22. September 2016
Events | Nürnberg

Bühne frei fürs
Sommernachts-Open-Air

Wandern, surfen, relaxen oder wunderbare Musik erleben: Der Dechsendorfer Weiher ist ein Ort zum Abschalten und Genießen. Im Sommer bildet er die wunderschöne Kulisse für Klassik und Jazz am See. Aber auch abseits der Events lohnt ein Besuch.

Keine fünf Kilometer westlich von Erlangen liegt der Dechsendorfer Weiher – oder wie er offiziell heißt: der Große Bischofsweiher. Auf den Liegewiesen im Norden und Süden des Sees können Besucher die Sonne genießen oder im Schatten der Bäume lesen, Musik hören und picknicken. Sportskanonen und Bewegungshungrige powern sich beim Tret- oder Ruderbootfahren, Surfen und Segeln aus. Wer lieber festen Boden unter den Füßen behält, dreht eine Runde um den Weiher – tolle Aussichten und viel Natur inklusive.

Open Air der Extraklasse

Im Sommer ist der Dechsendorfer Weiher zudem Schauplatz von Klassik am See und Jazz am See. Einen schöneren Konzertsaal kann man sich kaum vorstellen – davon ist Jan-Peter Dinger, Geschäftsführer von Klassikkultur e. V. und Organisator der Konzerte, überzeugt.

 

Rund 3.500 Gäste lauschten den Künstlern bei Klassik am See 2016. Bei Jazz am See waren es 2.600 Besucher. Damit waren beide Konzerte – wie in den Jahren zuvor – ausverkauft.

Herr Dinger, was macht den Dechsendorfer Weiher als Location aus?

In erster Linie natürlich, dass wir uns mitten in der Natur befinden. Die Lichtung zwischen Waldrand und See verwandelt sich mehrere Tage lang in ein offenes Konzerthaus mit traumhafter Open-Air-Kulisse. Man fährt aus der Stadt heraus, stellt sein Auto auf einem Waldparkplatz ab und läuft entlang des Sees zum Festival-Gelände – das hat einfach Charme.

Ist in Bezug auf die Logistik aber vermutlich eine Herausforderung ...

Richtig. Wir stemmen jedes Jahr einen riesigen logistischen Aufwand. Man muss schließlich nicht „nur“ eine Bühne aufstellen, sondern auch Strom- und Wasseranschlüsse legen und vieles mehr. Der Aufbau dauert fast eine Woche, rund 50 Mitarbeiter sind im Einsatz.

Nach dem Konzert ist vor dem Konzert – haben Sie schon mit der Planung von Klassik am See 2017 begonnen?

Opernhäuser planen bis zu zwei Jahre im Voraus, welche Sänger und Chöre bei ihnen auftreten. Danach müssen wir uns richten. Wir sind deshalb jetzt schon an der Programmplanung für 2018. Für 2017 sprechen wir bereits wieder mit den Sponsoren wie der Mercedes-Benz Niederlassung Nürnberg, die seit Jahren ein wichtiger Partner für uns ist. Anfang Dezember wird das Programm für die Konzerte im kommenden Jahr bekanntgegeben.

Das klingt sehr routiniert ...

Bei Themen wie Aufbau und Infrastruktur gibt es eine gewisse Routine, die aus der Erfahrung heraus resultiert. Das ist auch gut so. Aber natürlich dürfen wir uns auch immer wieder neuen Herausforderungen stellen, was das Ganze unbeschreiblich spannend macht. Wenn dann alles reibungslos läuft und die Besucher begeistert sind, fallen einem tausend Steine vom Herzen.

Was war in diesem Jahr neu?

Wir hatten zum ersten Mal eine Besuchertribüne mit knapp 2.000 erhöhten Plätzen. So konnten wir sicherstellen, dass auch Gäste in den hinteren Reihen eine hervorragende Sicht haben. Und auch die Bühne war neu. Highlight ist das transparente Dach, das für eine ausgezeichnete Akustik sorgt und toll aussieht.

Jan-Peter Dinger
Jan-Peter Dinger ist Geschäftsführer von Klassikkultur e.V.
Was waren Ihre Highlights bei Klassik am See in den letzten 13 Jahren?

Da gab es so viele! Wir haben schon mit unterschiedlichen künstlerischen Leitern zusammengearbeitet und die prägen natürlich die Konzerte. Dirigentin Ljubka Biagioni zu Guttenberg hat beispielsweise die Oper an den See gebracht. 2013 wurde La Traviata und 2014 Rigoletto mit einem riesigen Aufgebot an Solisten und zwei Chören aufgeführt – das war wirklich beeindruckend.

Seit 2015 ist der Dechsendorfer Weiher zudem Schauplatz für Jazz am See. Wie ist das zustande gekommen?

Jazz ist ein Thema, das bis dahin noch nicht ausreichend besetzt war – mit zum Beispiel einem regelmäßigen Jazz-Open-Air. Dass wir einen guten Riecher mit unserer Idee hatten, beweist die Tatsache, dass Jazz am See bereits im ersten Jahr ausverkauft war – hier war unser Headliner Till Brönner, einer der bekanntesten internationalen Jazzstars. In diesem Jahr standen mit Klaus Doldinger, Chris Barber und Pete York drei europäische Altstars auf der Bühne, die dort auf Nils Wülker und Torsten Goods trafen. Eine einmalige Kombination – für das Publikum und die Künstler.

Klassik und Jazz, ist das auch Ihre Lieblingsmusik?

Ich höre natürlich oft und gerne Klassik und Jazz, aber auch ganz andere Musikrichtungen. Ich mag deutsche Musik, Hip-Hop und Reggae, Singer-Songwriter-Musik und Folk – es gibt so viele tolle Künstler und Genres!

Fotos: © Kilian Reil, © Lisa Alt, © Simon Schweikert

Der Dechsendorfer Weiher nahe Erlangen

Dechsendorfer Weiher

Der Weiher liegt im Norden des Erlanger Stadtteils Dechsendorf. Er ist rund 0,35 Quadratkilometer groß. Am Westufer befindet sich ein Badebereich mit Duschen, sanitären Anlagen, Kiosk und Bootsverleih.

Website: www.erlangen.de