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Events | Wuppertal - 16. November 2017

Formvollendet

Knapp zehn Jahre ist es her, dass der renommierte Künstler Tony Cragg den Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal eröffnete. Nun wurde dieser um ein Highlight erweitert: Die dritte und neue Halle bietet nicht nur Raum für zahlreiche spannende Objekte, sondern ermöglicht spektakuläre Sichten auf die Stadt.

Wer den Park betritt, fühlt sich vom ersten Moment an in eine wundersame Welt versetzt: Inmitten von majestätischen Mammutbäumen, japanischem Ahorn und uralten Trauerbuchen tauchen sie ganz unverhofft auf: plastische Figuren mit eigenartigen Formen. Skulpturen, die alle ihre eigene Geschichte erzählen. Und dann ist da noch die verwunschen wirkende Villa, die sich mit ihren geschwungenen Formen und dem altrosafarbenen Stein scheinbar wie aus einem Guss in die märchenhafte Landschaft einfügt. Sie bildet das Herz der Anlage. Es ist sehr still an diesem Ort. Und immer anders. Denn je nach Tageszeit und Wetterlage verändert sich das Licht, mal freundlich, mal düster spielt es mit den künstlich geschaffenen Objekten, die auf spektakuläre Weise mit ihrer Umgebung verschmelzen.

Skulptur trifft auf Natur und Architektur

Fünfzehn Jahre ist es her, dass der englische Künstler Tony Cragg die verfallene Villa Waldfrieden samt Grundstück in seiner Wahlheimat Wuppertal entdeckte. Mit viel Mühe und Liebe restaurierte er das alte Gebäude, legte Wege an, baute die Ausstellungshallen und platzierte 40 Skulpturen verschiedener Künstler wie Wilhelm Mundt und Jaume Plensa in der hügeligen Waldlandschaft – für jede einzelne suchte er einen individuellen Ort, der zu ihr passt. Auch Werke von ihm selbst sind darunter. Cragg: „Die Themen, die meine Arbeit bestimmen, sind die Beziehungen zwischen Mensch und Natur. Wie wir Natur nutzen. Wie weit wir noch Natur sind.“

2008 eröffnete Cragg, der mittlerweile Ehrenbürger der Stadt Wuppertal ist, dann den Skulpturenpark Waldfrieden. Dort finden Kunstinteressierte auf einer Fläche von etwa 14 Hektar zahlreiche Exponate verschiedener Bildhauer. Nun hat er Zuwachs bekommen: Auf dem höchsten Punkt des Parks ist eine neue Halle entstanden: Elliptisch gebaut, begrüßt sie den Besucher mit ihrer großen Glasfront, die einen grandiosen Blick auf das grüne Wuppertal bietet. In und vor dieser Halle befinden sich Exponate von vier internationalen Künstlern: Ichwan Noor, Klaus Simon, Thomas Kühnapfel und Mat Collishaw.

Das Exponat von Matt Collishaw in der neuen Halle des Skulpturenparks Waldfrieden in Wuppertal
„All things fall“ nannte Mat Collishaw sein Exponat, das den biblischen Kindsmord von Bethlehem darstellt.

Auch in der dritten Ausstellungshalle wurden alle Skulpturen so positioniert, dass genug Raum bleibt, um sie ungestört zu betrachten. Das ist typisch für den Skulpturenpark Waldfrieden, der mit seinem Dialog von Kunst und Natur jährlich Tausende Menschen anzieht. „Es ist ein erhebendes Gefühl, wenn man die Welt durch die Augen eines anderen betrachtet“, so Cragg, für den Skulpturen ein unendliches Experimentier- und Erfahrungsfeld darstellen.

Highlight des Skulpturenparks Waldfrieden

Eines der Highlights in der neuen Halle stellt ein Exponat von Mat Collishaw dar: Er installierte in einem dunklen Kasten mittels einer Wundertrommel eine kreisrunde Tempelanlage auf einem Karussell. Etwa 300 Figuren befinden sich auf dem Tempelplatz, sie alle sind Zeuge einer biblischen Szene. „Es ist verrückt, durch das Stroboskoplicht fühlen wir uns, als wären wir in einem Film“, sagt Cragg. „Ich finde, dass es eine ganz gruselige Szene ist, die die menschliche Brutalität zeigt.“

Weniger düster, sondern Pop-Art vom Feinsten ist das Werk des indonesischen Künstlers Ichwan Noor, das sich dem Betrachter als kunstvoll zusammengepresster Kugelkäfer präsentiert. Noor ließ für dieses Objekt einen Käfer aus den 1950er-Jahren nachbauen, einzelne Teile davon wurden mit einem 3-D-Drucker produziert.

