08. August 2018
Lifestyle | Frankfurt/Offenbach

Eis-Trends 2018:
Ausgezeichneter Genuss

Espresso, Baobab oder doch lieber Pistazie-Honig? Was sind die Eis-Trends 2018? Wir haben einen gefragt, der es wissen muss: Florian Mayr, Co-Gründer von „Das Eis“. Seine kleine Bio-Eisdiele gehört zu Frankfurts angesagtesten Locations – hier kommen nicht nur Bio-Freunde, Veganer und Gesundheitsbewusste voll auf ihre Kosten, sondern auch alle, die immer wieder gerne neue Geschmäcker entdecken.

DasEis hat schon zahlreiche Auszeichnungen eingeheimst. Probieren kann man es in der gleichnamigen Bio-Eisdiele in Frankfurt in der Hasengasse.
Herr Mayr, wann haben Sie Ihre Leidenschaft für Eis entdeckt?

Mein Papa ist mit mir jeden Sonntag in die Eisdiele gefahren und hat für alle Familienmitglieder richtig dicke Eisbecher springen lassen. Das hat schwer Eindruck hinterlassen. 30 Jahre später war dieses köstliche innere Bild Leitmotiv für einen Wechsel in meiner Lebensperspektive – vom Eis-Genießer zum Eis-Hersteller. Zusammen mit meinen Freunden Karim, Kai und Guido haben wir dann 2007 Deutschlands erste Bio-Eis-Manufaktur in Wiesbaden hochgezogen, von dort aus beliefern wir bundesweit Firmenkantinen, Bio-Märkte und Gastronomien. Und natürlich unsere Bio-Eisdiele in Frankfurt.

Warum ausgerechnet ein Eis-Start-up?

Weil wir alle vier totale Eis-Fans sind und auch schon vor der Gründung gerne zusammen Eis gemacht haben. Damals gab es unserer Meinung nach noch nichts richtig Gescheites auf dem Markt und das wollten wir ändern. Die zündende Idee kam uns übrigens nach einer durchfeierten Nacht (lacht). Es sollte etwas sein, das unsere Ansprüche erfüllt, also bio, sojafrei, vegan und fairtrade ist. Auch der Umweltaspekt war uns wichtig, deswegen sind unsere Becher und Löffel kompostierbar.

Sie sind der Designer im Team, und das mit großem Erfolg …

Ja, zum Glück habe ich wieder Gefallen an dieser künstlerischen Kreativität gefunden. Bevor wir das „Das Eis“ gründeten, habe ich Philosophie, Kunstgeschichte und Design studiert und damit auch mein Geld verdient. Irgendwann hat die Qualität aber gelitten, weil die Motivation nachließ: Du sagst Grün, der Kunde sagt Rot, Kunde bezahlt und Rot bleibt falsch. Jetzt mache ich wieder Design, aber für unsere eigenen Produkte. Letztes Jahr gab’s den German Design Award und den German Brand Award, das Jahr davor unter anderem den European Product Design Award … Irgendwas stimmt also wieder mit der Motivation.

Es hagelte aber noch zahlreiche weitere Auszeichnungen, verraten Sie uns das Geheimnis?

Stimmt, insgesamt gab’s bisher 18 Auszeichnungen für „Das Eis“, wir wurden unter anderem auch zum „Trend Product of the Year“ und zur „Biomarke des Jahres 2016“ gekürt. Aktuell freuen wir uns über drei weitere Nominierungen. Ich denke, das Geheimnis ist, dass wir Relevanz und Prägnanz anstreben, und das ist überhaupt nicht so einfach, wie es klingt. Wir stellen uns dem Wettbewerb immer wieder neu, um keinesfalls beim Erreichten stehen zu bleiben. Und die Bewertung von außen hilft eben dabei, nicht immer nur im eigenen Rahm-Süppchen zu schmoren: ist zwar gemütlich, aber wir wollen ja weiterkommen.

„Ein Eis, das nach Frankfurt schmeckt? Das wäre auf jeden Fall angenehm unaufgeregt professionell. Unser „The Vanilla” trifft's am besten, da kommen Optik und Geschmack ohne großes Bling-Bling aus.“

Eigene Eismarke, eigene Bio-Eisdiele – Florian Mayr und sein Team sind ziemlich erfolgreich.
Erfolgreiche Eis-Pioniere: Florian Mayr und sein Team setzen bereits seit 2007 auf bio, sojafrei, vegan und fairtrade – und das kommt nach wie vor ziemlich gut an bei den Kunden.
Wie gelingt es Ihnen, sich immer wieder neu zu inspirieren?

Man braucht eine neugierige Veranlagung, muss wie ein Trüffelschwein auf der Suche sein, egal ob auf Reisen oder zu Hause auf Wald und Wiesen. Ein großes Interesse für die Zutaten und deren Qualität gehört auch dazu.

Wann ist ein Eis in Ihren Augen gut?

Es benötigt eine samtweiche Textur, beste Zutaten, saubere Rezepte und die neue Interpretation eines klassischen Themas. Hinzu kommt eine echte, glaubwürdige Geschichte, warum man das alles genau so macht, wie man es tut. Erst dann bin ich Feuer und Flamme für den eiskalten Genuss.

Die angesagtesten Eis-Trends des Sommers sind?

Also, am besten läuft nach wie vor Schokolade. Das klingt jetzt erst mal nicht so spannend, doch davon verkaufen wir mengenmäßig einfach am meisten. Der Eis-Markt ist insgesamt sehr konservativ, wenn man die Leute probieren lässt, sind sie sehr offen für Neues. Aber wenn es dann um die eigenen gekauften Kugeln oder Becher geht, kehrt man doch oft zu dem zurück, was man kennt. Aber Sie meinten sicher, was der nächste „Hot Shit“ ist?!

Ganz genau!

Butterkeks, das ist die deutsche Interpretation des Cookie-Themas, also so mit Stückchen drin. Bei uns gibt’s das als „The Butterkeks“ mit Karamellsauce.

Und Ihr persönlicher Favorit?

„The Pancake“ – unser Eis der Saison. Das ist Vanille-Eis mit Tonka-Bohne, Blaubeeren und Pfannkuchen-Stückchen. Das ist einfach lecker!

Was läuft in Frankfurt besonders gut?

Das sind eher Themen als einzelne Sorten: Zu Beginn der Saison im März sind es ganz klar die Sorbets und ab Mitte des Jahres nehmen dann die „warmen“ Sorten immer mehr zu, also klassische Milchsorten, bei uns gerne mit Stückchen. Apropos Thema, vegan hat bei uns traditionell einen sehr hohen Stellenwert, ungefähr die Hälfte des Sortiments ist pflanzenbasiert und somit auch laktosefrei.

Wie würde ein Eis schmecken, das den Namen der Stadt trägt?

Haha, super Idee! Ich als Einheimischer, der im Katharinen-Krankenhaus geboren wurde, darf das sagen: auf jeden Fall angenehm unaufgeregt professionell. Unser „The Vanilla“ trifft Frankfurt am besten, da kommen Optik und Geschmack ohne großes Bling-Bling aus.

Ist etwas Spannendes für die Zukunft geplant?

Na klar, ich sitze aktuell an neuen Themen für die kommende Saison, aber verraten kann ich noch nix, denn nach der Saison ist vor der Saison …

Eine netter Slogan vor der Bio-Eisdiele DasEis in Frankfurt.

Das Eis in Frankfurt

Das Eis
Hasengasse 1
60311 Frankfurt am Main

www.daseis.eu