06. Juli 2018
Events | Aachen

G-Klasse im Gelände:
Sandkasten für große Autos

Sand, Schotter, steile Pisten – in diesem Terrain fühlt sich die Mercedes-Benz G-Klasse seit bald 40 Jahren pudelwohl. In einer Kiesgrube führten Mitglieder des G-Clubs Aachen Fans des Kultwagens in die Feinheiten des Fahrens in anspruchsvollem Gelände ein. Motto: Geht nicht, gibt's nicht. Das gilt natürlich auch für die neue G-Klasse.

Die Sonne brennt, Staub wirbelt durch die Luft, Hitzeflimmern am Horizont. Die Besucher der Kiesgrube Davids sammeln sich im Schatten. Vor ihren Augen türmen sich Berge aus Sand auf. Wüstenatmosphäre. Da taucht hinter einer der künstlichen Dünen ein Fahrzeug auf, wie es wohl kein passenderes für diese Szenerie gibt: eine Mercedes-Benz G-Klasse. Dann noch eine. Und eine weitere. Der Blick weitet sich und überall erscheinen plötzlich Geländewagen mit Stern. „Das ist für uns wie ein riesiger Spielplatz“, sagt Robert Flachskampf, Vorstand beim G-Club Aachen und Mitorganisator eines spektakulären Offroad-Events in Geilenkirchen.

Die vielen Gesichter der G-Klasse

Zum 25-jährigen Jubiläum des Clubs hat er gemeinsam mit Kompagnon und G-Klasse Experte Willi Lynen in die Kiesgrube geladen. Unterstützung kam von der Mercedes-Benz Niederlassung Aachen, die bei dieser Gelegenheit exklusiv Vorserienmodelle der neuen G-Klasse sowie des neuen Mercedes-AMG G 63 (*Kraftstoffverbrauch Superplus kombiniert: 13,1 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 299 g/km) präsentierte. Zusätzlich stellte die Niederlassung für das Event weitere G-Modelle, die selbst eingefleischte Fans des Kultwagens nicht alle Tage zu Gesicht bekommen: den G 500 4×42, den G 63 AMG 6×6 (*Kraftstoffverbrauch Superplus kombiniert: 19,6–11,2 l/100 km; CO₂-Emissionen kombiniert: 459–295 g/km) sowie den auf 99 Exemplare limitierten Mercedes-Maybach G 650 Landaulet (*Kraftstoffverbrauch Superplus kombiniert: 17,0 l/100 km; CO₂-Emissionen kombiniert: 397 g/km).

Die neue G-Klasse präsentierte sich im Gelände.
Die Besucher des Events konnten erstmals Vorserienmodelle der neuen G-Klasse (Mercedes-Benz G 500 Kraftstoffverbrauch kombiniert: 13,6-13,1 l/100 km; CO₂-Emissionen kombiniert: 377-271 g/km) in Augenschein nehmen, darunter der Mercedes-AMG G 63 (*Kraftstoffverbrauch Superplus kombiniert: 13,1 l/100 km; CO₂-Emissionen kombiniert: 299 g/km). Die serielle Produktion in Graz ist Ende Mai angelaufen.
Die G-Klasse überwindet einen steilen Abhang in der Kiesgrube Davids.
Für die G-Klasse ist der sandige Abhang kein Problem. Von Fahrer und Beifahrern ist allerdings ein wenig Mut gefordert.

Viele Premieren im Gelände

Den Teilnehmern an dem Event wurde einiges geboten. So nahmen beispielsweise die Mitglieder des G-Clubs die Gäste in ihren Fahrzeugen mit auf einen extremen Ritt durch das Gelände. Über einen Trial-Parcours mit reichlich Seitenneigung und Querverwindungen schaukelten sie ihre G-Klassen samt Insassen hinauf auf die Abbruchkante der Kiesgrube, weiter ging es über Schotterpisten und einen sandigen Abhang mit etwa 35 Prozent Gefälle hinunter. „Da kamen ein paar Leute ins Schwitzen“, so Rolf Schwartz, einer der wagemutigen Fahrer. Beliebt für solche Ausfahrten waren vor allem Sondermodelle wie der spartanisch ausgestattete „Wolf“. „Das wäre auch etwas für mich“, sagte Torsten Terveer, der mit seiner Familie und G-Klasse aus Düsseldorf angereist war. Begleitet von einem erfahrenen G-Club-Veteranen steuerte er seinen Wagen erstmals ins Gelände. „Ich bin völlig begeistert, dass unser Auto, das wir ja nur auf der Straße nutzen, so etwas kann. Man drückt einfach die Knöpfe für die Differenzialsperren, und schon zieht er sich durch schwierigstes Gelände.“ Denjenigen Besuchern, die Spaß am Offroad-Fahren gefunden hatten, riet Schwartz allerdings zu einem „Zweit-G“: „Einen für die Stadt, einen fürs Grobe. Denn im Gelände kommen natürlich ein paar Macken rein.“

Die G-Klasse in ihrem natürlichen Habitat – ein wunderbarer Anblick.

