Erstelle Deine persönliche Artikelsammlung. Wähle die Schlagworte, die Deinen Interessen entsprechen.
+
Auswahl anzeigen

Alle Tags

Reise

Städtetrip
Essen & Trinken
Shopping
Mobilität
Abenteuer
Kultur

Innovationen

Digitalisierung
E-Mobilität
Car-Sharing
Autonomes Fahren
Assistenzsysteme
Sicherheit

Lifestyle

Design
Start-Up
Nachhaltigkeit
Kult

Menschen

Mode
Pionier
Produktexperte
Markenbotschafter
Kunst
Soziales Engagement

Events

Ausstellung
She's Mercedes
Fahrertraining
Roadshow
Pop-Up Store
Ausfahrt

Innovation

Sport

Well-Being
Golf
Reiten
Tennis
Motorsport
Fitness

Fahrzeugklassen

  • #A-Klasse
  • #AMG GT
  • #B-Klasse
  • #C-Klasse
  • #CLA
  • #CLS
  • #E-Klasse
  • #EQ
  • #G-Klasse
  • #GLA
  • #GLC
  • #GLE
  • #GLS
  • #Klassiker
  • #Maybach
  • #Nutzfahrzeuge
  • #S-Klasse
  • #SL
  • #SLC
  • #Smart
  • #V-Klasse
  • #X-Klasse
Lifestyle | Mainz - 05. Juli 2019

Neue Wege für das RGZM

Das Römisch-Germanische Zentralmuseum in Mainz ist eines von acht Leibniz-Forschungsmuseen und die zweitgrößte archäologische Forschungseinrichtung Deutschlands – mit einer beachtlichen Sammlung. Die gilt es aktuell auf den anstehenden Umzug vorzubereiten. In Anbetracht der kulturellen und historischen Bedeutung ist das eine Mammutaufgabe. Generaldirektorin Alexandra Busch hat mit uns über das Kistenpacken, die Digitalisierung von Fundstücken und die geplanten Ausstellungen im modernen Gebäude gesprochen.

Im Keller des RGZM stapeln sich Kisten, in den Regalen lagern archivierte Fundstücke. Mitarbeiter des Instituts begutachten wissenschaftliche Kopien von historischen Objekten, um sie danach zu reinigen, zu verpacken, zu fotografieren und in Datensätzen zu erfassen. Seit 2015 ist eine hausinterne Umzugsgruppe aus Kuratoren, Restauratoren, Archivaren und Fachkräften damit beschäftigt, die Sammlungen auf den Umzug in das neue Gebäude in der Mainzer Altstadt vorzubereiten. „Nur mit einem durchdachten Konzept, der richtigen Organisation und fleißigen Helfern lässt sich diese Aufgabe bewerkstelligen“, erklärt Prof. Alexandra Busch. Die Generaldirektorin des Römisch-Germanischen Zentralmuseums verantwortet die Weiterentwicklung des RGZM und den Umzug in das neue Gebäude.

Umzug mit Digitalstrategie

2020 soll das RGZM sein heutiges Domizil im Kurfürstlichen Schloss sowie den Ergänzungsbau aus den 1960er-Jahren verlassen und in den Neubau der Altstadt ziehen. Der große, moderne Komplex befindet sich in unmittelbarer Nähe zu den Ruinen des Römischen Theaters und dem Drususstein, welcher in Deutschland als ältestes römisches Steindenkmal gilt. „Die Vorbereitungen nutzen wir, um die Digitalisierung der Sammlung voranzutreiben. Dabei handelt es sich um eine seit 167 Jahren kontinuierlich wachsende Sammlung mit über 200.000 Objekten“, erklärt die Wissenschaftlerin. „Der Bestand deckt einen Zeitraum von 2,6 Millionen Jahren ab – von der Steinzeit bis ins Hochmittelalter. Wenn wir umziehen, verfügen wir über ein vollständiges digitales Inventar.“

Im Moment ist die digitale Version nur für die Mitarbeiter des RGZM einsehbar, in Zukunft wird sie öffentlich über die Homepage des RGZM zugänglich sein. Während des Sichtens von Objekten stößt das Umzugsteam immer wieder auf „alte Schätze“, die zukünftig in Ausstellungen präsentiert, für wissenschaftliche Untersuchungen genutzt oder sicher verwahrt werden.

Zu Besuch im RGZM Mainz: Porträt von Prof. Dr. Busch
Seit 2018 leitet Prof. Alexandra Busch offiziell das Leibniz-Forschungsinstitut und -museum für Archäologie.

