22. Mai 2017
Lifestyle | Frankfurt/Offenbach

Destroy vs. Beauty

Nico Rosberg besitzt eine. Gleiches gilt für Lewis Hamilton sowie für viele andere Größen des Motorsports und für Automobilfans. Denn die Ledertaschen der Marke Destroy vs. Beauty sind einzigartig im Design und spektakulär in ihrer Herstellung. Im Interview spricht Benjamin Johl, einer der Geschäftsführer und Designer der Ledermanufaktur, über das global erfolgreiche Luxuslabel und die legendäre „Burn-out-Bag“ – made in Frankfurt.

Schönes von Destroy vs. Beauty

Das Frankfurter Label Destroy vs. Beauty arbeitet mit einer Lederwarenmanufaktur zusammen, die jetzt in der dritten Generation besteht. Was macht die Marke so erfolgreich?

Der Mix aus Tradition und Innovation! Seit 75 Jahren werden Ledertaschen in der Manufaktur handgefertigt. In dieser Zeit sind viele Erfahrungen in dem Business gesammelt worden. Für mich persönlich ist es wichtig, das Sortiment stetig mit neuen, ausgefallenen Modellen zu erweitern – ganz im Sinne unserer Philosophie natürlich: denn Destroy vs. Beauty verkörpert den Gedanken von einem „Boxkampf zwischen Stoff und Leder“. Wir „zerstören“ quasi ein edles Stoffmaterial (Destroy), um daraus anschließend ein neues, attraktives Lederprodukt herzustellen (Beauty). Natürlich fertigen wir auch klassische Lederwaren an – nur damit ist man heutzutage einer von vielen. Erst mit der zündenden Idee hebt man sich von anderen Labels ab …

… wie zum Beispiel mit der „Burn-out-Bag“?

Richtig, mit diesem Modell ist uns der Durchbruch gelungen. Die „Burn-out-Bag“ verkörpert unsere Philosophie von Destroy vs. Beauty in der Praxis: Wir fixieren einen hochwertigen Designerstoff auf dem Boden, brettern mit einem Sportwagen darüber und fertigen anschließend eine edle Handtasche daraus. Was sich erst einmal verrückt anhört, trifft aber den Geschmack vieler Kunden, national wie international. Der Korpus und das Design der Taschen bleiben dabei grundlegend gleich, nur der Look ist jeweils individuell. Denn es ist unmöglich, den Burn-out-Effekt zu reproduzieren: Manchmal reißt der Stoff etwas ab, der Reifenabrieb ist wilder oder kleine Steine brennen sich in das Material mit ein – so wird jede „Burn-out-Bag“ zum Einzelstück.

Man sieht drei Bilder, die zu einem zusammengesetzt sind: Benjamin Johl mit dem Burn-out-Stoff in der Hand, Mercedes-AMG auf der Rennstrecke mit aufkommendem Qualm und eine fertige Tasche mit Reifenabdruck.
Geschäftsführer, Gründer und Designer von Destroy vs. Beauty: Benjamin Johl (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 8,4 - 7,8 l/100km, CO2-Emissionen kombiniert: 209 - 178 g/km).
Dafür sind Sie regelmäßig auf dem Nürburgring, dem Sachsenring und auch auf dem Hockenheimring unterwegs, wo viele Events von Mercedes-AMG stattfinden. Wie läuft so ein „Burn-out-Tag“ vor Ort ab?

Den Zuschauern und Kunden wird auf der Rennstrecke demonstriert, wie der Burn-out-Stoff entsteht. Das heißt: Entweder fahren wir mit einem ausgewählten Sportwagen über den Stoff und lassen die Räder ordentlich durchdrehen – oder der Kunde macht es selber. Dabei geht für die meisten Männer ein Kindheitstraum in Erfüllung. Wer den Sportwagen selber fährt, wird sich immer an dieses Ereignis erinnern: Der Spaß dabei, das Adrenalin und der Stolz, den Burn-out-Effekt selbst „designt“ zu haben, sind nur ein paar der Emotionen, die der Kunde anschließend mit seiner neuen Tasche verbindet.

Abgesehen von der Burn-out-Bag – an welchen Projekten arbeiten Sie sonst noch?

