06. Februar 2017
Lifestyle | Darmstadt

Darmstadt got rhythm!

Darmstadt ist ein Zentrum der internationalen Jazzszene. Das liegt vor allem am dort ansässigen Jazzinstitut. Das verfügt über die größte öffentliche Jazzsammlung Europas.

80.000 CDs und Schallplatten, etwa ebenso viele Zeitschriften, dazu unzählige Plakate, Briefe, Fotografien und Filmaufnahmen – die Sammlung des Darmstädter Jazzinstituts ist einmalig in Europa. Aber hier geht es um mehr als die Archivierung historischer Dokumente. „Schon bei der Gründung im Jahr 1990 war es die Idee, dass das Institut nicht nur wissenschaftlich arbeitet, sondern auch Netzwerke knüpft und die Jazzszene belebt“, sagt Institutsleiter Wolfram Knauer. „Archive blicken zurück – wir möchten auch für die Gegenwart relevant sein.“

Jazzmetropole Darmstadt

„Jazzmusiker kreieren aus dem Moment heraus etwas, das komponiert klingt, aber reine Improvisation ist. Deswegen ist Jazz immer noch aktuell.“Wolfram Knauer, Leiter Jazzinstitut Darmstadt
Mit diesem Anspruch haben Knauer und sein Team in mehr als 25 Jahren eine Institution geschaffen, die aus der internationalen Jazzszene ebenso wenig wegzudenken ist wie aus dem kulturellen Leben der internationalen Fangemeinde. Täglich bekommt das Archiv Anfragen aus aller Welt, regelmäßig treffen sich Fans und Musiker bei Konzerten im Gewölbekeller unter dem Institut. Und zahlreiche Veranstaltungen schlagen eine Brücke zwischen Theorie und Praxis. Etwa das alle zwei Jahre stattfindende Darmstädter Jazzforum, an dem Wissenschaftler, Journalisten und Musiker teilnehmen.

„Wir möchten nicht im Elfenbeinturm sitzen, sondern die Menschen zu uns einladen“, so Knauer. „Ob im Gewölbekeller oder im Archiv, wir freuen uns über Besucher, beantworten Fragen und machen unsere Bestände zugänglich.“ Und so gibt es auch drei Wanderausstellungen, die einen Teil des Fundus durch Deutschland schicken. Besondere Stücke herauszuheben, fällt Wolfram Knauer angesichts der Fülle an Dokumenten schwer. Aber Briefwechsel und Manuskripte faszinieren ihn immer wieder: „In ihnen wird Geschichte greifbar.“

Hochkarätige Veranstaltungen

Und eine Sammlung von Autogrammen amerikanischer Jazzmusiker, die ein ausgewanderter Darmstädter auf allem Möglichen – vom Bierdeckel bis zur Postkarte – hat unterschreiben lassen, liegt ihm besonders am Herzen, weil sie die Hingabe von Fans an ihre Musik zeigt. „Aber Jazz ist Livemusik. Unser größter Schatz ist deswegen unser Gewölbekeller, in dem wir unsere Konzerte veranstalten.“

Ein persönliches Highlight steht für Wolfram Knauer am 17. Februar an: Der amerikanische Jazzpianist Johnny O’Neal, der auch kurz in der Filmbiografie „Ray“ mitspielte, tritt im Gewölbekeller unter dem Jazzinstitut auf. „Immer, wenn ich in New York bin, versuche ich Johnny live zu sehen – ihn jetzt hier in Darmstadt begrüßen zu können, freut mich ungemein!“ Das Konzert ist nicht die einzige hochkarätige Veranstaltung im Gewölbekeller, es lohnt sich also, dem Institut mal einen Besuch abzustatten.

Mitarbeiter Jazzinstitut
Doris Schröder, Wolfram Knauer und Arndt Weidler (v. l.) vom Jazzinstitut Darmstadt.
Bücher im Jazzinstitut Darmstadt
Das Jazzinstitut Darmstadt
  • Historie:

    Das Institut wurde 1990 gegründet. Der Grundstock war die Sammlung von Joachim-Ernst Berendt, einem der wichtigsten Jazzjournalisten, -kritiker und -produzenten Deutschlands. Der damalige Oberbürgermeister Günther Metzger hatte die Sammlung nach Darmstadt geholt.

  • Team:

    Zwei hauptamtliche und sechs ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützen Institutsleiter Wolfram Knauer bei der Arbeit. Sie erfassen die Archivbestände, organisieren Veranstaltungen, engagieren sich für Jazzmusiker und vernetzen Wissenschaftler, Praktiker und Fans auf der ganzen Welt.

  • Website:

    www.jazzinstitut.de

Ausgehtipps für Jazzliebhaber

Darmstädter Jazzinstitut

Gewölbekeller unterm Jazzinstitut

Bessunger Straße 88 d
64285 Darmstadt

www.jazzinstitut.de