„Beetle Sphere“ heißt das Werk des indonesische Künstlers Ichwan Noor im Skulpturenpark Waldfrieden, Wuppertal
Das Werk des indonesischen Künstlers Ichwan Noor erinnert an einen kunstvoll zusammengepressten Pkw.
Zwei Kunstwerke im Skulpturenpark-Waldfrieden Wuppertal: Die Figuren von Klaus Simon sind Symbole des menschlichen Persönlichkeitspanzers.
Zwei Kunstwerke im Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal: Die Figuren von Klaus Simon sind Symbole des menschlichen Persönlichkeitspanzers.

Die beiden sinnlich geschwungenen, glatten Figuren von Klaus Simon wirken dagegen zunächst eher unspektakulär. Doch nur auf den ersten Blick: An ihrem oberen Ende geben sie den Blick ins Innere frei, in dem es ganz anders aussieht. „Im Prinzip sind das verklotzte Skulpturen, aber nur im Inneren. Äußerlich haben sie einen Persönlichkeitspanzer, da sind sie perfekt“, erklärt Simon. „Das heißt, der Mensch braucht einen Persönlichkeitspanzer, damit meine ich, dass das Innere separiert ist, dass es aus vielen einzelnen Klötzen besteht, aus einzelnen Problemen. Aber außen ist eine Taille sichtbar und eine Oberweite. Die haben einen ganz anderen Zugang.“ Das sei es, was die Arbeiten wunderbar zum Ausdruck bringen.

„Bildhauerei ist eine unglaublich dynamische und dramatische Disziplin, und ich möchte etwas davon zeigen. “Tony CraggMit dem Bau der dritten Halle hat Cragg seinen Traum vollendet, zumindest die bauliche Entwicklung des Geländes soll nun abgeschlossen sein: „Ich bin am Ende mit der Infrastruktur. Jetzt freuen wir uns auf die nächsten Jahrzehnte, in denen wir Ausstellungen machen und uns auf eine künstlerische und inhaltliche Entwicklung konzentrieren.“

Bis zum 18. März 2018 können die Skulpturen in der neuen Ausstellungshalle besichtigt werden. Weitere Infos unter: www.skulpturenpark-waldfrieden.de

Der renommierte britische Künstler Tony Cragg eröffnete den Skulpturenpark Waldfrieden Wuppertal
Tony Cragg
  • Person:

    Sir Anthony Douglas Cragg wurde am 9. April 1949 als Sohn eines Elektroingenieurs in Liverpool, England, geboren. Auch Cragg schlug anfangs eine naturwissenschaftliche Laufbahn ein und arbeitete von 1966 bis 1968 als Labortechniker in der biochemischen Forschung. Aber schon bald merkte er, dass sein Herz für die Kunst schlägt. Anfang der 1970er-Jahre schrieb er sich u. a. an der Wimbledon School of Art ein. Es folgte ein Kunststudium am Royal College of Art in London und ein Lehrauftrag an der Ecole des Beaux-Arts in Metz. Später zog Cragg der Liebe wegen nach Wuppertal, wo er bis heute lebt und arbeitet.

  • Erfolgsgeschichte:

    Cragg gilt seit den 1980er-Jahren als einer der wichtigsten Künstler der „New British Sculpture“ und erlangte als Bildhauer und Grafiker internationalen Ruhm. 1988 erhielt er den renommierten Turner Prize und wurde als Professor und Prorektor an die Düsseldorfer Kunstakademie berufen. 1994 wurde Cragg von der Royal Academy in London als Mitglied aufgenommen. 2002 ernannte man ihn zum Commander of the British Empire. Es folgen zahlreiche weitere Auszeichnungen, darunter 2007 der Weltkulturpreis des japanischen Kaiserhauses.

  • Werke:

    Exponate von Tony Cragg werden heute in bedeutenden internationalen Museen der Öffentlichkeit präsentiert, darunter das Amsterdamer Stedelijk Museum, die Londoner Tate Gallery, das Museum Ludwig in Köln oder das Lenbachhaus in München. Eine aktuelle Übersicht findet sich auf der Website des Künstlers: www.tony-cragg.com