22. August 2016
Fahrzeuge | Mannheim-Heidelberg-Landau

Sicherheit fährt vor

Bei dem Transport und der Lagerung von hochsensiblen Pharma-Produkten setzt Frigo-Trans auf eine leistungsstarke, qualifizierte Fahrzeugflotte und ein modernes Pharma Logistik Center – und garantiert so die Sicherheit von wichtigen Arzneistoffen.

Frigo-Trans-Geschäftsführer Peter Norheimer vergleicht sein Geschäft gerne mit der Champions League, der Königsklasse des Fußballs. „Um in der Pharmalogistik mitspielen zu können, muss man permanent Spitzenleistungen bringen.“ Im Auftrag von internationalen Pharmakonzernen lagert Frigo-Trans ihre Produkte und liefert sie an Großhändler aus. Die Qualitäts- und Hygieneansprüche sind hoch, es gelten strenge Regeln. Schließlich geht es hier um den temperaturgeführten Transport sowie die Lagerung hochsensibler und zum Teil lebensnotwendiger Arzneistoffe und Blutplasma. „Man muss sich vor Augen führen, welche Verantwortung wir haben. Irgendwo warten Patienten auf ihre Medikamente“, sagt Peter Norheimer. Auch die Sicherheit der Ware liegt in den Händen von Frigo-Trans. „Wenn die Kühlkette unterbrochen wird, können die Arzneimittel ihre Wirkung verlieren oder verändern“, erklärt er. Ganz zu schweigen von dem wirtschaftlichen Schaden: „Manche Paletten haben einen Warenwert von 1,3 Millionen Euro.“

Hightech auf Rädern

Damit die wertvolle Fracht keinen Schaden nimmt, setzt Frigo-Trans auf eine lückenlose Kühlkette, die kontinuierlich überwacht, dokumentiert und eingehalten wird. Das Konzept des „Cool Chain Control“-Systems basiert auf vier Säulen. Da sind zunächst die qualifizierten Mitarbeiter, die regelmäßig geschult werden. „Unsere Fahrer müssen nicht nur die Lkw steuern, sondern auch die Kühlanlagen bedienen können und natürlich wissen, was im Notfall zu tun ist.“ Hat ein Lkw einen Unfall oder eine Panne, klingelt das Handy von Peter Norheimer, auch nachts und am Wochenende. Innerhalb von drei Stunden muss eine Lösung gefunden werden. Es ist schon vorgekommen, dass sich der Geschäftsführer selbst auf den Weg gemacht hat. Der Pfälzer packt gerne an, besitzt einen Lkw-Führerschein und hat eine große Leidenschaft für Fahrzeuge. Sie sind eine weitere wichtige Basis der Firma.

Der betriebseigene Fuhrpark umfasst 20 Sattelzüge, darunter sind größtenteils Actros Sattelzugmaschinen von Mercedes-Benz mit innovativer Technik. Herzstück der Flotte sind die sogenannten Pharma-Liner® Trailer, die von Norwegen bis Griechenland in ganz Europa unterwegs sind. Die „rollenden Safes“ sind mit zahlreichen Sicherungsmechanismen ausgestattet. Ein maßgeschneidertes Temperatur- und Zirkulationssystem sorgt dafür, dass im gesamten Laderaum durchgängig die geforderten Verhältnisse herrschen. Durch eine thermische Trennwand, die variabel platzierbar ist, ist es möglich, zwei verschiedene Temperaturbereiche im Fahrzeuginneren zu schaffen. So kann Frigo-Trans auch Teilladungen anbieten. „Bei uns können sich Kunden einen Trailer teilen. Wir garantieren natürlich die jeweiligen Bedingungen für jedes Produkt an Bord“, sagt Gesellschafter Walter Buchholz. Alle fünf Minuten werden Frachttemperatur, Dieselfüllstand und die Position des Fahrzeugs an die Disposition gesendet. Auch die Kunden können über ein Onlineportal alle relevanten Daten prüfen. Für die Datensicherheit sorgt die IT-Abteilung als dritter Baustein des „Cool Chain Control“-Systems.

Das Management von Frigo-Trans: Geschäftsführer Peter Norheimer und Gesellschafter Walter Buchholz (von links); Die qualifizierten Lager von Frigo-Trans in Fußgönheim
Das Management von Frigo-Trans: Geschäftsführer Peter Norheimer und Gesellschafter Walter Buchholz (von links).
Frigo-Trans Mitarbeiter bei der Arbeit im Büro und im Lager.
Mitarbeiter in der Disposition von Frigo-Trans und Geschäftsführer Peter Norheimer (unten) im Pharmalager.
Die qualifizierten Lager von Frigo-Trans in Fußgönheim
  • Gegründet:

    1988, zunächst als regulärer Speditionsbetrieb

  • Leitung:

    Peter Norheimer (Geschäftsführer), Walter Buchholz (Gesellschafter)

  • Mitarbeiter:

    125

  • Standorte:

    Deutschland, Schweiz, Griechenland

  • Fahrzeuge:

    20 Zugmaschinen, 85 qualifizierte Trailer, davon 53 Pharma-Liner®

  • Lagerfläche:

    16.000 Quadratmeter qualifizierte Lagerfläche in Deutschland und Griechenland; 18.000 Quadratmeter kundenspezifische Lager

Arbeiten bei minus 25 Grad

Das Pharmalager von Frigo-Trans in Fußgönheim ist eines der modernsten in Europa. Es wurde im April 2015 in Betrieb genommen. Hier können Arzneistoffe in allen drei pharmarelevanten Temperturzonen gelagert werden: bis minus 25 Grad, zwischen plus zwei und acht Grad und zwischen plus 15 und 25 Grad Celsius. Der Zutritt wird über eine elektronische Kontrolle geregelt. Zutritt haben nur Personen, deren individuelle Profile hinterlegt sind. Neongrüne Westen weisen Besucher deutlich sichtbar aus. Wer den minus 25 Grad kalten Teil betreten will, braucht Spezialkleidung. „In diesem Bereich tragen unsere Mitarbeiter dicke Daunenjacken, gefütterte Hosen, eine Mütze und Handschuhe. Und sie dürfen sich hier maximal 20 Minuten aufhalten, danach ist ein einstündiger Aufenthalt im Warmbereich Pflicht“, erzählt Peter Norheimer. Die gesamten Lager- und Transportvorgänge werden ständig überwacht und dokumentiert. Zudem wird jede Palette fotografiert und ihr Weg per Video aufgezeichnet. Sichtlich stolz ist der Chef auf die Lkw-Andockstationen. „Ein technisches Meisterwerk. Dank der modernen Rampentechnik aus den USA können wir garantieren, dass die Kühlkette beim Be- und Entladen der Fahrzeuge nicht unterbrochen wird.“ Ein weiteres Stück Sicherheit für die Pharmahersteller, die die empfindlichen Medikamente in die Obhut von Frigo-Trans geben – und für die Patienten, die auf sie angewiesen sind.

Fotos: © Kay Blaschke, © Frigo-Trans