01. Dezember 2016

Das große
24-Tage-Rennen

Das ist ein wahres Fest für Automobilbegeisterte: Das Mercedes-Benz Kundenmagazin präsentiert in 24 Kapiteln faszinierende Fahrzeuge, spannende Geschichten und wissenswerte Details aus über hundert Jahren Rennsport.

Von der Sportwagen-Ikone über Rallye-Legenden bis zum Formel-1-Boliden ist fast alles vertreten, was Rang und Namen hat – und in die vorderen Positionen gefahren ist. Rund um die Fahrzeuge und ihre Piloten ranken sich zahllose Geschichten. Die 24 Episoden aus der Mercedes-Benz Rennsporthistorie bieten packende Hintergrundinformationen und überraschende Fakten – Kapitel für Kapitel und Film für Film ein echtes Erlebnis.

Wir wünschen viel Spaß bei Ihrer Entdeckungsreise!

Klicken Sie auf die Fahrzeuge und erfahren Sie mehr.

Mercedes-AMG GT3

Pure Kraft, spektakuläres Design, hochkarätige Rennsporttechnik. Gleich beim ersten Blick auf den Mercedes-AMG GT3 wird klar: Der will und gehört auf die Rennstrecke. Seit Herbst 2015 fährt der GT3 in den am stärksten umkämpften Kundensportserien der Welt Erfolge ein.

Der Mercedes-AMG GT3 verbindet hochkarätige Rennsport-Technik sowie spektakuläres Design und wird seit Ende 2015 als Rennwagen an Kundenteams ausgeliefert.

Der Mercedes-AMG GT3 wurde für Sprint- und Langstreckenrennen nach dem seriennahen FIA-GT3-Reglement entwickelt. Der Wagen ist entsprechend den Richtlinien in Leichtbau-Technik, mit einem Rennfahrwerk, renntauglicher Bremsanlage und optimierter Aerodynamik aufgebaut. Dabei basiert er auf dem serienmäßigen Mercedes-AMG GT (C 190), einem Gran-Turismo, der mit seinem niedrigen Schwerpunkt, perfekter Gewichtsverteilung und breiter Spurweite die idealen Voraussetzungen für die GT3-Rennversion liefert. Dieser Aufbau garantiert ein präzises Einlenkverhalten, hohe Querbeschleunigung, erstklassige Agilität, verbesserte Traktion und geringe Massenträgheit bei spontanen Richtungswechseln.

Sämtliche Änderungen an der Karosserie dienen dem maximalen Abtrieb und der aerodynamischen Performance: Dazu gehören beispielsweise große Lufteinlässe, der Diffusor, der riesige Heckflügel und die Verbreiterung. Wie bei der Straßenversion besteht die Fahrzeugstruktur des GT3 aus einem sehr leichten und extrem steifen Aluminium-Spaceframe, der hervorragende Sicherheit für den Fahrer bietet. Der Pilot wird zusätzlich durch die stabile Carbon-Sitzschale und einen integrierten Überrollkäfig aus hochfestem Stahl geschützt. Um das Fahrzeuggewicht weiter zu senken, sind Motorhaube, Türen, vordere Kotflügel, Front- und Heckschürze, Seitenwand, Seitenschweller, Diffusor, Heckdeckel und Heckflügel aus besonders leichtem und gleichzeitig hochfestem Carbon gefertigt.

Der Mercedes-AMG GT3 im Adventskalender hinterlässt mit seinen klaren, muskulösen Formen und dem Design in designo-selenitgrau-magno-Mattlack einen bleibenden Eindruck. Und wenn nun noch der klangvolle V8-Sound ertönt, dann ist Bescherung für die Ohren der Motorsport-Enthusiasten. In diesem Sinne wünscht das Mercedes-Benz Webmagazin frohe und gesunde Festtage sowie einen schönen Weihnachts-(Ohren-)Schmaus!

Mercedes-AMG GT3 in selenitgrau mit gelbem Streifen und Startnummer eins
Mercedes-AMG GT3
  • Baujahr: 2015
  • Zylinder: V8
  • Hubraum: 6.208 cm³
  • Leistung: ca. 550 PS / 410 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: ca. 280 km/h
Bild des Mercedes-Benz Adventskalenders mit dem SLS AMG GT3

Mercedes-Benz SLS AMG GT3

17. September 2009, IAA Frankfurt: Besucher und Fachjournalisten sind begeistert und feiern die „Rückkehr einer Legende“ – den Mercedes-Benz SLS AMG. Der ist der legitime Nachfolger, aber zugleich die komplette Neuinterpretation der Automobilikone Mercedes-Benz 300 SL. Die Neuauflage des Flügeltürers erobert augenblicklich die Herzen der Autoenthusiasten und als GT3-Version wenig später auch die Rennstrecken dieser Welt.

Der SLS AMG GT3 verbindet hochkarätige Rennsport-Technik mit spektakulärem Design.

Der SLS AMG von 2009 ist der erste Mercedes-Benz mit Flügeltüren seit dem 300 SLR (Uhlenhaut-Coupé) bzw. dem 300 SL, der von 1954 bis 1957 gebaut wurde und den Ruf des Unternehmens entscheidend prägte. Er ist darüber hinaus das erste von AMG eigenständig entwickelte Fahrzeug.

Ende März 2010 stellte Mercedes-Benz im mexikanischen Puebla eine reinrassige Rennversion des Supersportwagens vor, den für den Kundensport konzipierten SLS AMG GT3. Das Konzept folgt dabei dem GT3-Reglement des Automobil-Weltverbandes FIA, dessen Rennserien für seriennahe GT-Fahrzeuge immer mehr an Beliebtheit und Bedeutung gewinnen.

Gegenüber der Serienversion hat der SLS AMG GT3 unter anderem eine höhere Motorleistung sowie aerodynamische Veränderungen, einen Überrollkäfig und das auch aus der Formel 1 bekannte Schutzsystem „Head and Neck Support“, kurz HANS genannt.

Das Konzept ging voll auf: Der Mercedes-Benz SLS AMG GT3 war in mehr als 22 Rennserien und auf fünf Kontinenten weltweit im Einsatz. So war die Saison 2012 gekrönt von 43 Siegen und 9 Titelgewinnen. Die eindrucksvolle Bilanz erlebte im Motorsportjahr 2013 mit dem Gewinn zahlreicher prestigeträchtiger Rennen wie in Spa-Francorchamps oder Barcelona einen neuen Höhepunkt. Der souveräne Sieg beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring war zugleich der 100. Triumph für den Rennwagen seit Beginn des Kundensportprogramms im Jahr 2010.

Weißer Mercedes-Benz SLS AMG GT3 im Fotostudio
Mercedes-Benz SLS AMG GT3
  • Baujahr: 2011
  • Zylinder: V 8
  • Hubraum: 6.208 cm³
  • Leistung: 550 PS / 410 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: > 300 km/h
Bild des Mercedes-Benz Adventskalenders mit 300 SEL 6.8 AMG

Mercedes-Benz 300 SEL 6.8 AMG

25. Juli 1971, Spa-Francorchamps – eine Legende wird geboren: Ein roter Mercedes 300 SEL 6.8 AMG mit der Startnummer 35 überquert beim 24-Stunden-Rennen nach 308 Runden als Zweiter die Ziellinie. Ein Überraschungs-Erfolg der Piloten Hans Heyer und Clemens Schickentanz, über den damals selbst die Tagesschau berichtete. Spitzname der Rennlimousine: „Rote Sau“.

Der Mercedes-Benz 300 SEL 6.8 AMG verhalf dem Tuner AMG zum Durchbruch und ging als „Rote Sau“ in die Geschichte ein.

Dieses Fahrzeug war der Durchbruch von AMG, der heutigen Performance Marke von Mercedes-Benz. Für ihren roten Rennwagen nahm AMG einen verunfallten W 109 als Basis, einen Mercedes-Benz 300 SEL 6.3, seinerzeit mit 250 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h das schnellste deutsche Serienautomobil. Der 6.3 fand schnell Eingang im Touren- und Rallye-Rennsport und wurde außerdem ein beliebtes Tuningobjekt, da sich die Leistung verhältnismäßig leicht steigern ließ. Die Experten von AMG bauten den Motor mit Daimler-Benz-Teilen selbst auf, vergrößerten den Hubraum auf 6,8 Liter und bescherten ihm einen Zuwachs an Leistung und Drehmoment. Türen aus Aluminium halfen, Gewicht zu sparen.

1972 wurde im Reglement eine Hubraumbegrenzung auf fünf Liter eingeführt. Das bedeutete auch das Ende des Rennsports für den 300 SEL 6.8 AMG, der an den französischen Flugzeughersteller Matra Engines S.A. verkauft wurde. Der setzte es in modifizierter Form für Testzwecke zum Erproben der Flugzeugfahrwerke von Concorde und Mirage ein. Die Franzosen hatten nach einem Wagen gesucht, der innerhalb von 1.000 Metern auf 200 km/h beschleunigen konnte. Irgendwann verliert sich die Spur dieses faszinierenden Fahrzeugs. Das Original gilt als verloren, aber 2006 hat AMG nach Originalunterlagen ein Replikat der Legende aufgebaut.

