu Wettbewerben gefahren und auch meine Ausrüstung bezahlt.“ Seit acht Jahren war die Familie nicht mehr im Sommerurlaub, weil Christopher bei Regatten in Ungarn, Portugal oder Frankreich startete.

Christopher Bootz Kanusport Trainingsgerät
Christoph Bootz mit seinem roten Einer-Canadier

Sportliche Ambition

Wohin ihn sein sportlicher Weg noch führen wird, darüber macht sich Christopher Bootz derzeit wenig Gedanken. „Mein Ziel ist eine gute Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker bei Mercedes-Benz“, sagt er. Die Niederlassung Bergisches Land bot ihm direkt nach dem Abitur einen Ausbildungsplatz an. „Damit ist für mich ein großer Traum wahr geworden, denn hier darf ich an Nutzfahrzeugen rumschrauben.“ Auch deshalb schätzt er seine sportlichen Ambitionen realistisch ein. „Natürlich sind Olympische Spiele ein reizvolles Ziel. Aber aktuell sind andere einfach noch besser als ich“, sagt der sympathische junge Mann. Vielleicht könnte Christopher Bootz für Deutschland in Tokio 2020 an den Start gehen.

Fotos: © Jörg Sänger