Ein moderner Ort des Wissens und Austausches

Unterteilt wird der 14.500 Quadratmeter große Neubau in öffentliche und der Forschung gewidmete Nutzungsbereiche. Die Fläche ist in etwa so groß wie zwei Fußballfelder. Wer das Foyer betritt, wird zunächst ein Bistro, einen Museumsshop und einen Vortragssaal entdecken. Unverkennbar sind die Sitzstufen, welche an die eines römischen Theaters erinnern sollen. „Das Foyer ist der Mittelpunkt des neuen Gebäudes, ein Ort der Neugier und des Lernens, der Zusammenarbeit und des kulturellen, tagespolitischen Austausches.“ Von dort aus gelangt man in die verschiedenen Bereiche: Die wissenschaftliche Bibliothek, die von bisherigen 26 auf 80 Sitzplätze erweitert wird, die Studiensammlung, die Sonderausstellungen sowie die große Dauerausstellung. Direkt vor dem Neubau des RGZM lädt der sogenannte Archäologische Platz zum Verweilen ein.

Zu Besuch im RGZM Mainz: das Foyer
Modern und freundlich: Das Foyer gilt als Zentrum des neuen Gebäudes.

Spannende Themen, neue Medien

„Um Menschen in Ausstellungsinhalte einzubeziehen, setzen wir moderne, multimediale Formate ein. Besucher werden zum Beispiel angeregt, eigene Haltungen zu zentralen Fragen des menschlichen Handelns oder des Miteinanders auszudrücken und sie anderen zu präsentieren. Das funktioniert beispielsweise, indem ein Team des RGZM die Antworten der Besucher auswertet, zusammenfasst und sie über die Außenfassade des Gebäudes ausstrahlt.“ Während die Inhalte für die Studiensammlung und die Dauerausstellung feststehen, sind die Themen zukünftiger Sonderausstellungen noch in der Planung.

Die Studiensammlung

Die Studiensammlung handelt von der Geschichte des RGZM. Es geht um die Entstehung der Sammlung, die Herkunft der Fundstücke und den Wert von wissenschaftlichen Kopien. Vorgestellt werden außerdem archäologische Methoden und Ordnungssysteme, welche über die Arbeit eines Archäologen Aufschluss geben.

Die Dauerausstellung

Die Dauerausstellung beschäftigt sich mit dem menschlichen Handeln. „Jedes archäologische Objekt, jede Hinterlassenschaft des Menschen ist ein Zeugnis menschlichen Handelns. Doch warum handelt jeder Mensch anders? Wie kommen Entscheidungen zustande? Die Ausstellung zeigt, wie menschliche Bedürfnisse und kulturelles Umfeld das Handeln des Einzelnen beeinflussen.

Forschung im neuen Gebäude

In den neuen Laboren und Restaurierungswerkstätten untersuchen Restauratoren und Wissenschaftler archäologische Funde und deren Kopien. Um eine exakte analoge Kopie zu erstellen, werden die Objekte zum Beispiel mit Gips oder Kunstharz geformt, in mehreren Verfahren gefärbt und getrocknet. Das kann abhängig von der Größe und Komplexität des Objekts von einem Tag bis zu mehreren Wochen dauern. Besucher können diesen Nachbildungsprozess von außen durch die großen Fenster der nicht öffentlichen Restaurierungswerkstätten verfolgen. So bietet die neue Location des RGZM Raum für moderne Forschungen und spannende Ausstellungsformate.

Fakten über das RGZM

1852

ist das RGZM von den deutschen Geschichts- und Altertumsvereinen in Mainz gegründet worden. Außenstellen gibt es in Mayen und Neuwied. Es ist eines von acht Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft zur Förderung von Wissenschaft und Forschung.

2017

wurde der erste Stein für den Neubau des RGZM gelegt. Mit dem neuen Gebäudekomplex soll mehr Platz für Sammlungsbestände und Ausstellungen geschaffen werden. Neue Forschungslabore und Werkstätten sollen die nationale und internationale Strahlkraft des RGZM weiter stärken.

200

Mitarbeiter hat das RGZM insgesamt, am Mainzer Standort sind es etwa 115. Dazu zählen Wissenschaftler, Restauratoren, Experten für das Bild- und Schriftenarchiv und Bibliothekare. An der Dauerausstellung arbeitet ein Team aus acht Personen.

Zu Besuch im RGZM Mainz: mehr Infos gibts auf der Homepage

Neubau des Römisch-Germanischen Zentralmuseums

Neutorstraße
55116 Mainz
web.rgzm.de