Werksnachbau der roten Sau, des Mercedes-Benz 300 SEL 6.8 AMG
Mercedes-Benz 300 SEL 6.8 AMG
  • Baujahr: 1971
  • Zylinder: V8
  • Hubraum: 6.834 cm³
  • Leistung: 428 PS / 315 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: 265 km/h

McLaren-Mercedes Formel 1 MP4/15

Die Formel-1-Saison 2000 ist geprägt von dem Zweikampf der beiden Doppelweltmeister Michael Schumacher und Mika Häkkinen. Am Ende feiert Schumacher mit doch deutlichem Vorsprung seinen dritten Titel, während Mika Häkkinen im internen Duell seinen Teamkollegen David Coulthard hinter sich lässt. Der Schotte pilotierte den hier im Adventskalender gezeigten McLaren-Mercedes MP4/15 mit der Startnummer 2 und wird Dritter der Gesamtwertung.

Mit dem MP4/15 gelingt McLaren-Mercedes in der Saison 2000 die Vizemeisterschaft in der Konstrukteurswertung.

Die meisten der rund 4.000 Teile, aus denen das Chassis des McLaren-Mercedes MP4/15 besteht, sind neu: Lediglich knapp 20 Prozent von ihnen konnten vom MP4/14 übernommen werden. Ab der Saison 2001 (mit dem MP4-16) wird die Typenbezeichnung der McLaren-Wagen übrigens nicht mehr mit einem Schrägstrich geschrieben, sondern mit einem Bindestrich.

Die Frontnase des MP4/15 ist im Vergleich zum Vorjahres-Boliden flacher, der Kopfschutz an den Cockpitseiten fällt voluminöser aus. Der Luftstrom, der in den Seitenkästen durch die Wasserkühler strömt, wird weiter vorn als beim Vorgängermodell nach außen geleitet. Die Heckpartie fällt etwas flacher ab – der um zwei Zentimeter kürzere Motor macht es möglich. Neu ist auch das von McLaren selbst entwickelte Siebengang-Getriebe. Lohn der Mühen und Entwicklungen: Mika Häkkinen und West McLaren-Mercedes werden in Fahrer- und Konstrukteurs-Wertung jeweils Vizeweltmeister, Coulthard wird Dritter.

Coulthard, übernehmen Sie!

Der damals erst 23-jährige Schotte David Coulthard feiert 1994 beim Großen Preis von Spanien seinen Einstieg in die Formel 1 – als Ersatz für Ayrton Senna. 1995 gelingt ihm sein erster Sieg in der Königsklasse, seit 1996 startet er neben Mika Häkkinen für das McLaren-Mercedes-Team. Beim Grand Prix von Australien 1997 erringt Coulthard den ersten Formel-1-Sieg für Mercedes-Benz seit dem Jahr 1955. Ein weiterer Sieg folgt in Monza. Die Saison 1997 beendet er mit 36 WM-Punkten als Vierter der Gesamtwertung. Insgesamt bestreitet Coulthard zwischen 1994 und 2008 246 Grand-Prix-Rennen in der Formel 1. Sein größter Erfolg ist neben 13 Grand-Prix-Siegen der Gewinn der Vizeweltmeisterschaft 2001 im Nachfolgermodell McLaren-Mercedes MP4-16.

McLaren-Mercedes MP4/15 von David Coulthard auf Rennstrecke
McLaren-Mercedes Formel 1 MP 4/15
  • Baujahr: 2000
  • Zylinder: V 10
  • Hubraum: 2.997 cm³
  • Leistung: 806 PS / 593 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: 350 km/h
Bild des Mercedes-Benz Adventskalenders mit dem Petronas Formel-1-Boliden W04 von Lewis Hamilton in der Saison 2013

Mercedes AMG Petronas F1 W04 (Hamilton, 2013)

Formel 1 – das ist für viele Motorsport in seiner Reinform, das sind Emotionen, Rennen auf des Messers Schneide, Entscheidungen in Sekundenbruchteilen und Fans, die auf der ganzen Welt den Rennwochenenden entgegenfiebern. Nirgendwo sonst liegen der Aufstieg zur Legende und der Abgang als zweiter Sieger so nah beieinander. Der im Adventskalender gezeigte Wagen wurde 2013 von Lewis Hamilton gefahren, der in dieser Saison zu MERCEDES AMG PETRONAS gewechselt war. In der Folge kam es zum internen Duell des Weltmeisters von 2008 mit Nico Rosberg – ein Zweikampf, der in den folgenden Jahren die Formel 1 beherrschen sollte.

Mit dem Petronas F1 W04 fuhr Lewis Hamilton in seiner ersten Saison für Mercedes 2013 auf den vierten Gesamtrang.

Der F1 W04 war in der Saison 2013 das Formel-1-Fahrzeug von Nico Rosberg und Lewis Hamilton, der den Platz von Michael Schumacher übernahm. Der hatte nach seinem Comeback im aktiven Rennsport und drei Rennzeiten für MERCEDES AMG PETRONAS 2012 seinen endgültigen Rücktritt erklärt.

Das Basiskonzept des neuen Wagens stellt eine verfeinerte Evolution des F1 W03 von 2012 dar. Um das aerodynamische Potenzial voll ausschöpfen zu können, ist die Heckpartie des F1 W04 sehr kompakt entworfen; außerdem entfällt die Stufennase seines Vorgängers, die nun von einer strömungsgünstigen Blende verdeckt wird.

Mit dem W04 begann für Lewis Hamilton eine echte Erfolgsgeschichte: Bereits beim zweiten Rennen in Malaysia erzielte Hamilton mit einem dritten Platz seine erste Podest-Platzierung für sein neues Team. Beim darauf folgenden Großen Preis von China belegte Hamilton die erste Pole-Position als Mercedes-Pilot. Es folgten weitere Platzierungen auf dem Podest und beim Großen Preis von Ungarn – von der Pole-Position – sein erster Sieg für MERCEDES AMG PETRONAS. Insgesamt kam Hamilton auf 189 Punkte, was den vierten Platz im Gesamtklassement bedeutete. Damit setzte er sich intern gegen Rosberg durch, der 171 Punkte und damit Gesamtrang sechs geholt hatte, bis dahin sein bestes Ergebnis.

Insgesamt konnte das Team 2013 mit 360 Punkten fast dreimal so viele einfahren wie in der vorherigen Saison (142 Punkte; Gesamtrang fünf). Außerdem gelangen drei Saisonsiege sowie acht Pole-Positions und eine schnellste Rennrunde. Diese Ergebnisse ließen für die folgenden Rennzeiten auf das Beste hoffen. Und tatsächlich – in den Jahren 2014 bis 2016 dominierten die Formel-1-Silberpfeile die Konkurrenz fast nach Belieben und verhalfen Lewis Hamilton zu zwei, Nico Rosberg zu einem Weltmeistertitel. Rosberg gab am 2. Dezember 2016 auf der FIA-Pressekonferenz anlässlich seines Titelgewinns seinen Rücktritt als Formel-1-Fahrer bekannt.

Mit dem Petronas F1 W04 fuhr Lewis Hamilton in der Saison 2013 auf den vierten Gesamtrang.
Mercedes AMG Petronas F1 W04 (Hamilton, 2013)
  • Baujahr: 2013
  • Zylinder: V8
  • Hubraum: 2.400 cm³
  • Leistung: 750 PS / 550 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: > 350 km/h
Bild des Mercedes-Benz Adventskalenders mit Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 EVO I

Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 EVO I

Die 1980er- und 1990er-Jahre sind durch die Rückkehr von Mercedes-Benz auf die Rennstrecken geprägt, seit 1988 engagiert sich Mercedes-Benz auch bei der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft, DTM. Mit riesigem Erfolg, der in den Anfangsjahren eng mit den Rennversionen des 190 E (W 201, „Baby-Benz“) verbunden ist. Der Adventskalender zeigt die Straßenversion des Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 Evolution I, also der ersten Ausbaustufe – „für sportlich interessierte Kunden“. Die Fahrzeuge der auf 500 Exemplare limitierten Sonderserie sind generell in blau-schwarz-metallic lackiert. 500 Exemplare deshalb, weil das DTM-Reglement seriennahe Tourenwagen vorsah. Und von den Ausbaustufen, den Evolutionsmodellen, mussten mindestens 500 Stück gebaut und verkauft werden.

Der Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 Evo I ist die Straßenversion eines erfolgreichen Rennsportmodells.

Der 190 E 2.5-16 Evolution I entstand 1989 auf Basis des Mercedes-Benz 190 E 2.3-16. Das Evolutionsmodell war kompromisslos auf den Einsatz in der DTM ausgerichtet. Schon der Name verrät: Unter der Haube arbeitete nun ein neuer Motor, ein 2,5-Liter-Sechzehnventiler.

Die eng an die Rennversion angelegte Sonderserie unterscheidet sich durch die deutlich sportlichere Silhouette schon rein optisch von der Basisserie. Das 45 Millimeter tiefergelegte Fahrwerk ist sportlicher, die Dämpfung straffer abgestimmt. Zudem gab es zahlreiche Modifikationen der Karosserie, etwa den modifizierten Frontspoiler, der tiefer und steiler heruntergezogen ist. Seine untere Lippe kann man manuell verstellen. Der größer dimensionierte Heckflügel war ebenfalls verstellbar, um das Abtriebsverhältnis zu verändern. Ins Auge fallen auch die vergrößerten Kotflügelausschnitte und die verbreiterten Kotflügel. Auch der leistungsstarke 2,5-Liter-Motor wurden in einigen Details modifiziert und damit für leistungssteigernde Maßnahmen vorbereitet.

1990 folge die nächste Ausbaustufe des Rennwortsport-Tourenwagens, der AMG Mercedes 190 E 2.5-16 Evolution II. Auch von diesem Modell wurden 502 Serien-Exemplare produziert, von denen die letzten im Mai 1990 das Werk in Bremen verließen. Sein Renn-Debüt gab der Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 Evolution II am 16. Juni 1990 auf der Nordschleife des Nürburgrings.

