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Innovationen | Reutlingen/Tübingen - 13. August 2019

Die Erfindungen des
Leonardo da Vinci

Im Tübinger Schloss gibt es gerade außergewöhnliche Geräte zu bestaunen. Obwohl sie zweifellos aus einer fernen Vergangenheit kommen, wirken sie kühn und utopisch. Erstmals sind in Deutschland Nachbauten von Leonardo da Vincis Maschinenentwürfen zu sehen.

Er schuf die Mona Lisa und das berühmteste Wandgemälde vom letzten Abendmahl: Leonardo da Vinci. Hier im Rittersaal von Schloss Hohentübingen lernt man aber nicht den Künstler Leonardo kennen, sondern den genialen Erfinder, oder besser gesagt, den zeichnenden Erfinder. Die knapp 50 ausgestellten Maschinen wurden nach Skizzen des Renaissancekünstlers angefertigt. Sie zeigen eine geradezu atemberaubende Lust an der Innovation, am technischen Denken und Konstruieren.

Die Modelle und Nachbauten wurden, wie es im Ausstellungskatalog heißt, „von erfahrenen italienischen Handwerkern rekonstruiert und teilweise intuitiv ergänzt“. Dass man sie auf den ersten Blick auch für gut erhaltene Renaissancestücke halten könnte, liegt daran, dass die Rekonstruktionen aus Materialien bestehen, die bereits im 15. und 16. Jahrhundert Verwendung fanden. Auch die Technik, mit der sie gebaut wurden, orientiert sich an der damaligen Zeit. Daher „entsprechen sie auch den Prinzipien der experimentellen Archäologie und des kulturellen Re-Enactments“, wie Professor Ernst Seidl erklärt, der zusammen mit Frank Dürr die Ausstellung kuratiert hat.

Bewegende Erfindungen

Leonardos Beschäftigung mit dem Vogelflug und letztlich mit dem Traum des Menschen vom Fliegen ist das vermutlich bekannteste Beispiel seiner Technikfaszination. Ein Gerät mit Flügeln, die in ihrer Form an riesige Fledermausschwingen erinnern, wäre für einen echten Flugversuch wohl ungeeignet. Als Objekt verleiht es der Fantasie allerdings buchstäblich Flügel.

Dass Leonardo seine Ideen wohl nie in die Tat umgesetzt hat, sondern sie immer nur als Zeichnungen fixierte, wird anlässlich des 500. Todesjahres des großen Renaissancekünstlers auch kritisch hinterfragt. Matthias Eckoldt geht in seinem Buch „Leonardos Erbe“ auf die Erfindungen des Meisters ein, um festzustellen, dass Leonardo eigentlich kein Erfinder war, sondern ein Künstler mit einem „unruhigen und neugierigen Geist“.

Für Eckoldt liegt der „irrtümliche Nachruhm als Erfinder“ in der Qualität seiner Zeichnungen: „Leonardo malt mit solcher Kraft, Präzision und Lebendigkeit, dass noch die beiläufigste Skizze voller Evidenz ist.“ Diese Einschränkung oder die Frage, ob man Leonardo da Vinci nun einen Erfinder nennen kann oder nicht, schmälert nicht das Vergnügen der Ausstellung. Im Gegenteil, die Tübinger Schau vermeidet es, dem Mythos Leonardo und dem Kult des Universalgenies zu huldigen: Die Maschinen werden nicht verherrlicht, sondern regen die Fantasie an.

Die Erfindungen von Leonardo da Vinci wurden anhand seiner Skizzen nachgebaut.
Die Erfindungen von Leonardo da Vinci wurden anhand seiner Skizzen nachgebaut.

Das selbstfahrende Holzauto

Leonardo da Vinci war geradezu besessen von der Bewegung. Er studierte sie im Lauf des Wassers, in der Bewegung menschlicher Gliedmaßen, beim Vogelflug, in den Bewegungen eines Pferds. Im Codex Turin, dem Kodex über den Vogelflug, beschäftigt er sich intensiv mit dem Flugverhalten. Weniger bekannt und ebenso spannend sind seine Überlegungen zu einem Thema, das man heute Mobilität nennt.

Wie Zeichnungen belegen, hat der malende Ingenieur Leonardo viel darüber nachgedacht, wie sich der Mensch mithilfe von Maschinen leichter, schneller und bequemer fortbewegen könnte. Bemerkenswert ist eine Zeichnung, die eine Art Dreirad zeigt, dessen Hinterräder über einen Zahnkranz und eine Umlenkwelle in Gang gesetzt werden. Der hölzerne Nachbau, der in Tübingen zu sehen ist, wirkt wie der Urahne des Benz Patent-Motorwagens Nummer 1 von 1886, mit dem bekanntlich das Zeitalter des Automobils eingeläutet wurde. Der Vergleich ist nicht übertrieben, schließlich soll von Leonardo das Zitat stammen: „Es wird Karren geben, die von keinem Tier gezogen werden und mit unglaublicher Gewalt daherfahren.“

Erfindungen von Leonardo da Vinci werden in der Ausstellung Ex Machina in Tübingen gezeigt.
Ex Machina
  • Die Ausstellung

    „Ex Machina – Leonardo da Vincis Maschinen zwischen Wissenschaft und Kunst“ zeigt Nachbauten von rund 50 technischen Entwürfen und Entwicklungen Leonardos. Dazu zählen unter anderem seine großen Fluggeräte.

  • Der Ort

    Das Museum der Universität Tübingen MUT befindet sich im Renaissanceschloss Hohentübingen. Es liegt zentral über der Stadt. Neben der aktuellen Sonderausstellung werden „Alte Kulturen“ mit rund 4.600 Exponaten aus rund 40.000 Jahren gezeigt.