31. Oktober 2018
Fahrzeuge | Mainz

Der von den Sternen träumt

Der Immobilienunternehmer Khaled Ezzedine hat sich einen Traum erfüllt: Mit Startimer hat er in Mainz-Kastel einen Tempel geschaffen für legendäre Automobilklassiker aus der Geschichte von Mercedes-Benz. Das Schöne daran: Er lässt die Fans schöner Autos an seinem Traum teilhaben.

Könnten die Autos bei Startimer reden, dann würden viele mit ihren Erzählungen ein eigenes Buch füllen. Rund 60 Fahrzeuge zeigt Khaled Ezzedine in der Oldtimer-Ausstellung, Sternstunden des Automobilbaus – darunter Modelle, die Geschichte geschrieben haben wie der 600er Pullman und die Pagode, der SL der 60er-Jahre. Was vor vielen Jahren mit dem berühmten „ersten Mercedes“ begann, hat sich für ihn zu einer wahren Leidenschaft entwickelt. Mehrmals im Jahr fliegt der ehemalige Pilot in die USA, um sich auf den großen Auktionen oder bei privaten Sammlern umzuschauen. Und meistens kehrt er mit einem neuen Auto zurück.

„Einzigartige Kunstwerke, in denen sich technische Präzision, Funktionalität und Komfort in einem geradezu zeitlosen, aber gleichsam unverwechselbaren Design präsentieren, das Emotionen weckt“, schwärmt Khaled Ezzedine auf der Homepage von Startimer, warum es ihm gerade die Klassiker von Mercedes-Benz angetan haben. Im Interview verrät der Autonarr, wie die Liebe zu Mercedes entstanden ist, warum er die Fahrzeuge öffentlich zeigt und welchen Traum er sich noch erfüllen will.

In seiner Ausstellung
Sein ganzer Stolz: In den vergangenen Jahren hat der Unternehmer Khaled Ezzedine rund 60 Klassiker von Mercedes-Benz erstanden.
Herr Ezzedine, viele Besitzer exklusiver Oldtimer hüten ihre Schätze wie ihren Augapfel. Warum haben Sie sich entschieden, Ihre Fahrzeuge in einer Ausstellung öffentlich zugänglich zu machen?

Ursprünglich hatte das ganz praktische Gründe. Ich hatte vorher mehrere Hallen mit einer Fläche von insgesamt 10.000 Quadratmetern gemietet, um die Fahrzeuge unterzubringen – was natürlich eine ganze Menge Miete kostet. Ein Architekt hat mir dann vorgeschlagen, auf meinem Grundstück hier in Kastel eine Tiefgarage zu bauen, in der die Fahrzeuge geschützt sind. Aber das fand ich schade um die schönen Autos. Deshalb bin ich 2017 auf die Idee gekommen, Startimer zu gründen und die Sammlung für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen – mit einem kleinen Café. Wir haben hier täglich um die 20 Besucher.

Also ein privates Museum?

Nicht ganz. Wir sind kein Museum. Das wäre mit verschiedenen Regularien verbunden, und das wollte ich nicht. Ich bin ein unabhängiger Mensch. Außerdem bin ich auch als Autohändler registriert, das heißt, es handelt sich um eine Fahrzeugausstellung wie in einem Autohaus – nur dass man bei uns Oldtimer sieht. Darüber hinaus ist Startimer mein Büro, wo ich Geschäftspartner und Besucher empfange.

Verzeihen Sie trotzdem die indiskrete Frage, aber woher stammt das Geld für eine Sammlung dieser Größe?

Zwischen meinem 18. und 29. Lebensjahr war ich elf Jahre lang Pilot für Gulf Air, die Fluggesellschaft des Königreichs Bahrain. Ich habe rund 21.000 Flugstunden absolviert. Als Pilot verdient man dort auch heute noch gut. Doch irgendwann war mir das Cockpit zu eng. Ich habe gekündigt und eine großzügige Abfindung erhalten. Hinzu kommt, dass ich all die Jahre bescheiden gelebt habe. Von dem Startkapital habe ich meine Immobiliengesellschaft gegründet. Ich kaufe Grundstücke und entwickle darauf Immobilien. Gerade bauen wir zum Beispiel am Zollhafen 43 Wohnungen. Wir können gar nicht genug bauen.