Der letzte 190er Mercedes-Benz (W 201) wurde übrigens im August 1993 im Bremer Werk gebaut und ist im Mercedes-Benz Museum zu besichtigen. Nachfolger war ab 1993 die Baureihe 202 unter der offiziellen Bezeichnung „C-Klasse“.

Schwarzer-blauer Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 Evo I
Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 EVO I
  • Baujahr: 1989
  • Zylinder: 4 / Reihe
  • Hubraum: 2.463 cm³
  • Leistung: 195 PS / 145 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h
Bild des Mercedes-Benz Adventskalenders mit 300 SL von 1952

Mercedes-Benz 300 SL

1952, Carrera Panamericana, über 3.100 lange, materialzehrende Kilometer durch Mexiko. Am Ende des spektakulären Rennens steht ein Doppelsieg für zwei Mercedes-Benz 300 SL der Baureihe W 194. Und das, obwohl ein Geier die Windschutzscheibe des Siegerduos Karl Kling und Hans Klenk durchschlagen und Beifahrer Klenk verletzt hatte. Nach dem Unfall wurden bei ihrem Wagen mit der Startnummer 4 schützende Gitterstäbe angebracht. Auch solche Ereignisse haben den 300 SL zu einer Legende gemacht.

Der Mercedes-Benz 300 SL der Baureihe W 194 kam nur 1952 im Rennsport zum Einsatz – mit überragendem Erfolg.

Der Startschuss zum Bau eines Dreiliter-Sportwagens mit Alu-Karosserie fiel bei Daimler-Benz am 15. Juni 1951. „Sportlich“ und „leicht“ sollte er sein, SL eben. Schon im März 1952 konnte ein Prototyp des ursprünglich nur für den Rennsport gedachten Mercedes-Benz 300 SL der Presse präsentiert werden – der Urvater der legendären Serien 300 SL. Der komplexe Gitterrohrrahmen des 300 SL erlaubte zunächst keine konventionellen Türen, deshalb sah Mercedes-Versuchschef Rudolf Uhlenhaut Flügeltüren vor.

Uhlenhaut (1906–1989) war als genialer Ingenieur für die technische Entwicklung der Fahrzeuge verantwortlich und trug großen Anteil an den Erfolgsserien der Mercedes Rennwagen der 1930er- und 1950er-Jahre. Bis zur Pensionierung im Jahr 1972 gingen alle Baureihen der Personenwagen vom 170 S bis zum W 116 durch seine Hände, aber auch zukunftsträchtige Innovationen wie der C 111 trugen seine Handschrift.

Bei den ersten Prototypen des 300 SL waren es nur kleine Luken bis zur Unterkante der Seitenscheibe. Erst der sechste der zehn Ur-300 SL erhielt zur Einhaltung des Le-Mans-Reglements die größeren, bis zur Flankenmitte reichenden Türen. Bei seinem ersten Renneinsatz, der Mille Miglia 1952, belegte der 300 SL einen beachtlichen zweiten Platz, in Le Mans konnte man einen Doppelsieg feiern.

Der W194 kam nur im Jahr 1952 im Rennsport zum Einsatz, die ersten Serien-Exemplare des 300 SL erschienen 1954 als Baureihe W 198. 1999 wählten Leser der deutschen Oldtimer-Zeitschrift Motor Klassik den 300 SL der Serie zum „Sportwagen des Jahrhunderts“.

Mercedes-Benz 300 SL im Museum in Stuttgart
Mercedes-Benz 300 SL
  • Baujahr: 1952
  • Zylinder: 6 / Reihe
  • Hubraum: 2.995 cm³
  • Leistung: 170 PS /125 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: 240 km/h
Bild des Mercedes-Benz Adventskalenders mit Heckflosse 300 SE Rallye

Mercedes-Benz 300 SE Rallye

Nach den sensationellen Erfolgen der Mercedes-Benz 220 SE Rallye- und Renntourenwagen wurde ab 1963 international der 300 SE eingesetzt. Mit nur geringen Veränderungen gegenüber der Serienversion errang die „Heckflosse“ der Baureihe W 112 zwischen 1963 und 1965 eine Vielzahl an Siegen. Höhepunkt der Erfolgsserie ist sicherlich der Triumph beim Großen Straßenpreis von Argentinien 1964.

Der Mercedes-Benz 300 SE der Baureihe W 112 feierte auf und abseits der Straße zahlreiche Erfolge.

Es ist der vierte Sieg für Mercedes-Benz in Folge beim „Gran Premio Internacional de Turismo Super Nafta YPF“. Dieser prestigeträchtige Langstreckenwettbewerb, der seinerzeit als anspruchsvollstes Straßenrennen der Welt galt, führt knapp 4.800 Kilometer über großteils unbefestigte Straßen – eine Strapaze für Mensch und Maschine. Bei seinen Erfolgen in den Jahren 1963 und 1964 erreicht der Stuttgarter Eugen Böhringer mit dem 300 SE auf der als „Strecke der tausend Kurven“ umschriebenen Route dennoch Durchschnittsgeschwindigkeiten von rund 140 km/h. Hinter ihm und den anderen Fahrern liegen steile Gebirgspässe, enge Kurven und endlos erscheinende Geröllpisten. Die Rallye-Wagen ziehen auf vielen der naturbelassenen Straßen lange Staubfahnen hinter sich her.

Insgesamt treten 1964 268 Fahrzeuge zu dieser achten Auflage des Großen Straßenpreises an, der in sechs Etappen ausgetragen wird. Zwischen zwei Renntagen wird dabei jeweils ein Tag Pause gemacht. Bereits nach der ersten, 781,5 Kilometer langen Etappe liegen alle vier Mercedes-Benz Fahrzeuge an der Spitze der Wertung, und Eugen Böhringer hat mit einem Durchschnittstempo von 181 km/h einen neuen Rekord aufgestellt. Zugleich sind bereits 91 andere Wagen durch Unfälle oder technische Defekte ausgeschieden. Die Modifikationen der im Rennen eingesetzten Automobile umfassen lediglich Maßnahmen wie den Einbau größerer Tanks sowie Veränderungen der Motorcharakteristik und der Getriebe- oder Achsübersetzungen.

Der Mercedes-Benz 300 SE ist ein überaus erfolgreiches Wettbewerbsfahrzeug und siegt 1963 bei der Rallye Akropolis und bei der Deutschland-Rallye. Der Wagen sorgt auch auf der Rundstrecke für Furore: Allein in der Saison 1964 gewinnt Eugen Böhringer mit diesem Typ das Internationale ADAC Sechs-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring und den Großen Tourenwagenpreis von Macao/Hongkong. Ein 300 SE dominiert auch das renommierte 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps.

Das im Adventskalender ausgestellte Fahrzeug mit der Startnummer 605 wurde 1964 in Argentinien von Dieter Glemser und Martin Braungart pilotiert, die den zweiten Platz im Gesamtklassement erreichten. Damit verteidigten sie ihren Vizemeister-Titel vom Vorjahr.

Mit dem Großen Straßenpreis von Argentinien 1964 endet auch jene glänzende Epoche, in der werksseitig eingesetzte „Heckflossen“-Limousinen bei Rallyes und Langstreckenrennen für Tourenwagen zahlreiche Siege erringen. Erst 1977 kehrt Mercedes-Benz mit dem 280 E (Baureihe W 123) in den Rallye-Sport zurück.

Mercedes-Benz 300 SE Rallye Heckflosse mit Startnummer 605 auf unbefestigter Strecke bei Tourenwagenrennen in Argentinien.
Mercedes-Benz 300 SE Rallye
  • Baujahr: 1963
  • Zylinder: 6 / Reihe
  • Hubraum: 2.996 cm³
  • Leistung: 195 PS / 145 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: über 200 km/h

Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 EVO I DTM

1982 bringt Mercedes-Benz mit den Typen 190 und 190 E (Baureihe W 201) die sogenannte Kompaktklasse auf den Markt. Die Baureihe setzt Maßstäbe hinsichtlich Effizienz, Fahreigenschaften, Sicherheit und Design. Weil sie klein und leicht sind, bekommen die 190er den Spitznamen „Baby-Benz“. Ab 1984 wird dieser auch als Sportmodell 190 E 2.3-16 verkauft. Und siehe da: Mit dem Einbau des noch stärkeren Motors wird das Modell zum erstklassigen Tourenwagen. Der Adventskalender zeigt den 190 E 2.5-16 EVO I, die erste Ausbaustufe von 1989 für die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft (DTM).

Mit dem 190 E 2.6-16 kehrte Mercedes-Benz 1988 auch in den Tourenwagensport zurück und engagierte sich erstmals bei der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft, DTM.

Der 190 E 2.3-16 brilliert 1984 beim Eröffnungsrennen des neuen Nürburgrings. Ganz oben auf dem Podest: der 24-jährige, bis dahin noch weitgehend unbekannte Brasilianer Ayrton Senna. Von nun an entwickelt Mercedes-Benz die Rennsportversion des ursprünglich zahmen Baby-Benz von Jahr zu Jahr weiter und steigt 1988 als Werksteam in die spektakuläre DTM ein.

