17. März 2016

Der Toskana so nah:
Frankfurts Speisekammer

Toskana. Ein Wort genügt, und man hat den Geruch von Thymian und Basilikum in der Nase und das leuchtende Rot von Chianti und frischen Tomaten vor Augen. In einer alten Industriehalle im Cassellapark in Frankfurt-Fechenheim lebt seit 2012 ein Stück Toskana: Hier können Sie in den Genuss der „La Vialla“-Spezialitäten kommen. Benvenuto!

Vor der Tür ein schlichtes Holzschild, drinnen probieren Kunden an rustikalen Holztischen Wein und Olivenöl aus dem Chianti, Pecorino, Soßen und Kekse sowie frisch zubereitete Pasta. Auf Paletten stehen große Kartons mit dem Schriftzug der „Fattoria La Vialla“.

Fest in Familienhand

1978 hatten Piero und Giuliana Lo Franco das kleine verlassene Landgut Cà dell’Oro in der Nähe von Arezzo gekauft. Ursprünglich wollten sie – nur für den Hausgebrauch und um Freunde zu bewirten – den zugehörigen Weinberg, die Olivenbäume und den Gemüsegarten rund um das Haus wiederbeleben. Doch in den folgenden Jahren kauften sie nach und nach weitere verlassene Höfe, darunter das Landhaus „La Vialla“. Mit den mittlerweile größer gewordenen Söhnen Gianni, Antonio und Bandino wurden die Restaurierungsarbeiten und die Wiederbewirtschaftung der Felder nach und nach erweitert und zu einem biodynamischen Unternehmen entwickelt. Inzwischen gehört die „Fattoria La Vialla“ zu den größten Biobetrieben Italiens und hat auch in Deutschland viele Anhänger. Die Erzeugnisse werden direkt in den verschiedenen kleinen Küchen der Fattoria mit kurzen Wegen vom Feld in die Küche hergestellt und ohne Zwischenhändler an die Kunden versandt.

La Vialla: ein exklusiver Genuss

„Durch diese Art des Verkaufs und der speziellen Produktion sind die Preise relativ günstig. Aber viele Kunden wollten die Produkte vorher probieren“, erzählt Stefan Maxeiner, Repräsentant von La Vialla in Deutschland. Daher hat das Unternehmen 2012 in der Industriehalle seinen ersten Laden eröffnet. „Wir haben zwei Jahre lang eine Location gesucht, deren bodenständiges Flair zu uns passt. Die Idee ist langsam gereift – wie alles, was La Vialla macht.“

La Vialla Frankfurt Speisekammer Korb mit Spezialitaeten und Baecker mit Brot

Die Frankfurter Speisekammer

Die „Speisekammer“ in Frankfurt-Fechenheim wurde quasi durch die große Nachfrage der Kunden geboren. Sie sowie Freunde der Familie kamen auf die Idee, eine Art Vorratskammer zu eröffnen, in der man alle neuen Erzeugnisse und Weinjahrgänge verkosten und das Sortiment der Geschenkkörbe entdecken kann. Zutritt zur Speisekammer erhält man nur mit einer elektronischen Schlüsselkarte aus Olivenholz. „Wir wollen, dass sich unsere Kunden mit uns beschäftigen“, erläutert Maxeiner das exklusive Konzept.

La Vialla Frankfurt Speisekammer dekorierte Lagerhalle Spezialitaeten
Liebevoll dekoriert werden die La Vialla-Produkte in der Frankfurter Speisekammer präsentiert und zur Verkostung bereitgestellt.

Eine Lebenseinstellung, eine Familie

Die „Viallini“ betrachten sich als große Familie. Die liebevoll gestalteten Prospekte enthalten viele Fotos der Gründer, die darin ihre Philosophie erläutern. Sie sehen den Boden als wichtigste Grundlage für ihre Produkte und achten bei allem, was sie tun, auf den schonenden und nachhaltigen Umgang mit den Menschen und Ressourcen. Für Stefan Maxeiner ist La Vialla daher mehr als gesunder Genuss: „La Vialla ist eine Lebenseinstellung."

La Vialla Frankfurt Speisekammer Stefan Maxeiner liefert Produkte aus und trinkt Wein auf einer Bank
Manchmal liefert Stefan Maxeiner eine Kiste mit frischen „La Vialla“-Produkten auf seinem Heimweg schnell selbst aus. Hin und wieder lässt er seinen Arbeitstag aber auch vor seiner „Speisekammer“ in Frankfurt auf italienische Art ausklingen.

Fotos: © Jochen Kratschmer