„Ich bin von Kopf bis Fuß auf Stern eingestellt.“Khaled Ezzedine

Der Startimer-Chef sagt von sich:
So oft es geht, fährt Khaled Ezzedine den 190 SL und andere Fahrzeuge selbst aus.
Warum begeistern Sie sich vor allem für Klassiker von Mercedes-Benz?

Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann und wie genau die Liebe zu Mercedes entstanden ist. Meinen ersten Mercedes habe ich mit 19 Jahren gekauft, einen W 123, den Vorläufer der E-Klasse. Der Wagen hat 2.000 Mark gekostet und hatte schon 250.000 Kilometer auf dem Tacho. Mit dem Sammeln habe ich erst vor etwa zehn Jahren begonnen. Zu der Zeit habe ich in den USA studiert und mir hat jemand einen 560 SL der Baureihe W 107 angeboten. Den Wagen musste ich einfach haben.

Warum ausgerechnet dieses Auto?

Ich war in den 80er-Jahren ein großer Fan von „Hart aber herzlich“. In der Serie fährt Robert Wagner als Jonathan Hart auch so einen SL. Aber anfangs hatte ich nicht vor, die Autos zu sammeln. Das hat sich einfach entwickelt. Als es dann fünf oder sechs Autos waren, wurde es eine bewusste Entscheidung. Inzwischen sind es 60. Ich gebe es zu: Ich bin unersättlich (lacht). Aber ich stamme aus einfachen Verhältnissen und habe mir das alles selbst aufgebaut. Darauf bin ich stolz.

Hat man bei so vielen Autos überhaupt noch eine Beziehung zu dem einzelnen Fahrzeug?

Oh ja, ich kenne jedes Auto, schließlich habe ich alle selbst gekauft. Wir führen über jedes Exemplar Buch. Und so oft es geht, fahre ich die Autos auch selbst aus. Das Schöne ist, dass ich jeden Tag etwas Neues dazulerne und sich mein Wissen immer mehr vergrößert.

Welches ist Ihr Lieblingsauto?

Das ist bei so vielen schönen Autos schwer zu sagen. Ein Highlight ist sicher der 600er Pullman, den ich bei Karl Middelhauve erstanden habe. Mit 7,92 Metern ist er der längste seiner Art.

Haben Sie einen Tipp, welche Mercedes sich als Wertanlage anbieten?

Großes Potenzial sehe ich in der Baureihe W 107, dem Nachfolger der Pagode. Der steigt jährlich im Wert. Deshalb habe ich mir 29 Exemplare zugelegt (lacht). Aber auch der SLS und der GT S von Mercedes-AMG haben das Zeug zum Klassiker.

Gibt es einen Traum, den Sie sich noch erfüllen möchten?

Mein Traum wäre der „El Benzo“, ein Pickup auf Basis des 600er. Ich weiß, wo sich ein Exemplar befindet und bin schon mit dem Besitzer in Verhandlungen. Aber bis jetzt möchte er leider noch nicht verkaufen.

Der Stern von Mercedes-Benz ist bei Startimer an allen Ecken und Enden zu finden.
Sternstunden erleben
  • Café Startimer:

    Kaffee und Kuchen im stilvollen Ambiente zwischen Klassikern von Mercedes-Benz

  • Öffnungszeiten:

    Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr

  • Ruhetag:

    Montag und Dienstag

  • Kontakt:

    Tel. 06134 – 258 9940

startimer in Mainz

Startimer – Stilvoll altern

Startimer GmbH
Ludwig-Wolker-Straße 2a
55252 Mainz-Kastel
www.startimer.de