Auf der Basis der Straßenversion des „Sechzehnventilers“ entsteht 1989 der Typ 190 E 2.5-16 Evolution. Die Motorleistung ist unverändert, doch das Fahrwerk wurde für den Einsatz auf der Rundstrecke modifiziert. Der EVO I ist die Basis für einen DTM-Tourenwagen der Gruppe A. Gebaut werden exakt 502 Stück – das erfüllt die formelle Voraussetzung, um an Rennsport-Wettbewerben nach dem seriennahen „Gruppe A“-Reglement teilzunehmen. In der Folge mischt der EVO I in zahlreichen Rennen sehr erfolgreich mit.

Um auf das vom Reglement vorgeschriebene Gewicht von 1.040 Kilogramm zu kommen, wurde nahezu die komplette Innenausstattung entfernt, dafür aber zum Schutz des Fahrers ein Überrollkäfig eingebaut. Zum Einsatz kam bei vielen Karosserieteilen der Kunststoff Kevlar, etwa bei Motorhaube, Kofferraumdeckel und Spoiler. Die Weiterentwicklung zum Rennfahrzeug zeigt sich auch an den breiteren Radhäusern, den aerodynamischen Hilfsmitteln an Front und Heck sowie der neuen Vorderachskonstruktion. Und am stärkeren Motor, der über nun 330 PS auf die Hinterachse bringt.

Doch die Ansprüche steigen - auch die Rennkonkurrenz rüstet auf. So ist es nur ein kleiner, logischer Schritt zu einem noch stärkeren „Evo“: Der kommt in Form des 190 E 2.5-16 Evolution II und erlebt seine Weltpremiere im März 1990 auf dem Internationalen Auto-Salon Genf. Dieser Wagen wird DTM-Geschichte schreiben.

Roland Asch im Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 EVO I beim Rennen in Zolder
Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 EVO I DTM
  • Baujahr: 1989
  • Zylinder: 4 / Reihe
  • Hubraum: 2.490 cm³
  • Leistung: 333 PS /248 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: 300 km/h
Bild des Mercedes-Benz Adventskalenders mit AMG Mercedes Tourenwagen 190 E Klasse 1

AMG Mercedes Rennsport-Tourenwagen 190 E Klasse 1

Mit dem neu entwickelten Tourenwagen, dem 190 E 2.5-16 Evolution II, kurz „Evo II“, bauten die Ingenieure einen der erfolgreichsten DTM-Sportler der Neunziger. In seiner zehnten und zugleich letzten Rennsaison wechselte der Mercedes-Benz 190 E (Baureihe W 201) noch einmal seine Gestalt: Das 1992er-Meisterauto wurde durch entsprechende Modifikationen zum „AMG Mercedes 190 E Klasse 1“.

Die Klasse 1 entstand durch eine Änderung des Reglements: Den Rennwagen musste nun eine Minimalanzahl von 2.500 gebauten Serien-Fahrzeugen zugrunde liegen, zuvor waren es nur 500. Der Evo II wurde nur 502 mal gebaut und konnte deshalb nicht selbst als Basis dienen. Die bildete der Mercedes-Benz 190 E 2.5-16.

Der AMG Mercedes 190 E Klasse 1 wurde nach Reglementänderungen 1994 durch einen Tourenwagen auf Basis der C-Klasse abgelöst.

Der AMG Mercedes 190 E Klasse 1 ist nur 20 Kilogramm schwerer als der Wagen von 1992. Bei den Motordaten gibt es viele Gemeinsamkeiten mit denen des Evo II. Neu ist die Lage des Motors, der nun fünf Zentimeter tiefer und zwölf Zentimeter weiter nach hinten versetzt liegt. Karosserie und die Radaufhängung vorn wurden angepasst: Die besteht nun aus Dreiecks-Querlenkern, Federbein und Stabilisator.

Der ausgestellte Wagen mit der Startnummer 12 wurde von Roland Asch in der DTM-Saison gefahren. Für den gelernten Kfz-Meister aus Altingen in Schwaben war die Rennsportkarriere zunächst nur ein zeitintensives Hobby. Trotzdem feierte er Erfolge wie ein Profi. Sein Debüt in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft gab er 1985. Dort wurde er mit dem Mercedes-Benz 190 E 2.3-16 des BMK-Teams 1988 Vizemeister. Für Mercedes-Benz fuhr er Anfang der 1990er-Jahre insgesamt fünf Siege und diverse gute Platzierungen ein. 1993 wurde er im AMG-Mercedes-Team zum zweiten Mal Vizemeister der DTM.

AMG Mercedes Rennsport-Tourenwagen 190 E Klasse 1 von Roland Asch mit Startnummer 12
AMG Mercedes 190 E Klasse 1
  • Baujahr: 1993
  • Zylinder: 4 / Reihe
  • Hubraum: 2.490 cm³
  • Leistung: 375 PS / 280 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: ca. 300 km/h
Bild des Mercedes-Benz Adventskalenders mit C-Klasse DTM Bosch-Salzgitter der Saison 2009

Mercedes-Benz C-Klasse DTM Bosch/Salzgitter (2009)

Ob als Serienmodell oder im Rennsport – die C-Klasse ist und bleibt eines der beliebtesten und erfolgreichsten Modelle von Mercedes-Benz. Als Rennwagen schrieb die Baureihe W203 ab 2004 Rennsportgeschichte in der DTM. Diese Rennserie lief ab 2000 unter dem Namen „Deutsche Tourenwagen-Masters“ und führte die als „Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft“ bekannte Serie (1984 – 1996) fort. Einen Wagen in der Optik des Nachfolgemodells W204 setzte Mercedes-Benz zwischen 2007 und 2011 in der DTM ein. Der große Mercedes-Benz Adventskalender zeigt ein Auto des DTM-Teams Bosch/Salzgitter der Saison 2009.

Der Mercedes-Benz Adventskalender zeigt die C-Klasse DTM Bosch/Salzgitter der Saison 2004.

Um weitestgehend Chancengleichheit zu gewährleisten, setzte das DTM-Reglement der Weiterentwicklung der Fahrzeuge sehr enge Grenzen. Als logische Folge unterschieden sich die 2009er-Fahrzeuge deshalb nur marginal von den Vorjahreswagen. Bei der C-Klasse machten sich die findigen Entwickler allerdings daran, durch intelligente Detaillösungen noch mehr Leistung aus dem Fahrzeug herauszuholen. Bei der Aerodynamik landeten sie einen echten Coup, weshalb man den Wagen der Saison 2009 getrost als ein Aerodynamik-Highlight bezeichnen darf.


Beim Finetuning der C-Klassen-Aerodynamik wurde 2009 ein Teil des Fahrtwindes über große quadratische Kanäle – auf der Fahrer- und auf der Beifahrerseite – durch das Cockpit geleitet. Der Fahrtwind wurde dann zur Steigerung des Abtriebs einem Doppeldiffusor zugeführt. Im Unterschied zum Vorjahreswagen, bei dem das Ende der Auspuffrohre am Heck des Wagens lag, wurden die Abgase in dieser Generation durch eine Acht-in-Eins-Anlage auf der rechten Fahrzeugseite ins Freie entlassen. Ergebnis des Maßnahmenpakets: Das Auto erzielte deutlich schnellere Rundenzeiten als das 2008er Fahrzeug. Mitte Juli 2009 wurde diese Anlage allerdings im Zuge einer Weiterentwicklung durch eine Acht-in-Zwei-Anlage abgelöst, deren Endrohre sich auf beide Seiten des Wagens verteilen.


Das Team Salzgitter/Mercedes-Benz Bank (HWA) holte sich in der Saison 2009 den Sieg in der Teamwertung. Gary Paffett von HWA sicherte sich den Vize-Weltmeistertitel in der Fahrerwertung, was er im darauffolgenden Jahr wiederholen konnte.

Mercedes-Benz C-Klasse DTM Bosch-Salzgitter mit Lackierung in Orange, Weiß und Grau
Mercedes-Benz C-Klasse DTM Bosch/Salzgitter (2009)
  • Baujahr: 2009
  • Zylinder: V8
  • Hubraum: 4.000 cm³
  • Leistung: 500 PS / 368 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: ca. 300 km/h

Mercedes-Benz SLK 55 AMG DTM Safety-Car

Die Nasenbären sind eine in Mittel- und Südamerika verbreitete Gattung der Kleinbären. Die nachtaktiven Allesfresser haben aber auch wirklich gar nichts gemeinsam mit einem Supersportwagen – außer vielleicht einer markanten Schnauze. Eine ähnlich charakteristische Front ziert auch den Mercedes-Benz SLK 55 AMG: Sie stellt eine Anlehnung an den Supersportwagen Mercedes-Benz SLR McLaren dar – und verhalf dem SLK eben zum Spitznamen „Nasenbär“.

Der Adventskalender zeigt den SLK 55 AMG (Baureihe R 171) in einer für den Motorsport modifizierten Version, die in der Saison 2005 als Safety-Car in der DTM zum Einsatz kam. Im Jahr zuvor fuhr ein SLK 55 AMG mit Rennfahrer Bernd Mayländer am Steuer sogar in der Formel 1 als Safety Car.

Die wenigen Umbauten waren nötig, um die hinterherfahrenden Rennwagen nicht zu sehr auszubremsen, damit die wiederum ihre Reifen auf Temperatur halten können. Als Räder kamen hier mehrteilige 19-Zoll AMG Leichtmetallräder zum Einsatz anstatt der serienmäßigen 18-Zoll-Bereifung. Dazu waren die Reifen deutlich breiter, und mit der strafferen Fahrwerksabstimmung konnten höhere Kurvengeschwindigkeiten erzielt werden. Des Weiteren kamen noch extra für den Safety-Car-Gebrauch verbesserte Bremsen zum Einsatz. Auch das Gewicht spielt bei den hohen Anforderungen an die Performance eine Rolle: So ist das Safety-Car um knapp 100 Kilogramm leichter als sein Serienpendant, der SLK 55 AMG.

