27. April 2017
Fahrzeuge | Dortmund

Batterie in
XXL

Etwa 15 Kilometer vor den Toren Dortmunds geht in diesem Jahr eine extragroße Batterie ans Netz. Nach einjähriger Bauzeit steht hier der weltweit größte Second-Use-Energiespeicher. Das Besondere dabei: Die Anlage besteht ausschließlich aus gebrauchten smart Batterien – eine besondere Form des Recyclings und nachhaltiger Umweltschutz.

Akkus sind längst eine etablierte Alternative zu umweltbelastenden Einwegbatterien. Im Automobilbereich sind sie ein wichtiger Baustein für die Mobilität der Zukunft – und die ist elektrisch. Die Daimler AG ist Vorreiter bei der Entwicklung dieser innovativen Technologie. Das gilt auch für die Nutzungsszenarien. Ein Beispiel dafür ist der Second-Use-Energiespeicher.

Der smart fortwo von Daimler versorgt den Batteriespeicher mit Energie.
Das perfekte Stadtauto: der smart fortwo electric drive (Stromverbrauch kombiniert: 12,9 kWh/100km, CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km).

Hinter den Toren einer Lagerhalle im westfälischen Lünen wird eine Batterie im XXL-Format zusammengebaut. Insgesamt 1.000 Systeme aus smart fortwo electric drive Fahrzeugen der zweiten Generation wurden hier miteinander verbunden und zu einem großen, zusammenhängenden Energiespeicher gebündelt. Die Batteriesysteme, die Fahrzeuge mit Energie versorgen, haben eine Funktionszeit von etwa zehn Jahren. Nach Ablauf dieser Zeit sind sie immer noch funktionsfähig – es kann nur sein, dass aus technischen Gründen das volle Potenzial nicht mehr ausgeschöpft werden kann. In diesem Fall kommen sie im XXL-Akku zum Einsatz. Teile davon sind bereits in Betrieb, die komplette Anlage soll bis Ende des Jahres am Netz sein.

Genug Strom für eine kleine Stadt

Der Riesen-Akku speichert bis zu 13 Megawatt – das reicht, um den Verbrauch einer Stadt mit 85.000 Einwohnern eine Stunde lang sicherzustellen. Nicht schlecht für eine Ansammlung ausgedienter smart-Teile. Auf diese Weise ist ein wirtschaftlicher Betrieb der Module für schätzungsweise zehn weitere Jahre möglich, der wirtschaftliche Nutzen wird somit verdoppelt. Nachhaltigkeit in Perfektion.

Die ausrangierten Daimler Elektromodule im Batteriespeicher in Lünen
1.000 ausrangierte smart Elektromodule bilden den Second-Use-Energiespeicher.

Damit liegt das Projekt ganz klar im Trend: Bis zum Jahr 2025 sollen 40 bis 45 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energien produziert werden. Bis 2035 sollen es gar 55 bis 60 Prozent sein. Ein Nachteil der Konzentration auf alternative Stromerzeugung sind jedoch die starken Schwankungen, mit denen man dabei leben muss. Bei Wind- und Sonnenenergie sind Lücken in der Versorgung vorprogrammiert. Wenn Windkraftanlagen und Solarkraftwerke keinen Strom erzeugen, wird die gespeicherte Energie aus den smart Batterien zur Verfügung gestellt. Damit spielt der Second-Use-Speicher eine Schlüsselrolle bei der Stabilisierung der Stromnetze.

Daimler Batteriespeicher: So funktioniert der Kreislauf.
Geschlossener Kreislauf: Der Batteriespeicher ist ein wichtiges Glied in der Wiederverwertungskette der E-Mobilität.

Und damit nicht genug, denn der Speicher in Lünen ist nur ein Glied in der Wiederverwertungskette. Gemeinsam mit drei Partnerunternehmen hat Daimler einen perfekten Kreislauf geschaffen: Von der Herstellung der Batterien über den Einsatz in Elektrofahrzeugen, die Zweitverwertung in Lünen bis hin zum Recycling der Rohstoffe und dem Wiedereinsatz in neuen Fahrzeug-Akkus ist die Wertschöpfungskette ein gutes Beispiel für durchdachte Nachhaltigkeit.

Die XXL-Batterie in Lünen ist erst der Anfang – weitere Projekte dieser Art werden folgen. Doch vorerst steht die weltweit größte Batterie ihrer Art mitten in Westfalen.