17. März 2016

Sportstimme der Nation:
Tom Bartels

Auf Sendung – „Mach ihn, mach ihn – er macht ihn!“ Tom Bartels’ Ausruf beim Siegtor von Mario Götze im Fußball-WM-Finale 2014 ist legendär. Im Interview spricht der Sportkommentator über die Sonnen- und Schattenseiten seines Berufs.

Herr Bartels, wie oft wurden Sie gebeten, Ihre berühmten Worte aus der 113. Spielminute des WM-Endspiels zu wiederholen?

Gar nicht so oft. Aber ich war der Adressat zahlreicher Videos von jungen Nachwuchstalenten. Ein Vater schickte mir einen Clip, in dem zu sehen ist, wie sein kleiner Sohn mit dem Ball im Wohnzimmer dribbelt und dabei meinen Spielkommentar nach dem Götze-Tor bis zum Abpfiff nachspricht. Toll! Das erinnerte mich daran, wie ich selbst als Kind Reporter bewertet und nachgesprochen habe. Prägend für meine Sportleidenschaft waren damals die Olympischen Spiele 1972 und die Fußball-WM 1974 in Deutschland.

Was war die zweitschönste Szene, die Sie beim Sport live kommentiert haben?

Eine, bei der ich ironischerweise nicht zu hören war. Beim Europameisterschaftsspiel 2012 zwischen Irland und Spanien war kurz vor Schluss beim Stand von 0:4 alles klar. Im Stadion herrschte eine fantastische Stimmung, weil die irischen Fans ihr Team trotz der Niederlage mit leidenschaftlichen Gesängen feierten. Diese Gänsehaut-Atmosphäre wollte ich – ohne jede Kommentierung – auf die Fernsehzuschauer wirken lassen.

Eine mutige Entscheidung, als Sportkommentator minutenlang zu schweigen.

Ja, vor allem weil heute jede Spielübertragung hinterher seziert wird. Ich habe in der Situation meiner Erfahrung und dem Gefühl vertraut, die Situation richtig einzuschätzen.

Ist die Versuchung nicht groß, möglichst viel zu reden, wenn man am Mikrofon sitzt?

Ja, ganz bestimmt. Ich bin ein kommunikativer Typ und mir fällt es manchmal schwer, mich zurückzunehmen. Aber die Disziplin, in bestimmten Situationen auch mal die Klappe zu halten, ist wichtig. Mich stört es zum Beispiel, wenn ein Reporter wenige Anfangsszenen zum Anlass nimmt, bereits das gesamte Spiel zu bewerten. Das Spiel muss sich doch erst mal entwickeln!

Tom Bartels Sportkommentator blickt zum User
Wie sehr schmerzt Sie Kritik?

Am Anfang meiner Sportkommentator-Karriere fühlte ich mich davon manchmal schon getroffen. Heute weiß ich mit diesen Nebenwirkungen umzugehen. Sie gehören zum exponierten Reporterleben dazu. Allerdings habe ich in über 20 Jahren nie erlebt, dass jemand auf mich zukommt und direkte Kritik äußert oder mich verbal attackiert. In der Anonymität des Internets fällt das einigen Fans offenbar leichter!

Welche Beziehung haben Sie zu Köln?

Die Stadt ist meine Heimat geworden. Ich habe hier studiert, mich von Anfang an wohlgefühlt und eine Menge Freunde gewonnen. Auch meine Frau und meine zwei Söhne können sich nicht vorstellen, woanders zu leben. Ich bin für meinen Job rund 180 Tage im Jahr unterwegs. Zurück zu Hause genieße ich es dann, in einem Café an der Aachener Straße zu relaxen, im Stadtwald zu laufen oder in Brauweiler Tennis zu spielen.

Nutzen Sie Ihren neuen Mercedes-Benz für Termine?

Beruflich reise ich meistens mit der Bahn oder dem Flugzeug. Das T-Modell der E-Klasse ist für mich ein wunderbares Familienauto – mit viel Platz fürs Urlaubsgepäck.

Tom Bartels Sportkommentator blickt nach links
  • Wohnort: Köln
  • Berufliche Stationen: WDR, RTL, Premiere, SWR, ARD
  • Kommentierte Sportarten: Fußball, Skisprung, Schwimmen
  • Website: www.sportschau.de

Fotos: © Frank Rossbach