Der Mercedes-Benz R 171 ist die zweite Generation der SLK-Baureihe und Nachfolger des Mercedes-Benz R 170. Verkaufsstart in Europa war der 27. März 2004. Im Frühjahr 2011 wurde er durch die dritte Generation (R 172) abgelöst.

Viele betrachten den SLK als den legitimen Nachfolger des Klassikers 190 SL (W 121 B II), der als eleganter Sportwagen aus renommiertem Hause mit aufregendem Design, aber kleinem Preis ursprünglich die Amerikaner entzücken sollte. Seine Existenz verdankte er vor allem der Beharrlichkeit des geschäftstüchtigen Amerikaners Maximilian Edwin Hoffman, der 1953 die Vorstände von Daimler-Benz drängte, außer dem 300 SL noch einen bezahlbaren Sportwagen für den amerikanischen Markt zu bauen. Nach nur fünf Monaten Entwicklungszeit erlebte der 190 SL neben dem legendären 300 SL „Flügeltürer“ am 6. Februar 1954 seine Weltpremiere in New York. Im Gegensatz zum 300 SL war der 190 SL nicht als reinrassiger Sportwagen konzipiert, sondern als sportlich-elegantes zweisitziges Reise- und Gebrauchsfahrzeug. Die Serie lief im Mai 1955 an, und bis Februar 1963 entstanden in Sindelfingen 25.881 Exemplare – weit mehr als zunächst erhofft. Prominenz jeder Couleur schmückte sich mit dem eleganten Sportwagen, darunter auch Grace Kelly und Frank Sinatra, die in dem Film „Die oberen Zehntausend“ einen 190 SL fuhren.

Silberner Mercedes-Benz SLK 55 AMG als Safety-Car in der DTM-Saison 2005.
Mercedes-Benz SLK 55 AMG DTM Safety-Car
  • Baujahr: 2004
  • Zylinder: V8
  • Hubraum: 5.439 cm³
  • Leistung: 360 PS / 265 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
Bild des Mercedes-Benz Adventskalenders mit C-Klasse DTM AMG Vodafone 2004

Mercedes-Benz C-Klasse DTM AMG Vodafone (2004)

2004 konnten auch in der neu geschaffenen DTM (Deutsche Tourenwagen Masters) sogenannte Silhouettenfahrzeuge auf der Basis viertüriger Limousinen eingesetzt werden. Das bedeutete für Mercedes-Benz und den Rennstall HWA: die C-Klasse der Baureihe 203 löst den CLK ab. Bei den Motoren war ein 4,0-Liter-V8-Motor mit vier Ventilen je Zylinder vorgeschrieben. In diesem Jahr ging auch der Stern von Gary Paffett auf: Das damals erst 23 Jahre junge Fahrertalent bewies auf der Strecke eine erstaunliche Reife und fuhr den Vizetitel heraus. Sein Spitzname: „Gary Perfect“.

Mit der C-Klasse konnte Mercedes-Benz seit 2004 in der DTM einige Erfolge und Titel feiern.

Das war gewissermaßen die Aufwärmsaison für den sympathischen Engländer, der sich 2005 in einem packenden Finale gegen den Audi-Piloten Mattias Ekström als DTM-Champion krönen konnte. Die Entscheidung fiel erst beim letzten Rennen in Hockenheim. In diesem Jahr überzeugte auch Formel-1-Weltmeister und DTM-Neuling Mika Häkkinen im belgischen Spa.

Die Gesamtbilanz in der DTM könnte nicht besser ausfallen: Insgesamt verzeichnete Mercedes-Benz bis 2005 acht Marken- und ebenso viele Fahrer-Championate für sich. Erfolgreichster Pilot war Bernd Schneider mit vier DTM-Titeln und einem Titel bei der ITC, der International Touringcar Championship.

Der im Adventskalender ausgestellte DTM-Tourenwagen wurde von Bernd Schneider pilotiert, der auf eine außergewöhnliche Laufbahn als Werksfahrer bei Mercedes-Benz (1992 bis 2008) zurückblickt: fünf DTM- und ein FIA-GT Meistertitel, 227 DTM- und ITC-Läufe, 43 erste Plätze, 25 Pole-Positions und 59 schnellste Runden. Bernd Schneider hat fast jedes fünfte Rennen seiner Tourenwagen-Karriere gewonnen. Er beendete 2008 seine Karriere und steht heute Mercedes-Benz als Testpilot und Markenbotschafter weiter zur Verfügung. Mit seiner enormen Erfahrung trägt Bernd Schneider dazu bei, Traumwagen wie den Mercedes-Benz SLS AMG mitzuentwickeln.

Bild des Mercedes-Benz Adventskalenders mit DTM C-Klasse Vodafone von 2004
Mercedes-Benz C-Klasse DTM AMG Vodafone
  • Baujahr: 2004
  • Zylinder: V8
  • Hubraum: 4.000 cm³
  • Leistung: 470 PS / 346 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: 280 km/h

Mercedes-AMG C 63 DTM (2016)

Das ist doch mal ein Anblick! Mit den pinken Mercedes-AMG C 63 DTM von BWT tummeln sich seit der zurückliegenden Saison zwei echte Hingucker auf den Rennstrecken der DTM. Das Unternehmen hat sein Engagement ausgeweitet und nun gleich zwei Wagen im bekannten, einmaligen BWT-Design ins Rennen geschickt. Das im Adventskalender ausgestellte Fahrzeug mit der Startnummer 8 wurde von Christian Vietoris pilotiert.

Der Mercedes-AMG C 63 DTM-Wagen von BWT trug in der Saison 2016 ein markantes pinkes Design.

Der Mercedes-AMG C63 DTM erhielt für die Saison 2016 ein Facelift, bei dem die Designsprache der Straßenversion des Mercedes-Benz C-Klasse Coupés (C 205) übernommen wurde. Das bot die ideale Basis für das DTM-Fahrzeug, denn es setzte neue Standards bezüglich Fahrdynamik und Design. Die Entwicklungsarbeiten begannen im April 2015, doch durch das bestehende Reglement waren die Entwicklungsbereiche stark eingeschränkt: Zu den auffälligsten optischen Merkmalen gehören das dynamische Design der Scheinwerfer und der typische AMG Twin Blade Grill des Mercedes-AMG C 63 Coupés. Der Motor, das Fahrwerk, die Aerodynamik sowie die Einheitsbauteile mussten unverändert vom Vorgängermodell übernommen werden. Oberhalb der sogenannten Designlinie wurde die Aerodynamik des Fahrzeugs auf die neue Form des C-Klasse Coupés angepasst. Dieses Vorgehen stellt sicher, dass das Design des Serienfahrzeugs auch beim DTM-Auto stets zu erkennen ist. Unterhalb dieser festgelegten Linie sind Änderungen nicht zulässig.

Das Fahrerteam bildeten Lucas Auer, der 2015 als Rookie in die DTM kam, und der erfahrene Christian Vietoris. Insgesamt standen in der vergangenen Saison fünf verschiedene Mercedes-AMG DTM-Piloten auf dem Podium, drei davon als Sieger.

In Anlehnung an die DTM-Variante hat Mercedes-AMG das Sondermodell C 63 Coupé Edition 1 entwickelt. Dessen Farbgebung im Mattlack designo selenitgrau magno mit gelber Folierung nimmt den Look der IAA-Launchversion des 2016er C 63 DTM auf und betont damit die Nähe der Marke zum Motorsport. Gelbe Sportstreifen zieren Motorhaube, Dach, Heckdeckel sowie die Seitenlinien oberhalb der Schwellerverkleidungen. Auch die Ausstattung des Sondermodells betont mit Performance Sitzen und dem Aerodynamik-Paket die Nähe zum Motorsport.

Übrigens: Als erfolgreichstes DTM-Auto der Geschichte fuhr die C-Klasse seit 1994 in 156 Rennen 85 Siege ein.

Mercedes-Benz 300 SE Rallye Heckflosse mit Startnummer 605 auf unbefestigter Strecke bei Tourenwagenrennen in Argentinien.
Mercedes-AMG C 63 DTM (2016)
  • Baujahr: 2016
  • Zylinder: V 8
  • Hubraum: 4.000 cm³
  • Leistung: 482 PS / 360 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: > 250 km/h
Bild des Mercedes-Benz Adventskalenders mit 280 E Rallye

Mercedes-Benz 280 E Rallye

Drei Kontinente, mehr als 30.000 Kilometer, sechseinhalb Wochen: Der „London-Sydney-Marathon“ galt in den 1970er-Jahren als die härteste Langstrecken-Prüfung der Welt. Das Rennen 1977 gehörte ganz dem Modell 280 E der Baureihe W 123, das Mercedes-Benz damit zu einer triumphalen Rückkehr in den Rallye-Sport verhalf. Bei dem Kurs durch Europa, Asien und Australien erkämpfte es den Gesamtsieg und belegte die Plätze zwei, sechs und acht.

Der Mercedes-Benz 280 E Rallye verhalf dem Unternehmen zur triumphalen Rückkehr in den Rallyesport.

