17. März 2017
Lifestyle | Mannheim-Heidelberg-Landau

Die Überflieger von
theblackdrone

Die Verkaufszahlen von Drohnen gehen durch die Decke: Immer mehr Personen erfüllen sich privat den Traum vom Fliegen. Profis wie Rico Nowara und Philipp Reimer von theblackdrone schätzen die neuen Möglichkeiten für spektakuläre Bilder und Filmaufnahmen. Im Interview mit dem Mercedes-Benz Kundenmagazin geben sie Tipps für Einsteiger.

Luxus zu Lande, zu Wasser und in der Luft – spektakulär in Szene gesetzt.
Herr Nowara, was fasziniert Menschen an den Drohnen?

Rico Nowara: Der Traum vom Fliegen ist uralt und mit Drohnen können wir die Welt sicher und bequem von oben erleben – quasi durch die Augen eines Vogels. Bislang war man dafür auf Flugzeuge, Helikopter oder Ballons angewiesen – alles teuer und umständlich. Während bei Privatpersonen der Spaßfaktor im Vordergrund steht, sehen wir als Profis natürlich eher die erweiterten Möglichkeiten bei Foto- und Filmaufnahmen: Anders als bei „normalen“ Kameras hat man mit der Drohne etwas, das man frei im Raum platzieren kann.

Herr Reimer, wie haben Sie Drohnen für Ihr Unternehmen theblackdrone entdeckt?

Philipp Reimer: Bei Dreharbeiten am Boden haben wir mal rein aus Interesse unsere eigenen kleinen Drohnen mitgenommen und ein bisschen experimentiert. Die Ergebnisse kamen so gut an, dass wir beschlossen haben, auf diesem Feld durchzustarten. Und innerhalb kürzester Zeit hagelte es Anfragen.

Was ist das „Geheimnis“ Ihres Erfolges?

Rico Nowara: Es gibt Piloten, die können fliegen, kennen sich aber nicht beim Filmen aus – und umgekehrt. Philipp und ich bringen aber neben dem technischen auch noch das visuelle Know-how mit. Philipp ist fotografiebegeistert und hat ein Studium der digitalen Medien absolviert. Er ist verantwortlich für die optimale Kamerasteuerung. Ich habe Maschinenbau studiert und eine Leidenschaft für Modellbau – diese Erfahrungen helfen mir natürlich. Als Pilot verantworte ich die Steuerung der bis zu 100 Stundenkilometer schnellen Multirotorsysteme. Und dank der von uns selbst entwickelten Technik sind unsere Drohnen zudem in der Lage, anspruchsvolle Kamerasysteme ganz entspannt fliegen zu können.

„Alle Systeme sind mit zahlreichen Assistenz- und Sicherheitsfeatures ausgestattet.“Rico Nowara

Porträts der Gründer von theblackdrone, Philipp Reimer und Rico Nowara
Philipp Reimer (links) und Rico Nowara haben 2012 ihr Unternehmen theblackdrone gegründet.
Wer sind Ihre Auftraggeber?

Philipp Reimer: Viele mittelständische Unternehmen, aber auch internationale Großkonzerne wie Mercedes-Benz. Die meisten Jobs erledigen wir als reine Drohnen-Unit für namhafte Agenturen und Produktionsfirmen, von denen wir sehr genaue Vorgaben bekommen. Bei Werbeaufnahmen ist es häufig so, dass die Auftraggeber auf Nummer sicher gehen und das Drehbuch abarbeiten. Das sind dann nicht die kompliziertesten Flüge und meist müssen zwei bis drei Drehs reichen. Es gibt aber auch Projekte, beispielsweise der Monaco-Dreh für Mercedes-Benz, bei denen wir uns gestalterisch richtig austoben können. Das sind dann Bilder, die man so noch nicht gesehen hat.

Wie sieht es mit dem Thema Sicherheit aus?

Rico Nowara: Wir selbst sind noch nie abgestürzt, mussten aber schon häufiger als Feuerwehr an anderen Sets einspringen. Wir leisten uns den „Luxus“ einer redundanten Ausrüstung am Set, also nicht nur eine zweite Drohne, sondern auch eine zweite Kamera. Denn was nützt uns eine Ersatzdrohne, wenn beim Absturz der ersten Drohne die einzige Kamera zu Bruch geht? Alle Systeme sind zudem mit zahlreichen Assistenz- und Sicherheitsfeatures ausgestattet.

Nutzen Sie deswegen auch ausschließlich eigenes Equipment?

Philipp Reimer: Auf professionellem Level mitzuspielen, ist eine kostspielige Sache. Wenn man sehr gutes Equipment haben will, kostet das pro Drohne bis zu 100.000 Euro. Nach oben offen. Deshalb mieten viele Anbieter das Equipment. Mit eigenen Geräten ist man auf jeden Fall flexibler. Oft fragen Auftraggeber sehr kurzfristig an: Der Zeitplan für eine Produktion steht manchmal langfristig und plötzlich kommt jemand auf die Idee, dass für irgendetwas noch Drohnen-Aufnahmen gebraucht werden.

Worauf muss man als Laie achten?

Rico Nowara: Die meisten Zwischenfälle mit Drohnen sind auf menschliche Fehler zurückzuführen und im professionellen Bereich sehr selten. Manche Piloten haben die Laufzeit ihrer Akkus nicht auf dem Schirm. Man sollte auch auf die Wetterbedingungen achten. Wir hatten im vergangenen Jahr einen Job auf Fehmarn, da war es extrem kalt und feucht. Dadurch hat sich auf den Propellern Eis gebildet, was wiederum zu Strömungsabrissen führen kann. Zum Glück ist alles gut gegangen.

Was würden Sie einem Einsteiger empfehlen?

Philipp Reimer: Leider überkommt viele Einsteiger die Lust, das Fluggerät nach dem Kauf direkt steigen zu lassen – ohne sich vorher ausreichend damit zu beschäftigen. Das birgt Risiken. Deshalb sollte man sich intensiv mit seiner Drohne und auch den gesetzlichen Bestimmungen befassen. Hier sind einige Änderungen geplant. Im Internet gibt es zahlreiche Videos und Tutorials zum Fliegen von Drohnen und viele nützliche Tipps zum Kauf.

Tipps für Einsteiger

1.

Start und Landung sind die kritischsten Momente: Das sollte man üben und sicher im Griff haben.

2.

Der Flug sollte in die verschiedenen Richtungen trainiert werden: vor- und rückwärts, dann seitwärts.

3.

Die nächste Lektion ist die Drehung um die eigene Achse. Das alles kann man prima zu Hause üben.

4.

Erst danach geht es nach draußen, wo noch einmal Wind und Wetter dazukommen und die Manöver erschweren.

Im nächtlichen Europapark Rust setzte theblackdrone den Mercedes-AMG GT in Szene.
Im nächtlichen Europa-Park Rust setzte theblackdrone den Mercedes-AMG GT in Szene.
Mitarbeiter von theblackdrone mit Mercedes-Benz V-Klasse und Drohne
theblackdrone GmbH
  • Das Unternehmen:

    Die theblackdrone GmbH mit Sitz in Wiesloch wurde 2012 von Rico Nowara und Philipp Reimer gegründet. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Foto- und Filmaufnahmen für Kino- und TV-Produktionen, Werbespots, Imagefilme oder Industriedokumentationen mittels eigens entwickelter bzw. angepasster Drohnen.

  • Infos und Showreels:

    www.theblackdrone.de
    www.facebook.com/theblackdrone