28. Februar 2017

Videospiele von damals

Einmal wieder Kind sein. Eine Runde Tetris, Super Mario oder Pong spielen. Oder mit der Virtual-Reality-Brille zurück in die Zukunft und in ferne Galaxien abtauchen: Im Dortmunder BINARIUM, dem ersten Videospiele-Museum, ist das seit Dezember 2016 alles möglich.

Von der allerersten Videospielkonsole, der „Magnavox Odyssey“ von 1969 bis zur aktuellen PlayStation 4 Pro oder Xbox One S – im BINARIUM, dem neuen Museum der digitalen Kultur, sind sie alle wieder vereint: Spielkonsolen und Video-Games, so weit das begeisterte Besucherauge reicht – und das Beste daran: Ausprobieren ist ausdrücklich erwünscht! Diverse Spielstationen laden dazu ein. „Unser Fokus liegt auf den Erinnerungen und Emotionen, die bei den Besuchern geweckt werden sollen, wenn sie Altes wiederentdecken und Neues ausprobieren“, erläutert Christian Ullenboom, Museumsgründer und -leiter.

In einem ehemaligen Zechengebäude in Dortmund-Huckarde hat er innerhalb von fünf Jahren seinen Traum verwirklicht und eine umfassende Sammlung der Unterhaltungstechnik von ihren Anfängen bis heute zusammengetragen – 41 Jahre digitale Kultur. Alte Hasen und junge Zocker bekommen dabei gleichermaßen etwas geboten: In Vitrinen und Schaukästen stehen neben den neusten digitalen Errungenschaften auch Sammlerstücke und extrem seltene Geräte, die man fast nirgendwo anders mehr zu Gesicht bekommt!

250 Exponate wollen entdeckt werden

Mehrere Glasvitrinen mit Ausstellungsstücken des BINARIUMS
Im BINARIUM Dortmund werden 250 Exponate aus der Geschichte der Videospielkonsolen präsentiert.

Doch die meisten Besucher zieht es zu den 20 Spielstationen: in diese drei Räume voller Konsolen und Spiele in verschiedenen Sitzecken mit gemütlichen Sesseln und Sitzkissen. Eine Runde Gokart oder Snowboard fahren, den Gegenspieler beim Mario Kart abhängen – hier darf und soll gespielt werden! Dabei ist es besonders erstaunlich, wie viel ungebrochene Faszination gerade die alten Schätze auf die Besucher ausüben: Während die modernen Geräte auch mal unbesetzt bleiben, ist die Mehrzahl der Besucher von den Retro-Games fasziniert – die meist älter sind als sie selbst! „Duke Nukem“, „Cybermorph“ oder „Sensible Soccer“ lassen die Spielerherzen höher schlagen. Hier dürfen sie einmal wieder Schlümpfe über Zäune springen lassen, einmal wieder Kind sein.

Junger Mann in einem Michael-Schumacher-Kart fährt auf einem Monitor Autorennen
Sich einmal wie ein Profi fühlen: rein in den roten Flitzer und „echte“ Rennatmosphäre erleben!

Raritäten und Kuriositäten

Im April 2011 begann Christian Ullenboom, weltweit nach Ausstellungsstücken für sein Museum zu suchen. Rund 800 Exponate hat er so im Laufe der Jahre zusammengetragen, 250 davon werden bislang im Dortmunder Museum ausgestellt. Sie reichen von guten alten Bekannten wie dem „Atari 2600“ über eher unbekannte Konsolen wie den „Neo Geo“ bis hin zu völlig in der Versenkung verschwundenen Geräten. Zu der großen Bandbreite zählen Raritäten und ebenso völlig verrückte Sachen wie der „Power Glove“ von 1989. „Wir wollen Erinnerungen und Emotionen bei den Besuchern wecken!“Christian UllenboomDieser silberne Handschuh war ein vollkommen neuartiger Controller, der es seinem Träger nicht nur ermöglichen sollte, extrem cool auszusehen, sondern seine Handbewegung auch in Echtzeit auf den Bildschirm zu übertragen – was leider nie so recht funktionierte. Aber auch er hat es ins Museum geschafft! Und wer wusste schon, dass es für die Heimspielekonsole, den „Pioneer LaserActive“ von 1993, bereits eine 3-D-Brille gab?

Während die untere Etage des BINARIUMS mit der Präsentation der Geschichte der Videospiele weitgehend fertiggestellt ist, soll die Inszenierung der Heimcomputer in der oberen Etage im Laufe dieses Jahres folgen. Ausgestellt sind Taschenrechner, Spiele, Konsolen, Literatur und sogar Simulatoren und zwar nach dem „BEFU“-Prinzip: eine Mischung aus Bilden, Erhalten, Forschen und Unterhalten. Schautafeln liefern die nötigen Hintergrundinformationen, erläutern die Exponate und stellen Bezüge zur Zeit her. Für große Begeisterung und staunende Gesichter sorgen die Führungen unter fachkundiger Begleitung mit spannendem Insiderwissen zu den Raritäten. Auch Vorlesungen, Kurse und Seminare über die Einflüsse der digitalen Kultur werden im BINARIUM angeboten.

Das Museum in Zahlen

700

Exponate

250

Telespiele und Spielkonsolen

200

Heimcomputer

41 Jahre

Computergeschichte

Bild eines kleinen roten Roboters

BINARIUM. Deutsches Museum der digitalen Kultur

BINARIUM
Digitales Erlebnis-Center GmbH
Hülshof 28
44369 Dortmund

www.binarium.de