Die völlig neu konstruierte Typenreihe W 123 hatte im Januar 1976 die „Strich-Achter“ abgelöst. Technisch orientierten sich die Modelle an der seit dreieinhalb Jahren produzierten S-Klasse W 116. Die bei den Rallyes eingesetzten Wagen waren sehr stark an die Serie angelehnt und je nach Einsatz geringfügig modifiziert. Mercedes-Benz bereitete für „London-Sydney“ sieben 280 E vor, die jeweils mit privaten Fahrern mit Werks-Unterstützung an den Start gingen. Der Motor blieb weitgehend serienmäßig. Um das Gewicht der Sicherheits-Accessoires und einiger Ersatzteile zu kompensieren, waren die Seiten- und Heckscheiben aus Plexiglas. Drei der sechs „London-Sydney“ 280 E waren zur Extrem-Erprobung mit dem damals noch neuen Antiblockiersystem versehen. Ausgestellt ist das Fahrzeug des zweitplatzierten Teams, Anthony Fowkes und Peter O'Gorman (England).

Mercedes-Benz 280 E Rallye
  • Baujahr: 1977
  • Zylinder: 6 / Reihe
  • Hubraum: 2.746 cm³
  • Leistung: 205 PS /151 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
Bild des Mercedes-Benz Adventskalenders mit Mercedes AMG Formel-1-Wagen von 2010

Mercedes AMG F1 GP W 01 (2010)

1954/1955: Die Silberpfeile von Mercedes beherrschen den Rennsport. Mit dem Premierensieg beim Großen Preis von Frankreich am 4. Juli 1954 – übrigens am Tag des „Fußball-Wunders von Bern“ – fällt der Startschuss zu einer grandiosen Siegesserie. Juan Manuel Fangio wird der erste Formel-1- Weltmeister für Mercedes-Benz und verteidigt im Folgejahr seinen Titel. Kurz darauf zieht sich Mercedes-Benz aus dem Rennsport zurück. Es sollte 55 lange Jahre dauern, bis 2010 erstmals wieder ein Formel-1-Team antritt, das unter dem Namen Mercedes firmiert. Auch am Anfang des Neustarts steht gleich ein Überraschungscoup.

Mit dem Mercedes AMG F1 GP W01 trat Mercedes in der Saison 2010 zum ersten Mal wieder mit einem Formel-1-Team unter eigenem Namen an.

Für viele deutsche Formel-1-Fans ist es wahrscheinlich eines der schönsten Weihnachtsgeschenke des Jahres. Am 22. Dezember 2009 wird offiziell verkündet, was sich in Gerüchten mehr und mehr verdichtet hatte: Michael Schumacher geht in der Saison 2010 als Fahrer für Mercedes-Benz an den Start! Der Rekordweltmeister hatte 2006 seine Formel-1-Karriere für vorerst beendet erklärt und feiert nun sein Comeback in der Königsklasse. Zweiter Fahrer wird der damals 25-jährige Nico Rosberg, der in der vorherigen Saison für Williams antrat. Ihm traut man – mit dem nun besseren Material – einiges an guten Platzierungen und Erfolgen zu. Offizieller Name des Teams: Mercedes Grand Prix Petronas, kurz Mercedes GP Petronas.


Der eingesetzte MGP W01 ist der erste Silberpfeil der Neuzeit. Seine Karriere begann am 25. Januar 2010 mit der Präsentation des neue Werksteams im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart. Seine erste Ausfahrt hatte der Bolide kurz darauf bei den Wintertests in Valencia. Das Carbonfaser-Chassis des W 01 beherbergt den erprobten Mercedes-Benz V8-Zylinder FO 108 in der Ausbaustufe „X“. Die FIA schreibt wie in den Vorjahren ein Mindestgewicht von 95 Kilogramm und eine Höchstdrehzahl von 18.000/min vor. In der ersten Saison nach dem Wiedereinstieg in die Formel 1 gelingt dem Team Mercedes GP Petronas auf Anhieb ein beachtlicher vierter Platz in der Konstrukteurswertung. Das interne Duell konnte Nico Rosberg klar für sich entscheiden. Den Gesamtsieg holt sich der 23-jährige Sebastian Vettel als bisher jüngster Formel-1-Weltmeister der Geschichte.


Das Mercedes AMG Petronas F1 Team ging aus dem britischen Rennstall Brawn GP hervor, an dem die Daimler AG 2009 die Mehrheit erworben hatte. Offizieller Sitz des Teams ist die Daimler-Zentrale in Stuttgart, das Team operiert aber wie sein Vorgänger Brawn GP aus dem englischen Brackley. Der Wiedereinstieg in die Königsklasse des Motorsports war eng mit der Person des damaligen Motorsportdirektors Norbert Haug verknüpft.

Mercedes AMG F1 GP W 01
  • Baujahr: 2010
  • Zylinder: V8
  • Hubraum: 2.400 cm³
  • Leistung: 760 PS / 559 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: > 350 km/h
Bild des Mercedes-Benz Adventskalenders mit McLaren Formel 1 MP4/10 von 1995

McLaren-Mercedes Formel 1 MP 4/10 (1995)

Die Formel-1-Saison 1995 markierte den Beginn einer langen und erfolgreichen Partnerschaft von McLaren und Mercedes-Benz. In die Rennserie ging das Team McLaren-Mercedes mit dem MP 4/10 und erreichte auf Anhieb einen beachtlichen vierten Platz in der Konstrukteurswertung. In der Fahrerwertung belegte Mika Häkkinen den siebten Platz.

Die Saison 1995 markierte den Start von McLarens Partnerschaft mit Mercedes-Benz.

Das Triebwerk des MP 4/10 trug die Bezeichnung MB FO 110D V10 und entstand in Zusammenarbeit von Mercedes-Benz mit der kleinen britischen Firma Ilmor. An dem Motorenlieferanten aus Brixworth war Mercedes-Benz seit 1995 zu 40 Prozent beteiligt.

Der Motor entspricht dem geänderten technischen Reglement, wonach der Hubraum nun auf drei Liter verkleinert wurde. Es ist das einzige Aggregat im Formel-1-Feld, das von Grund auf neu konzipiert und konstruiert wurde. Gebaut wurde er in nur viereinhalb Monaten. Die drastischen Reglementänderungen gehen auf die neue Sicherheitsagenda der FIA zurück, die auf die tragischen Unfälle von Ayrton Senna und Roland Ratzenberger im Vorjahr reagierte.

Mika Häkkinen avancierte in den folgenden Jahren zu einem der erfolgreichsten Formel-1-Fahrer. Der Finne war bereits mit sechs Jahren im Kartsport aktiv und brachte es auf fünf Meistertitel. Er debütierte 1991 in der Formel 1 und absolvierte bis 2001 161 Rennen in der Königsklasse, von denen er 20 gewann. Mit McLaren-Mercedes wurde Häkkinen zweimal Weltmeister, 1998 und 1999. Nach seiner Rennpause fuhr Häkkinen von 2005 bis 2007 im Team AMG-Mercedes in der DTM. In dieser Zeit war der sympathische Finne auch zum ersten Mal als Werbeträger für Mercedes-Benz im Einsatz. Mika Häkkinen ist übrigens nicht nur auf vier Rädern schnell unterwegs, sondern auch mit dem Einrad: Als Jugendlicher besuchte er eine Zirkusschule, die er als gelernter Akrobat verließ.

Rot-weißer Mercedes McLaren von 1995 auf der Rennstrecke
McLaren-Mercedes Formel 1 MP 4/10
  • Baujahr: 1995
  • Zylinder: V 10
  • Hubraum: 2.997 cm³
  • Leistung: 699 PS / 514 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: 350 km/h
Bild des Mercedes-Benz Adventskalenders mit SL 55 AMG Safety Car

Mercedes-Benz SL 55 AMG Safety Car

Seit 1996 stellt Mercedes-Benz in jeder Saison das Safety Car und auch das Medical Car für die Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft. Seitdem sind es immer die Top-Modelle der Performance-Marke AMG, die für die Sicherheit auf den Rennstrecken der Königsklasse sorgen. Der SL 55 AMG kommt in den Jahren 2001 und 2002 zum Einsatz. Am Steuer: Bernd Mayländer, ehemaliger Tourenwagen- und GT-Sportwagen-Pilot – und seit 2000 offizieller Fahrer des Safety Cars der Formel 1.


Der Mercedes-Benz SL 55 AMG wurde 2001 und 2002 als Safety Car in der Formel 1 eingesetzt.

Im Vergleich zur Serie werden die SL-Typen der Baureihe R 230 für ihren Einsatz als Safety Car in der Formel 1 deutlich modifiziert. Das betrifft einerseits die Signal- und Kommunikationstechnik, um schnell reagieren zu können und auch unter widrigen Bedingungen eindeutig wahrgenommen zu werden: Typische Veränderungen sind der Einbau einer Signallichtanlage (Gelb und Grün) auf dem Dach sowie die Installation von Blitzlichtern in den Scheinwerfern und Rückleuchten. Dazu kommen zwei voneinander unabhängige Funkanlagen für digitalen und analogen Funkverkehr. Aber auch Antrieb und Fahrwerk werden optimiert, um das Feld der schnellen Formel-1-Fahrzeuge in den Safety-Car-Phasen auf der Rundstrecke anzuführen zu können.

