22. Februar 2017

Ready for Take Off

Endlich ist es so weit: Das Planetarium Hamburg öffnet seine Himmelspforten. Nach anderthalbjähriger Bauzeit bietet das Sternenhaus seinen Besuchern zur Neueröffnung noch mehr Fläche, moderne Gastronomie und atemberaubende Himmelsexkursionen.

Es ist das Wahrzeichen des Hamburger Stadtparks: das denkmalgeschützte Planetarium. Stolze 65 Meter ragt der ehemalige Wasserturm in den Himmel und bietet von seiner Außenplattform freie Sicht über die Grünflächen bis hin zum Stadtparksee und darüber hinaus. Noch viel weiter reicht der Blick aus dem Inneren des Gebäudes – hinauf bis ins All, zu unzählbaren Sternen, zu fernen Galaxien. Die Hamburger lieben ihr Planetarium – und nicht nur sie: Seit dem Umbau zu Beginn des Jahrtausends kamen pro Jahr weit mehr als 300.000 Besucher, die mittels weltweit führender Technik beeindruckende Sternenabenteuer erlebten. Thomas W. Kraupe, Astrophysiker und seit dem Jahr 2000 Planetariumsdirektor, erklärt die Faszination für das Weltall so: „Der Blick in die Weiten des Raums konfrontiert die Menschen automatisch mit dem Unbegreiflichen, dem Unendlichen, mit existenziellen Fragen. Die Auseinandersetzung damit ist unglaublich spannend. Und wir bieten für die Fragen nach unserer Herkunft und Zukunft eine einzigartige Arena gleichermaßen für Herz und Verstand.“

Auf zu den Sternen: Das Planetarium wächst

„Das Planetarium ist Wellness und Trainingscamp für die Sinne.“Thomas W. KraupeHerzstück der nun abgeschlossenen Baumaßnahmen, die im August 2015 begannen, war der begrünte Sockel rund um den roten Backsteinturm. Hier wurde ein neues Erdgeschoss geschaffen, in dem die Mitarbeiter des Planetariums jetzt ihre Büros haben. Ausstellungsfläche sowie das Café Nordstern mit Außenterrasse finden in dem beeindruckenden Rund ebenfalls ihren Platz. Der Übergang zum ehemaligen Foyer und jetzigen Obergeschoss ist offen gestaltet – das fantastische Sternengemälde lässt sich nun gleich von zwei Etagen aus bestaunen. Veränderungen gab es auch im Sternensaal – dort wurde unter anderem die Simulations- und Projektionstechnik modernisiert. Der Saal ist ebenso wie die Außenplattform barrierefrei mit Fahrstühlen zu erreichen.

Der Astrophysiker Thomas W. Kraupe ist seit dem Jahr 2000 Direktor des Hamburger Planetariums.
Thomas W. Kraupe, Direktor des Planetariums Hamburg.

Himmlische Perspektiven

Wenn das Planetarium nun wieder eröffnet, erwarten die Besucher zusätzliche 1.200 Quadratmeter und ein beeindruckendes Programm. Längst nämlich hat sich der mächtige Turm zum Kulturzentrum entwickelt und wird nicht ohne Grund auch „Sternentheater“ oder „kosmisches Schauspielhaus“ genannt. So geht es einerseits um – zweifelsohne spektakuläre – Shows, die die Besucher in die unendlichen Weiten des Alls entführen. Andererseits zeigen Direktor Kraupe und sein Team den Zuschauern aber auch neue Perspektiven auf: „Das Planetarium ermöglicht den Blick nach außen, aber eigentlich dient es dem Blick zurück auf die Welt und letztlich auf uns“, so Kraupe. „Vor der Größe des Kosmos fühlt man sich klein wie ein Staubkorn. Aber trotzdem sind wir nicht ohne Bedeutung. Denn letztendlich sind wir es, die die Zukunft unserer Welt in der Hand haben.“

Die Inszenierung „Supervulkane – Feuerberge im Sonnensystem“ ist eine spektakuläre 360-Grad-Reise.

Galaktische Aussichten

Entsprechend der Philosophie des Hauses, nämlich die Sicht auf Welt und Weltall zu erweitern, können Sternenfans im Planetarium „Supervulkane im Sonnensystem“ erkunden, „Im Nachtflug durch die Galaxis“ reisen sowie Hörbuch-Weltpremieren, „Sternenkonzerten“ oder musikalischen Lesungen lauschen. Theater unter der Sternenkuppel, Musikshows mit der weltweit modernsten und größten Indoor-Laseranlage und Sondervorträge von den großen Forschern und Denkern unserer Zeit runden das Veranstaltungsangebot ab. Und auch für die Kleinen wird vieles geboten – unterhaltsam und lehrreich zugleich. So begibt sich in „Kleiner Stern im großen All“ ein Stern auf die Suche nach seiner Herkunft und seinem Platz im Kosmos, machen sich in einer anderen Inszenierung Glühwürmchen Mike und Marienkäfer Dolores auf, „Das Geheimnis der Bäume“ zu erkunden und wird Peter Maffays „Tabaluga und die Zeichen der Zeit“ wieder als 360-Grad-Erlebnis ins Programm aufgenommen. Kurzum: Besucher jeden Alters bekommen im neuen Planetarium wahrhaft galaktische Erlebnisse geboten.

Das Planetarium Hamburg bietet eine einzigartige Programmvielfalt.
Planetarium Hamburg
  • Programminfos: www.planetarium-hamburg.de
  • Preise: Ab 11 Euro, Ermäßigungen möglich.
    Die Preise des Planetariums Hamburg variieren je nach Art der Veranstaltung im Kuppelsaal. Der Besuch der Aussichtsplattform ist kostenfrei.
  • Kassenöffnungszeiten: Mo.-Di. 9-17 Uhr, Mi.-Do. 9-21 Uhr, Fr. 9-22 Uhr, Sa. 12-22 Uhr, So./Feiertage 10-20 Uhr