Aktuell sind wir dabei, klassische Taschenmodelle aus blau karierten Originalstoffen ehemaliger Silberpfeile anzufertigen. Außerdem arbeitet unser Team an einer schusssicheren Taschenkollektion. Hinzu kommt zum Beispiel das Bedrucken von Ledertaschen. Mein Wunsch für die Zukunft ist es, eine Kollektion für ein Formel-1-Team zu designen – für mich wäre das quasi die Königsklasse unter den Projekten. Wegen der Formel-1 bin ich Motorsportfan geworden. Diese Leidenschaft ist auch für meine Arbeit nötig. Hier bin ich auch immer mit Emotionen dabei.

Worauf legen Sie im Job außerdem Wert?

Auf eine qualitativ hochwertige Herstellung und die ausgezeichneten Stärken unserer Region. Denn unsere Taschen werden aus den besten Materialien handgefertigt und einzeln kontrolliert. Die Metalle kommen aus Italien, die restlichen Materialien ausschließlich aus Deutschland: das Leder, der Stoff – auch die Sportwagen (lacht)! Da Mercedes-AMG von Anfang an unser Partner ist, sind wir immer auf die erstklassigen Sportwagen und neuen Modelle gespannt. Bei der Produktion setzen wir auch stark auf die Experten aus der Region: Unser ganzes Know-how kommt aus dem Umkreis von etwa 50 Kilometern rund um das Rhein-Main-Gebiet.

Was zeichnet das Gebiet rund um Frankfurt als Produktionsstandort aus?

Geschichte, Tradition und der Ruf. Denn Offenbach am Main war ursprünglich als Lederhochburg bekannt. Leider stirbt die Handwerkstradition dort immer mehr aus. Mit unserer Lederwarenmanufaktur wollen wir dem entgegenwirken: Wir entwerfen gezielt einzigartige, hochwertige Produkte, die „handmade in Germany“ sind. Auf diese Weise geben wir Frankfurt mit unserer Arbeit einen innovativen Touch, der weltweit Anklang findet. In diesem Arbeitsumfeld ist Frankfurt das neue Berlin (lacht).„Wir zerstören, um neues zu kreieren.“Benjamin Johl

Mercedes-AMG auf einer Rennstrecke in Shanghai
Benjamin Johl und sein Team sind auch auf internationalen Rennstrecken am Start – wie hier in Shanghai
Abschließend eine Trendeinschätzung von Ihnen als Designer: Weekender, Business-Bag oder klassische Henkeltasche – welches Modell ist der „Dauerbrenner“?

DAS „Top-Modell“ gibt es bei uns nicht – hier geht´s um das Design! Der Weekender und die neue Laptop-Tasche gehören aber gerade zu den gefragtesten Ausführungen. Die offizielle Mercedes-AMG-Kollektion besteht aus beigen und dunkelgrauen Stoffen kombiniert mit schwarzem Leder und roten Nähten. Wird ein Stoff von einem Mercedes-AMG-Sportwagen „geburnt“, kommt auch das Logo „Mercedes-AMG Driving Performance“ mit auf die fertige Tasche. So ist eine „Burn-out-Bag“ in diesen Farbtönen für alle Mercedes-AMG Fans quasi ein doppelter Hingucker.

Partner: Mercedes-AMG und Destroy vs. Beauty. In Zusammenarbeit werden die Burn-out-Bags hergestellt

Benjamin Johl im Auto. Auf dem Beifahrersitz sitzt der andere Geschäftsführer.
Benjamin Johl
  • Beruflicher Werdegang:

    Johl ist im elterlichen Betrieb, der erfolgreichen Frankfurter Ledermanufaktur Seeger Lederwaren aufgewachsen, hat dort als Kind seinem Vater in der Produktion geholfen und sich so das handwerkliche Wissen und die praktischen Fähigkeiten rund um das Taschendesign angeeignet. Nach dem Schulabschluss studierte er Marketing.

  • Gründung der Luxuslabel:

    Aktuell arbeitet Johl als Geschäftsführer und Designer von Destroy vs. Beauty (2011). Der Durchbruch gelang ihm mit der „Burn-out-Bag“. 2014 gründete er das Zweitlabel DvsB Sports.

  • Website:

    Einen Überblick über aktuelle Modelle gibt es bei Destroy vs. Beauty oder auch im Mercedes-Benz Museum. Eine kleine Auswahl der Sportkollektion findet man bei DvsB Sports.