Das Safety Car kam in der Formel 1 erstmals 1973 beim Großen Preis von Kanada zum Einsatz. Es setzt sich in kritischen Situationen mit niedrigerer Geschwindigkeit vor das Feld, um bei Gefahrensituationen, etwa nach einem Unfall oder bei extrem widrigen Wetterverhältnissen, das Rennen zu neutralisieren und die Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten. Bei Trümmerteilen auf der Fahrbahn, zeigt das vorausfahrende Safety Car beispielsweise, welche Fahrspur die Rennwagen sicher und unbeschädigt nehmen können. Seine orangefarbenen Blinkleuchten signalisieren absolutes Überholverbot. Das durchschnittliche Tempo liegt dabei immer noch bei weit über 200 km/h, damit Bremsen und Reifen der Formel-1-Boliden nicht zu sehr abkühlen und die Motoren – mangels Fahrtwind – nicht überhitzen. Wenn das Safety Car in die Boxengasse einbiegt, ist das „Normaltempo“ wieder freigegeben. Die neutralisierten Runden werden regulär mitgezählt.

Silberner SL 55 AMG von 2001 in der Ausstattung als Safety Car
Mercedes-Benz SL 55 AMG Safety Car
  • Baujahr: 2001
  • Zylinder: V8
  • Hubraum: 5.439 cm³
  • Leistung: 476 PS / 350 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: > 250 km/h
Bild des Mercedes-Benz Adventskalenders mit dem Penske-Mercedes Indy Car von 1994

Penske-Mercedes Indy Car PC23 (1994)

Die Ziellinie besteht aus Ziegelsteinen (bis 1935 die gesamte Strecke!), bei der Siegerehrung gibt es traditionell Buttermilch: Die Indianapolis 500, kurz Indy500, sind eines der ältesten und prestigeträchtigsten Hochgeschwindigkeitsrennen im Motorsport. Der Wettkampf wird schon seit 1911 ausgetragen und stellt über 500 Meilen (804,672 km) und 200 Runden die höchsten Ansprüche an Technik und Fahrer.

Das Penske-Mercedes Indy Car PC 23 mit der Startnummer 3 wurden von Paul Tracy pilotiert. Seine Teamkollegen waren Emerson Fittipaldi und Al Unser Jr.

Mit dem Penske-Mercedes PC23 kehrte Mercedes-Benz nach langer Pause in die Indy500 zurück. Nachdem 1993 der Vertrag zwischen Chevrolet und dem Ilmor Ingenieurbüro auslief, wurde Mercedes-Benz dessen neuer Sponsor. Im Auftrag von Mercedes-Benz lieferte Ilmor in einer Rekordzeit von nur 23 Wochen den neuen Stock-Block-Motor für das IndyCar. Motoren dieser Klasse dürfen nur zwei Ventile pro Zylinder aufweisen, die durch Stoßstangen über eine einzige, im Motorblock befindliche Nockenwelle betätigt werden.

Gleich im ersten Rennen holte Al Unser Jr. mit der Startnummer 31 im völlig überlegenen Penske-Mercedes den Sieg. Seine zwei Teamkollegen Emerson Fittipaldi und Paul Tracy fielen während des Rennens aus.

Während ein Formel-1-Rennwagen für die verschiedensten Rundstreckenkurse weltweit konzipiert wird, bringen die sogenannten ChampCars der US-amerikanischen CART-Serie hauptsächlich auf den heimischen Rennovalen mit überhöhten Kurven ihre beste Leistung. Der völlig neu konstruierte Achtzylinder-Turbomotor des PC23, dessen Ventile von einer im Motorblock liegenden Nockenwelle über Stößelstangen gesteuert werden, nutzte eine Lücke im Reglement: Motoren, die diesem antiquierten Konstruktionsprinzip folgen, durften mit höherem Ladedruck betrieben werden. Dies brachte dem Penske-Mercedes Team ein Leistungsplus von rund 147 kW (200 PS) gegenüber der Konkurrenz. Al Unser jr. gewann auf dem 703 Kilogramm leichten PC 23 das Rennen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 258,9 km/h.

Nach diesem spektakulären Sieg wurde das Reglement umgehend geändert, und so blieben die Indy500 von 1994 der einzige Renneinsatz des V8-Motors. Ab 1995 trat Mercedes-Benz in der CART-Serie in allen 17 Läufen des Jahres mit dem neu entwickelten 2,65 Liter V8-Turbo-Motor an. Al Unser Jr. wurde 1995 im Penske-Mercedes PC 24 Vizemeister und hält mit 412 km/h nach wie vor den Höchstgeschwindigkeits-Rekord.

IndyCar Penske-Mercedes in der Boxengasse beim den 500 Meilen von Indianapolis 1994
Penske-Mercedes Indy Car PC23 (1994)
  • Baujahr: 1994
  • Zylinder: V8
  • Hubraum: 3.429 cm³
  • Leistung: 1.024 PS / 753 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: 392 km/h
Bild des Mercedes-Benz Adventskalenders mit Mercedes Monza von 1924

Mercedes Monza

Der Mercedes Monza war das erste Achtzylinder-Automobil aus Stuttgart-Untertürkheim. Ein Entwurf von Ferdinand Porsche, seine erste eigenständige Konstruktion nach dem Eintritt in die Daimler-Motoren-Gesellschaft im Jahr 1923. Ferdinand Porsche löste dort Paul Daimler als Chefkonstrukteur ab.

Der größte Sieg des Mercedes Monza war der Gewinn des GP von Deutschland 1926 mit Caracciola am Steuer.

Der Mercedes Monza erzielte ab Mitte 1925 beachtliche Erfolge und sammelte bei nationalen Rennen seine Lorbeeren. Der größte Erfolg des Achtzylinders war der Sieg beim Großen Preis von Deutschland 1926 auf der Avus mit Rudolf Caracciola, der dort mit gerade einmal 24 Jahren überraschend seinen ersten großen Triumpf feierte – bei widrigsten Wetterbedingungen. Auch später galt Caracciola besonders bei Regen als schneller und sicherer Fahrer, was ihm den Spitznamen „Regenmeister“ einbrachte. Sein Name ist zudem unauslöschlich mit den großen Erfolgen der legendären Silberpfeile in den 1930er-Jahren verbunden. 2008 wurde der Wahl-Schweizer in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen.

Der Mercedes Monza absolvierte seine ersten Testfahrten im September 1924 beim Großen Preis von Italien – im Renntraining: Der 780 Kilogramm leichte, eigenwillige Zweiliter-Rennwagen war erst kurz zuvor fertiggestellt worden. Der Große Preis musste übrigens auf den Oktober verschoben werden. Beim Rennen selbst zog Daimler-Direktor Max Sailer nach einem Unfall kurz vor Rennschluss die Wagen zurück.

Historische Aufnahme Mercedes Monza mit Alfred Neubauer und Beifahrer Ernst Hemminger
Mercedes Monza
  • Baujahr: 1924
  • Zylinder: 8 / Reihe
  • Hubraum: 1.980 cm³
  • Leistung: 170 PS / 125 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Bild des Mercedes-Benz Adventskalenders mit SLS AMG Coupé Black Series

SLS AMG Coupé Black Series

Von „schwarzer Magie“ schreiben die Zeitschriften, wenn es um die Black Series Modelle von AMG geht, von „Fahrdynamik von einem anderen Stern“. Das insgesamt fünfte Black Series Modell der SLS AMG Coupé Black Series ist hinter diesem Türchen des Mercedes-Benz Adventskalenders zu bewundern. Die Highend-Version des Flügeltürers wurde von der Rennversion SLS AMG GT3 inspiriert und 2013 zum „Sportscar des Jahres“ gewählt.

Der SLS AMG Coupé Black Series wurde zum „Sportscar des Jahres“ 2013 gewählt

Der SLS AMG Coupé Black Series der Baureihe C 197 ist ein Paradebeispiel für den gelungenen Techniktransfer vom Motorsport auf die Straße. Das Modell fasziniert durch atemberaubendes Design und überragende Fahrdynamik. Grundlage für Dynamik und Performance sind zahlreiche Neuentwicklungen bei Motor, Kraftübertragung, Fahrwerk und Aerodynamik sowie konsequenter Leichtbau nach der Strategie „AMG Lightweight Performance“: So bestehen zahlreiche Karosserieelemente wie etwa die Motorhaube, die Innenraum-Rückwand hinter den AMG Sportschalensitzen, die Diagonalstreben am Unterboden und auch die Torque Tube zwischen Motor und Getriebe vollständig aus dem Motorsport-Werkstoff Carbon (CFK = kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff). Der serienmäßige Heckflügel fährt ab 120 km/h automatisch aus, alternativ ist aber auch ein feststehender und verstellbarer Carbon-Heckflügel im Stil des SLS AMG GT3 erhältlich. Mit einem Leergewicht von 1.550 Kilogramm erreicht der SLS AMG Coupé Black Series ein Leistungsgewicht von 2,45 kg/PS – der beste Wert aller Black-Series-Modelle – und ermöglicht eine Beschleunigung in nur 3,6 Sekunden auf Tempo 100. Gegenüber dem „normalen“ SLS AMG weist das Coupé ein Plus von 44 kW (60 PS) auf.

Auch akustisch präsentiert sich der starke AMG V8-Motor unverkennbar von der Rennstrecke inspiriert: Die völlig neu konzipierte AMG Sport-Abgasanlage, erstmals in Titan ausgeführt, verfügt über eigenständige Mittel- und Endschalldämpfer, was zu einem kräftigeren, noch markanteren Motorsound führt. Im Sinne bestmöglicher Standfestigkeit beim harten Rennstreckeneinsatz haben die Ingenieure von Mercedes-AMG bei Motor und Getriebe zahlreiche Optimierungen vorgenommen. Und auch beim SLS AMG Coupé Black Series gilt: Gefertigt wird der AMG 6,3-Liter-V8-Motor in Handarbeit nach der Philosophie „one man, one engine“ in der AMG Motorenmanufaktur in Affalterbach. Sichtbarer Beleg hierfür ist die für Black Series Modelle typische, schwarze AMG Motorplakette mit Unterschrift des verantwortlichen Motorenmonteurs.