Pure Kraft auf drei Achsen

Die meisten Runden durch die Kiesgrube drehte Erwin Wonisch. Der legendäre Testfahrer von Magna Steyr hatte sein „Baby“ mitgebracht, das in Geilenkirchen auch nur er selbst fuhr: den G 63 AMG 6×6 (*Kraftstoffverbrauch Superplus kombiniert: 19,6–11,2 l/100 km; CO₂-Emissionen kombiniert: 459–295 g/km). Immer wieder klopften Besucher an seine Scheibe und fragten nach einer Testfahrt mit dem Dreiachser. Und Erwin, wie ihn alle nennen, sagte nicht Nein. Ein ums andere Mal beschleunigte er den 3,85 Tonnen schweren G mit seinem Drehmoment von 760 Newtonmetern katapultartig über die Schotterpiste, ließ das Heck kontrolliert ausbrechen und drehte „Donuts“ in den Sand, bis der 6×6 komplett in der eigenen Staubwolke verschwand. Niemand sonst kann den Wüstenstürmer so bewegen wie Erwin Wonisch. Er hat maßgeblich an der Entwicklung des spektakulären Offroaders mitgewirkt und die Fahrwerksabstimmung definiert. Von der ersten G-Klasse 1979 bis zum neuen Modell von 2018 hat Erwin jede Generation des Geländewagens begleitet. Auch das Fahrwerk des neuen G wurde der kritischen Prüfung durch den Cheftester unterzogen. „Mit seiner Einzelradaufhängung ist der neue G auf der Straße komfortabler und kann im harten Gelände noch mehr.“

Willi Lynen: „Eindeutig ein G!“

Willi, wie zufrieden bist du mit dem Event zum 25-jährigen Bestehen des G-Clubs Aachen?

Es ist anstrengend, aber es macht auch riesig viel Spaß. Wir freuen uns, dass so viele Besucher gekommen sind. Und unsere Jungs aus dem G-Club können endlich mal zeigen, was sie mit ihren Autos können. Und dann auch noch die Testfahrten mit dem neuen G vor der offiziellen Markteinführung. Genial!

G-Liebhaber waren ja im Vorfeld skeptisch, ob der typische Charakter erhalten bleibt …

So ging es mir auch. Aber ich war jetzt drei Monate auf Ibiza und durfte das Auto dort Verkäufern von Mercedes-Benz aus der ganzen Welt vorstellen. Als ich ihn das erste Mal gesehen habe, war ich erleichtert. Die Silhouette ist noch eindeutig G. Aber es ist trotzdem ein komplett neues Auto.

Was gefällt dir am besten am Neuen?

Das Sportfahrwerk mit adaptiver Verstelldämpfung im G 63 ist klasse. Das 9-Gang-Automatikgetriebe schaltet butterweich und die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 4,5 Sekunden ist beeindruckend.

Wie kommt die Power denn auf die Straße?

Es gibt jetzt AMG-spezifische Fahrprogramme für sportliches Fahren. Wenn ich am Dynamikschalter Sport+ einstelle, greift die Elektronik sehr spät ein. Das verlangt schon ein wenig Können vom Fahrer. Außerdem wurde die Kraftübertragung neu verteilt: 60 Prozent sind auf der Hinterachse, 40 Prozent vorne. Das ändert sich erst, wenn die Differenzialsperren zum Einsatz kommen.

Willi Lynen hat europaweit Verkäufer von Mercedes-Benz auf die neue G-Klasse geschult.
1992 gründete Willi Lynen mit Freunden den G-Club Aachen. Er arbeitete viele Jahre in der Mercedes-Benz Niederlassung Aachen als Experte für die G-Klasse. In der Kiesgrube bot er Testfahrten mit dem neuen AMG Modell an.