17. März 2016

Teuflische Lautsprecher!

Enthusiasten schwören seit Jahrzehnten auf den Klang der Teufel Lautsprecher. Das Kult-Unternehmen erschließt mit seiner Raumfeld-Technologie neue Märkte. Als „Sound aus Berlin“ erobert das trendige Streamingkonzept jetzt auch die USA. Raumfeld ist das Musikhören der Zukunft.

Der Teufel geht ab im Bikini-Haus am Breitscheidplatz. Edgar van Velzen fügt der Tradition neue Facetten hinzu. Als er vor dreieinhalb Jahren CEO wurde, rückte er die Marke ins Zentrum der Hauptstadt. Sichtbar im Flagship-Store. Cooles Weiß positioniert die Raumfeld-Idee stylish. Teufel Power steht auf tiefem Schwarz. Hier können Kunden die Produkte sehen, anfassen und vor allen Dingen: hören. „Online trifft offline“ nennt der 49-jährige Holländer diese Form, den Internetvertrieb physisch aufzuladen. In Amsterdam wurde Ende 2015 nahe der noblen P.C. Hooftstraat ein Brandstore eröffnet. Weitere Shops in europäischen Metropolen sollen in diesem Jahr hinzu kommen und dokumentieren die Internationalisierung des Vertriebs.

Der Wunsch nach Qualität wird wieder laut.

Was ist Streaming? Edgar van Velzen erklärt Raumfeld einfach praktisch, indem er aus seinem Familienleben erzählt. „Musik ist morgens das Erste und abends das Letzte bei uns zuhause.“ Jedes Zimmer ist mit Raumfeld bestückt, vom Minilautsprecher im Bad bis zu Stereoboxen, Soundbar und Surround im Wohnzimmer. Hier spielt die Musik, direkt gesteuert mit der App auf Smartphone oder Tablet, für jeden Raum individuell oder im ganzen Hauas gleich und drahtlos per WLAN übertragen. „Du hörst mehr, weil es viel einfacher geworden ist, Musik zu genießen. Beim Zugriff auf deine eigene Sammlung oder 40 Millionen Lieder aus dem Internet ist immer was dabei.“ Und die musikalischen Diskussionen mit den 16 und 19 Jahre alten Söhnen hält jung – Jazzfan van Velzen nennt Diana Krall, Gregory Porter, Melody Gardot, Stacy Kent als Favoriten, gewinnt mit breitem Musikgeschmack aber auch dem Rock seiner Jugend großen Reiz ab.

Streaming belebt den Markt. „Zum Glück haben wir die finstere Zeit des schlechten mp3-Standards hinter uns. Der Qualitätsgedanke kehrt zurück. Die Leute verstehen wieder, dass man für gute Musik auch gute Lautsprecher braucht“, sagt Experte van Velzen in der Rückschau auf 25 Jahre Branchenerfahrung im HiFi- und Car-Audio-Segment. Aus Letzterem bringt er übrigens eine hohe Affinität zu Mercedes-Benz mit, die sich in einem GLE als dem „perfektem Familienauto“ zeigt.

Teufel Lautsprecher erlangen ihre exzellente Qualität durch die Arbeit von 200 Klangexperten
„Alles wird hier entwickelt“, sagt Edgar van Velzen. 200 Mitarbeiter beschäftigt Teufel im Bikini Berlin, darunter viele Klang- und Technikexperten.
Teufel Lautsprecher CEO Edgar van Velzen demonstriert die Bedienung des Raumfeld-Systems
Edgar van Velzen demonstriert im Hörstudio die Bedienung des Raumfeld-Systems mit der iPad-App.
Teufel Lautsprecher werden im hauseigenen Acoustic-Lab getestet
Teufel & Raumfeld
  • Gründer: Peter Tschimmel
  • Ort: Berlin
  • Gründungsjahr: 1980
  • Produkte: Es begann mit der Entwicklung und dem Vertrieb von Lautsprecherbausätzen. Heute bietet Teufel vielfach ausgezeichnete Lautsprecher und Audiogeräte an. Zum Portfolio zählen auch die Audio-Streaming-Systeme von Raumfeld.
  • Website: www.teufel.de
  • Website: www.raumfeld.com

Eine erstaunliche Klangbreite – in jeder Hinsicht.

„Loud ‘n‘ proud“ – laut und stolz – bleibt Teufels Philosophie. „Alles wird hier entwickelt“, sagt van Velzen. Die Büros im Bikini sind fest in der Hand der rund 200 Klangexperten. Das Team wurde in den letzten Jahren mehr als verdoppelt. Rock, Techno, R&B, Lounge – so sind die Etagen benannt, auf denen Entwicklung, Marketing und Vertrieb, Management und Personalabteilung arbeiten. Das Unternehmen atmet Musik - von der Dachterrasse mit Blick auf Europacenter und Gedächtniskirche bis in den Keller. Im legendären Club Linientreu feierten hier früher Ikonen wie David Bowie, Nick Cave, Iggy Pop oder Depeche Mode. Heute testen Interessenten Raumfeld-Komponenten, Surround- und THX-Heimkinosysteme sowie HiFi-Lautsprecher in speziellen Hörräumen. Und mit Konzerten junger Künstler im Flagship-Store knüpft Teufel an die Tradition an.

Die Teufel-Techniker entwickeln das, was immer schon im Zentrum ihrer Arbeit stand: sehr gut klingende Lautsprecher. „Wir wollen das wiedergeben, was sich der Künstler, der Toningenieur und der Produzent bei der Aufnahme gedacht haben.“ Chefentwickler Markus Romeis ist seit Jahrzehnten bei Teufel der Mann mit den „goldenen Ohren“. Er und sein Team stehen für den Sound aus Berlin.

Die Digitalisierung macht den Musikkonsum noch differenzierter. Teufel geht diesen Weg mit. Soundbars und Subwoofer ziehen in den Heimbereich ein und bringen dank spezieller Technologie bei minimalem Platzbedarf eine erstaunliche Klangbreite. Und vor allem die Jugend setzt auf mobile Lösungen. Längst gibt es ein breites Spektrum an Kopfhörern mit dem roten T als Markenzeichen. Portable Bluetooth-Geräte verwandeln die Musikdateien aus iPhone und Co. in starken Sound. Teufel leitet sogar das Revival des Ghettoblasters ein: hochwertiger Powerklang mit Akkubetrieb. Witziges Marketing inklusive. Die Startserie des Rockster als ultimative Partymaschine für draußen wurde mit einer Rechtsschutzversicherung gegen Ruhestörungsklagen vermarktet.

Fotos: © Charles Yunck, © Teufel, Raumfeld

Teufel Lautsprecher zeichnen sich durch ihren typischen linearen Klang aus
Das Acoustic-Lab und die Entwicklung sind die Schaltstellen, an denen der typische lineare Teufel-Klang nach festen Standards geschaffen wird.