Der SLS AMG Black Series Flügeltürer ist nach dem SLK 55 AMG Black Series (2006), dem CLK 63 AMG Black Series (2007), dem SL 65 AMG Black Series (2008) und dem C 63 AMG Coupé Black Series (2011) die fünfte Variante der Black Series. Der SLS AMG Coupé Electric Drive mit 552 kW rangiert leistungsmäßig noch über dem Black Series Modell.

Der SLS AMG Coupé Black Series in gelb
SLS AMG Coupé Black Series
  • Baujahr: 2013
  • Zylinder: V8
  • Hubraum: 6.208 cm3
  • Leistung: 631 PS / 464 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: 315 km/h
Bild des Mercedes-Benz Adventskalenders mit McLaren-Mercedes Formel 1 MP 4-20A

McLaren-Mercedes Formel 1 MP 4-20A

Der McLaren-Mercedes MP4-20A mit der Startnummer 10 wurde in der Saison 2005 von Juan Pablo Montoya gesteuert. Der Kolumbianer beendete das Jahr mit 60 Punkten und als Vierter in der Fahrerwertung, obwohl er am Anfang der Serie verletzungsbedingt für zwei Rennen ausfiel.

Der McLaren-Mercedes MP 4-20A im Adventskalender wurde 2005 von Juan Pablo Montoya pilotiert, der schließlich Gesamtvierter wurde.

Im Britischen Grand Prix holte Montoya dann seinen ersten Sieg für McLaren-Mercedes. Intern musste er sich jedoch in der Gesamtwertung klar seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen geschlagen geben, der mit 112 Punkten und sieben Siegen Vizeweltmeister wurde.

Der McLaren-Mercedes MP4-20A ist mit seinem fast komplett überarbeiteten Design deutlich von seinen Vorgängern zu unterscheiden. Aufgrund von Reglementänderungen im Jahr 2005 besitzt der Wagen ein neues Aerodynamik- und Fahrwerks-Setup: Das beinhaltet einen schmaleren Diffusor und einen weiter zur Fahrzeugmitte hin verschobenen Heckflügel. Ein verkürzter Radstand verbessert die Performance der Reifen. Ein weiteres Feature der Aerodynamik sind die „Hörner“, die direkt hinter dem oberen Lufteinlass über dem Fahrer sitzen. Diese Flügel verkleinern den Abtriebsverlust, der durch die neue, regelkonforme Aerodynamik entsteht.

In der Saison 2005 fuhren die McLaren-Mercedes zum letzten Mal in den Farben Grau und Schwarz. Zu Ende ging auch die Ära der bulligen V10-Motoren: Sie wurden in der folgenden Saison von kleineren 2,4 Liter V8-Motoren abgelöst. So leistungsstark wie 2005 waren die Formel-1-Fahrzeuge nie wieder.

Juan Pablo Montoya, dessen Bolide der Saison 2005 im Mercedes-Benz Adventskalender ausgestellt ist, wurde 1975 in Bogota geboren und debütierte 2001 in der Formel 1. Er startete 94-mal zu einem Formel-1-Rennen, erzielte 13 Pole Positions und entschied sieben Grand Prix für sich. 2005 und 2006 war er neben Kimi Räikkönen für das Team McLaren-Mercedes im Einsatz.

McLaren-Mercedes von Montoya in Führung beim Großen Preis von Italien 2005
McLaren-Mercedes Formel 1 MP 4-20A
  • Baujahr: 2005
  • Zylinder: V 10
  • Hubraum: 2.997 cm³
  • Leistung: 933 PS / 686 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: 350 km/h
Bild des Mercedes-Benz Adventskalenders mit 450 SLC Rallye

Mercedes-Benz 450 SLC Rallye

Mit dem Doppelsieg der Mercedes-Benz 300 SL bei der Carrera Panamericana in Mexiko schrieb Mercedes-Benz 1952 Rennsport-Geschichte. Ein Vierteljahrhundert später fügte der 450 SLC ein weiteres Erfolgs-Kapitel hinzu – wieder mit einem Doppelsieg. Diesmal bei der rund 30.000 Kilometer langen Südamerika-Rallye „Vuelta a América del Sur“, einem harten, strapaziösen Rennen durch zehn Länder. Das Reglement verbot leistungsgesteigerte Motoren, und so gingen die vier werksunterstützten Mercedes-Benz 450 SLC mit serienmäßigen 4,5 Liter V8-Aggregaten an den Start.

Der Mercedes-Benz 450 SLC Rallye unterstrich bei den Rennen seine Stabilität und schrieb Rallye-Erfolgsgeschichte.

Bei dieser strapaziösen Fahrt durch Südamerika im August und September 1978 stellte das schwere Coupé eindrucksvoll seine Stabilität unter Beweis: Trotz eines vierfachen Überschlags erreichte der Finne Timo Mäkinen als Vierter das Ziel des 40-tägigen Rennens mit rund 6.000 Kilometer Sonderprüfungen – mit einem lädierten, aber noch fahrbaren Auto. Gesamtsieger wurden Andrew Cowan/Bolin Malkin (GB) vor Sobislaw Zasada/Andrzej Zembrzuski. Auf den Plätzen folgten Anthony Fowkes/Klaus Kaiser (280 E), Timo Mäkinen/Jean Todt (450 SLC) sowie Herbert Kleint/Günther Klapproth (280 E). Der Doppelsieg war also genaugenommen ein Fünffachsieg.

Drei der vier 1978 bei der Südamerika-Rallye eingesetzten Mercedes-Benz 450 SLC sind noch erhalten. Optisch und auch technisch unterscheiden sie sich nur wenig von der Serienversion.

Mercedes-Benz 450 SLC auf staubiger Schotterpiste bei Südamerika-Rallye 1978
Mercedes-Benz 450 SLC Rallye
  • Baujahr: 1978
  • Zylinder: V8
  • Hubraum: 4.520 cm³
  • Leistung: Serienwert 217 PS / 160 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: ca. 220 km/h
Bild des Mercedes-Benz Adventskalenders mit Prinz-Heinrich-Wagen von 1910

Benz Prinz-Heinrich-Wagen (1910)

Die „Prinz-Heinrich-Fahrt“ ist seit Beginn des vergangenen Jahrhunderts eine der bekanntesten Motorsportveranstaltungen in Deutschland. Sie wurde 1907 als Tourenwagen-Konkurrenz vom begeisterten Automobilisten Prinz Heinrich von Preußen gestiftet und 1908 erstmals ausgetragen. Die Strecke Berlin – Breslau – Tatrafüred – Budapest – Wien – Salzburg – München hatte eine Gesamtlänge von 2.200 Kilometern. An der dritten Veranstaltung im Frühsommer 1910 beteiligte sich Benz mit zehn vollkommen neu konstruierten Spezial-Tourenwagen, die als Prinz-Heinrich-Wagen in die Geschichte eingingen: vier Exemplare mit 5,7 Litern und sechs mit 7,3 Litern Hubraum.

Der Prinz-Heinrich-Wagen von 1910 wies eine fortschrittliche Motorenkonstruktion auf.

Die Benz Prinz-Heinrich-Wagen wurden nur auf Kundenanforderung in Einzelstücken gebaut. Im Gegensatz zu den Prinz-Heinrich-Wagen der Vorjahre waren die Fahrzeuge von 1910 mit Kardanantrieb ausgerüstet und hatten eine aerodynamisch optimierte Karosserie mit einem charakteristischen Spitzheck. Für den 7,3-Liter-Tourenwagen hatte die Firma Benz & Cie. ihren ersten Motor mit Vierventiltechnik. Die konstruktiven Details dieses Fahrzeugs sind besonders gut dokumentiert, da einer der Wagen im Jahre 1911 im Laboratorium für Kraftfahrzeuge an der Technischen Hochschule Berlin eingehend geprüft und die Resultate anschließend publiziert wurden. Auf dem Leistungsprüfstand der Hochschule konnte man einen besonders hohen Betriebswirkungsgrad messen. Die Zusammenfassung der Messergebnisse stellte fest: „Die Benz-Werke sind auf Grund ihrer reichen Rennerfahrungen fast bis an die Grenze des Erreichbaren gegangen und haben insbesondere den Eigenverlust auf das für die heutige Entwicklungsstufe des Motorbaus erreichbare Minimum gebracht.“

Die Prinz-Heinrich-Wagen brachten es auf ein Gewicht von 1.300 Kilogramm. Vorn fehlten Bremsen gänzlich – dafür verfügten sie über eine Fußbremse, die auf die Getriebeabtriebswelle wirkte, sowie eine Außenhandbremse für die Hinterräder. Die Holzspeichenräder waren mit Blechscheiben verkleidet. Trotz der fortschrittlichen Motorenkonstruktion belegte der bestplatzierte 7,3-Liter-Wagen mit Arthur Henney bei der Prinz-Heinrich-Fahrt nur den achten Platz. Der von Fritz Erle gesteuerte 5,7-Liter-Wagen erreichte Platz fünf.

Grüner Benz Prinz-Heinrich-Wagen von 1910 mit Startnummer 38
Prinz-Heinrich-Wagen (1910)
  • Baujahr: 1910
  • Zylinder: 4 / Reihe
  • Hubraum: 7.272 cm³
  • Leistung: 100 PS / 73 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: 134 km/h