06. Dezember 2018
Lifestyle | Hannover

Spitzenreiter unter den Kaffees

Andreas Berndt stellt in der Hannoverschen Kaffeemanufaktur 43 Spitzenkaffees her. Der Röstmeister verrät uns, welche Sorte besonders beliebt ist und was sein Erfolgskonzept auszeichnet.

Melange Hanovera ist eindeutig der Spitzenreiter unter unseren Kaffees“, erklärt Andreas Berndt, der 2012 die Hannoversche Kaffeemanufaktur in Limmer eröffnete. Eine Fachjury aus Köchen, Feinkost- und Marketingexperten zeichnete die Sorte im gleichen Jahr als „Kulinarischen Botschafter Niedersachsens“ aus. Ein Erfolg, der bis heute anhält. „Melange Hanovera enthält fruchtige, aber auch erdige Aromen. Daher schmeckt der Kaffee kräftig, vollmundig und sehr aromatisch. Wir verkaufen ihn nach wie vor am meisten“, so der Inhaber und Röstmeister.

Mit Melange Hanovera zum Erfolg

Der beliebte Kaffee vereint vier verschiedene Arabica-Sorten. Zwei stammen aus Südamerika, die anderen zwei aus Afrika. „Wir legen Wert darauf, hochwertige Rohstoffe zu verwenden und Kaffee nach traditionellem Verfahren herzustellen“, so Berndt. Wichtige Faktoren für ein natürliches Wachstum der Kaffeepflanzen seien unter anderem ein nährstoffreicher Boden, relativ konstante Temperaturen zwischen 15 und 24 Grad und eine ausgewogene Sonneneinstrahlung. Den Rohkaffee bezieht Andreas Berndt von kleinen Kaffeebauern der jeweiligen Länder. Bevor der Röstmeister die vier Sorten miteinander kombiniert, röstet er die Bohnen sortenrein nach klassischer Wiener Art, auch bekannt als Langzeit-Trommelröstung. Dabei werden die Bohnen bei maximal 190 Grad etwa 19 bis 25 Minuten geröstet. Das sei wichtig, um die etwa 1.100 Aromen eines Kaffees zu wecken. Außerdem zerfallen nach etwa 17 bis 18 Minuten die enthaltenen Gerbstoffe, auch Chlorogensäuren genannt. „Das macht den Kaffee komplex, harmonisch und vor allem bekömmlich für den Magen.“

Seit 2012 stellt das Familienunternehmen Spitzenkaffee her. Im Video gibt Andreas Berndt Einblicke in das Röstverfahren.

Die Region im Fokus

Mittlerweile produziert die Hannoversche Kaffeemanufaktur 43 Spitzenkaffees und -espressi, die in Hannover und Umgebung einmalig sind. Dazu zählen verschiedene Bio-Kaffees, der „Hannover 96 Kaffee“ und „Recken Blend“, der Kaffee des Handball-Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf. „Wir stellen Kaffee ausschließlich in Hannover und Region her. Das ist ein wichtiger Teil unseres Erfolgskonzeptes“, so Berndt. Sowohl im Betrieb in Limmer als auch in Burgdorf können Besucher zuschauen, wie der Inhaber Bohnen klassisch röstet. Im hinteren Teil des Kaffeefachgeschäftes gibt es zusätzlich einen Verkauf von Kaffeezubehör sowie einen Cafébetrieb. Möglich sind auch Schulungen in Form von „Genussreisen“ und „Barista-Kursen“, in denen Event-Teilnehmer Wissenswertes rund um den Kaffee erfahren.

Hannoversche Kaffeemanufaktur: Tasse Kaffee
Die Hannoversche Kaffeemanufaktur produziert 43 Spitzenkaffees und -espressi, die in Hannover und Umgebung einmalig sind.

Genussreisen

Jeden ersten Samstag im Monat finden sogenannte Genussreisen durch die Welt des Kaffees statt. An den Events können 12 bis 24 Personen nach Voranmeldung teilnehmen. Angefangen bei der Entdeckung des Kaffees über Erntemethoden bis hin zu Pflanzenarten erfahren die Teilnehmer alles über den Weg der Kaffeebohne vom Strauch in die Tasse. „Wir rösten am kleinen Handröster über offener Flamme und verkosten verschiedene Kaffees. Außerdem gibt es Tipps und Tricks für die Kaffeezubereitung zu Hause“, erklärt Andreas Berndt.

Barista-Kurse

Der Schwerpunkt liegt auf der Zubereitung von Espresso und den darauf basierenden Milch-Mixgetränken wie Cappuccino und Latte Macchiato. In einem Kurs lernen maximal sechs Gastronomieleiter, Profis oder interessierte Kaffeeliebhaber, wie die verschiedenen Anbau-, Ernte- und Aufbereitungsmethoden den Geschmack beeinflussen. Sie brühen und verkosten Kaffee sowie Espresso. Außerdem erfahren sie, wie Dosis und Mahlgrad den Espresso geschmacklich verändern können.

Von Hannover nach Changde, China

2017 eröffneten die Söhne von Andreas Berndt eine weitere Rösterei mit Kaffeeverkauf in Changde, China. „Das war reiner Zufall, dass wir in China gelandet sind“, erklärt Andreas Berndt und lacht. In Changde, etwa zwölf Autostunden von Schanghai entfernt, wurde ein norddeutsches Viertel mit einer „Hannoverschen Straße“ nachgebaut. „Es kam die Frage auf, ob meine Söhne vor Ort eine Hannoversche Kaffeemanufaktur aufmachen. Die Chinesen waren hellauf begeistert. Natürlich ist es eine gewaltige Aufgabe, da wir uns an den vielen Ketten messen müssen, aber wir kommen in kleinen Schritten voran.“ Ihrer Rolle als „Kulinarischer Botschafter Niedersachsens“ kommt die kleine Manufaktur in jedem Fall nach.

Hannoversche Kaffeemanufaktur Hannover: Infos über Andreas Berndt
Andreas Berndt
  • Beruflicher Werdegang:

    Andreas Berndt studierte Biologie und Chemie. Lange war er in der Geschäftsleitung verschiedener Konzerne tätig. In seiner Freizeit beschäftigte sich der Röstmeister und Kaffeesommelier mit Kaffee und Kaffeekultur weltweit.

  • Leidenschaft:

    2012 hat Berndt seine Leidenschaft für Kaffee zum Beruf gemacht. Er gründete die Hannoversche Kaffeemanufaktur, die er bis heute führt. Täglich trinkt er etwa 20 bis 30 Tassen Kaffee.

  • Tipp vom Experten:

    Einen guten Kaffee erkennt man daran, dass er auch kalt schmeckt. „Die Aromen sollten noch Minuten nach dem Trinken am Gaumen kitzeln“, erklärt der Barista.