30. Januar 2017

Auf einen Gin bei Finn

Wer mit Ina Finn spricht, bekommt direkt Lust, sich auf eine Reise zu begeben. Eine Reise durch die weite Welt des Gins. Von floral über fruchtig bis kräftig: Welcher Gin-Typ bin ich? In den Tastings von Ina Finn in der Villa Verde in Hamburg finden es die Teilnehmer in jedem Fall heraus.

Queen Mum, Winston Churchill und Joanne K. Rowling sind und waren bekennende Gin-Fans. Doch Gin ist längst nicht mehr nur „very British“, sondern auch hierzulande populärer denn je. Frau Finn, wie erklären Sie sich diesen Trend?

Die wenigsten haben mit Gin negative Erfahrungen gemacht, anders als beispielsweise mit Tequila. Gin Tonic hat eine Leichtigkeit, und Männer wie Frauen sind diesem Getränk gegenüber aufgeschlossen. Viele verknüpfen damit auch schöne Urlaubserinnerungen. Gin hat eine Fröhlichkeit, die mitschwingt. Zudem ist die Vielfalt des Gins unerschöpflich. Es lassen sich viele Aromen kombinieren. Der Trend Gin ist noch lange nicht ausgereizt.

Was meinen Sie genau mit Vielfalt?

Für Gin werden zur Aromatisierung „Botanicals“ verwendet. Das können Gewürze, Samen, Kräuter, Wurzeln, Früchte, Schalen von Zitrusfrüchten und Blüten sein. In der Regel ist Wacholder das wichtigste Aroma im Gin. Das ist auch das einzig Verbindliche an der Spirituose. Jeder Brennmeister und jede Marke hat ein ganz eigenes Rezept. Für viele Gins werden regionale Zutaten verwendet, das verleiht jeder Marke eine unverkennbare Note. Daraus ergibt sich eine riesige Vielfalt an Geschmacksrichtungen. Gin kann nun mal in jedem Land, unabhängig von den Anbauvoraussetzungen, hergestellt werden. Ich schätze, es gibt derzeit mindestens 1.000 unterschiedliche Gin-Sorten. Und die Zahl und Variationen der Botanicals und Aromen, die man kombinieren kann, werden noch steigen.

„Weniger ist manchmal mehr. Die Spirituose sollte immer im Vordergrund stehen.“Ina Finn

Ina Finn gibt Gin Tasting in Hamburg
Ina Finn ist gelernte Hotelfachfrau, Sommelière und hat ihr Diploma in Wines & Spirits. In ihren Veranstaltungsräumen der Villa Verde in Hamburg gibt sie regelmäßig Schulungen und Tastings.
Wie viel Vielfalt erwartet denn die Teilnehmer Ihrer Gin-Tastings in der Villa Verde?

In meinen genussvollen Abenden geht es mir vor allem darum, ein abwechslungsreiches Repertoire an angesagten Gin-Sorten zu zeigen, die die wenigsten kennen. Das reicht von klassisch, hip, nobel bis hin zu Neuentdeckungen. Da man Gin aber selten pur trinkt und der normale Gast mit ausschließlich purem Gin überfordert wäre, gibt es als Einstieg einen Aperitif ohne Tonic, wie beispielsweise Gin mit einem Traubensaft, und sieben bis acht weitere Gins mit Tonics oder anderen Fillern. Dazu wird ein begleitendes Vier-Gänge-Menü serviert, das sich saisonal ändert. Unterm Strich soll es für jeden ein verträglicher Abend sein – mit einem Tag danach, der ebenfalls als angenehm empfunden wird.

Weiß ich nach Ihrem geistreichen Gin-Seminar, welcher Gin der richtige für mich ist?

Absolut. Zunächst stelle ich klassische Stile vor wie den London Dry Gin, bei dem der Wacholder sehr im Vordergund steht. Danach gibt es beispielsweise einen New Western Style, bei dem er mehr im Hintergund bleibt. So zeige ich nach und nach, welche unterschiedlichen Gattungen es gibt. Einige sind besonders floral, andere besonders fruchtig, wiederum andere eher kräftig. Auch die Welt der Filler wächst, sodass es eine große Bandbreite an Möglichkeiten gibt. Am Ende des Abends weiß jeder Teilnehmer, wie er seinen Gin am liebsten trinkt.

Wer besucht Ihre Tastings?

In der Regel sind es diejenigen, die sich gerade mit dem Thema Gin befassen und die vor allem das klassische Gin-Programm wie Bombay Sapphire und Hendrick’s kennen, jedoch neugierig auf mehr sind.

Wie schaffen Sie es, diese Neugierde zu befriedigen? Woher holen Sie sich immer wieder neue Inspirationen?

Ich bin sehr viel unterwegs, halte immer Augen und Ohren offen und hole mir auf meinen Reisen, auf Messen, Veranstaltungen und aus einer Vielzahl von Büchern immer wieder neue Ideen und Inspirationen. Mir ist es wichtig, immer in Bewegung zu bleiben, sodass keines meiner Seminare eine Wiederholung ist.

Ihr Tipp in Sachen Gin?

Weniger ist manchmal mehr. Viele Bars versuchen, das Besondere mit vielen Zutaten zu kredenzen. Dabei sollte immer die Spirituose im Vordergrund stehen. Meine Erfahrung ist, dass Obstbrenner in der Regel die besten Gins produzieren, denn das Destillieren ist eine Handwerkskunst. Wer dann noch neugierig und für verschiedene Kombinationen offen ist, der liegt mit Gin genau richtig.

Ina Finns Aperitif-Tipp
„Gin & Juice royal“
  • Zubereitung:
    5 cl Gin (Ina Finn nimmt hierzu Xoriguer-Gin)
    5 cl roter Traubensaft (Ina Finn greift hierzu zu einem Zweigelt-Traubensaft vom Weingut Meinklang aus Österreich)
    Ein Schuss frischer Zitronensaft
    Mit Cava brut aufgießen.
    Das Ganze am besten mit Crushed Ice servieren.

Geistreiche Gin-Seminare in der Hamburger Villa Verde

  • Termine:
    Freitag, 26. Mai 2017
    Samstag, 3. Juni 2017
    Freitag, 30. Juni 2017
    Samstag, 8. Juli 2017
    Freitag, 14. Juli 2017
  • Beginn: 19:30 Uhr
  • Kosten pro Person: 97 Euro
Veranstaltungsräume der Gin Tastings in der Hamburger Villa Verde

Villa Verde

Eimsbütteler Chaussee 37
20259 Hamburg

Telefon: +49 40 88128027

www.villa-ver.de