11. April 2017

Ganz großes Kino

Als Retrospektive bezeichnen Cineasten den Rückblick auf das Werk eines Regisseurs oder Schauspielers, einer Epoche oder eines Genres. Im renovierten Filmpalast Köln erleben Kinofans nun den Retro-Charme eines Lichtspielhauses – aber mit moderner Technik.

Schon das Entree ist beeindruckend. Die Eleganz des Art déco, des prägenden Stils der 1920er- und 1930er-Jahre, taucht in vielen Elementen des Kölner Filmpalastes am Hohenzollernring auf. Das Vordach des Haupteingangs mit seinen Messingtüren, die goldfarbenen Handläufe und natürlich der große Saal 1 für rund 400 Filmfans, dessen Decke wie damals weiß gestrichen ist – 2017 ungewöhnlich für einen Kinosaal. „Der Denkmalschutz hat uns beim Umbau und der Einrichtung zwar ein paar Steine in den Weg gelegt und auch viel Geld gekostet, aber am Ende zahlt es sich aus, den alten Charme zu erhalten“, sagt Helmut Brunotte, Chef der Cineplex-Kinokette und Betreiber des wiedereröffneten Filmpalasts Köln.

Sicherheit und Denkmalschutz

Das ehemals größte Kino Westdeutschlands, 1931 entworfen vom Kölner Architekten Wilhelm Riphahn, ist in seiner ruhmreichen Historie mehrmals umgebaut worden, sodass die neuerliche Renovierung einige Überraschungen bereithielt. „Wir haben bei der Einrichtung den Fokus auf Komfort gelegt. Das erwarten Kinofans heute.“Helmut BrunotteDie Bausubstanz des 2010 stillgelegten Hauses war regelrecht marode. „Hinter mancher Mauer tauchte eine weitere auf, dahinter dann noch ein kleiner Raum, der in keinem Plan verzeichnet war“, erzählt Brunotte. Über zwei Jahre dauerte die Renovierung. Auch die historische Einrichtung, wie etwa das Geländer im Foyer, musste angepasst werden, um aktuellen Sicherheitsbestimmungen zu genügen. „Sicherheit und Brandschutz gehen vor Denkmalschutz“, so der Hausherr. All das führte dazu, dass der ursprünglich avisierte Eröffnungstermin Ende 2015 um ein Jahr verschoben werden musste. Mit dem Star-Wars-Sequel „Rogue One“ startete im Dezember 2016 inoffiziell das Programm – noch mit einigen Einschränkungen. Im Frühjahr 2017 folgte nun die offizielle Eröffnung. Gespielt werden im Filmpalast alle aktuellen Hollywood-Blockbuster, in den intimeren der insgesamt acht Säle für 1.400 Zuschauer aber auch kleinere Produktionen. Saal 7, mit 220 Plätzen zweitgrößter Raum, ist neben dem Kinobetrieb als Eventfläche für Präsentationen und Vorträge vorgesehen. „Außerdem möchten wir in Zukunft wieder viele Filmstarts und -stars nach Köln holen“, sagt Helmut Brunotte, der seit über 35 Jahren als Filmverleiher und Kinobetreiber im Rheinland tätig ist.

Wie man sich ein Kino vorstellt: Der prunkvolle Saal 1 des Filmpalastes Köln.
Rund 400 Zuschauer finden im großen Saal 1 des Filmpalastes Platz. Neben dem Kino am Hohenzollernring betreibt Helmut Brunotte Cineplex-Kinos in Leverkusen, Euskirchen, Dormagen, Siegburg, Troisdorf, Bergisch Gladbach und Olpe.

Historie und Hightech

So sehr die Atmosphäre an die glamouröse Zeit des Filmpalastes in den 1950er-Jahren erinnert, als Streifen wie „Der Hauptmann von Köpenick“ mit Heinz Rühmann hier Premiere feierten, so zeitgemäß ist die Ausstattung an Komfort und Technik: Modern gestaltete Kronleuchter tauchen Saal 1 je nach Anlass in die entsprechende Lichtstimmung. Gemütliche Sitze mit Doppellehnen werden ergänzt durch „D-Box Motion Seats“, die synchron zu den Szenen auf der Leinwand Erschütterungen an die Zuschauer übertragen – zusammen mit dem High-End-Surround-Sound des Dolby-Atmos-Tonsystems eine wahrlich bewegende Kinoerfahrung.

Die weißen Kronleuchter in Saal 1 des Filmpalastes wurden eigens angefertigt.
Die modernen Kronleuchter mit changierendem LED-Licht und die Dolby-Atmos-Surround-Boxen wurden passend zur Decke weiß lackiert.
Im Filmpalast Köln laufen seit Ende 2016 wieder die Bilder.

Filmpalast Köln

Ein Kino der Cineplex-Gruppe
Hohenzollernring 22
50672 Köln

www.cineplex.de