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Lifestyle | Ulm/Schwäbisch Gmünd - 19. November 2018

Breakdance-WM
Das KULTURwerk im Goldrausch

Fette Beats, mitreißende Choreografien und beeindruckende Akrobatik: Das haben die Tanz-Crews vom KULTURwerk drauf. Sie verzaubern das Publikum – und sie haben Spaß dabei, das sieht man ihnen an. Genau das ist ihr Schlüssel zum Erfolg. Und der brachte ihnen nach dem Europameistertitel nun auch den Weltmeistertitel im Breakdance ein! Ein Blick hinter die Kulissen der Tanzkünstler aus Schwäbisch Gmünd.

Ende Oktober wurden im polnischen Kielce – rund 170 Kilometer südlich der Hauptstadt Warschau – die weltbesten Breakdancer gekürt. Über 3.000 Tänzer und Tänzerinnen, Hip-Hop- und Breakdance-Crews aus 35 unterschiedlichen Nationen haben an der Weltmeisterschaft im Hip-Hop, Electric Boogie und Breakdance teilgenommen. Das KULTURwerk aus Schwäbisch Gmünd war auch dabei: mit neun Solo-Tänzern und zwei Breakdance-Crews, die bereits bei der Europameisterschaft im Sommer 2018 den Titel und den 3. Platz eingeheimst haben. Und die Erfolgsstory reißt auch hier nicht ab: Gold für die „Dreamscapes“ – die Erwachsenen-Crew – und ein toller vierter Platz für die Junioren-Crew „Battle Invasion“! Doch wie werden auf diesen Veranstaltungen die besten Performer herausgefiltert?

„Die Tänzer müssen beweisen, dass sie akrobatisch stark sind, Rhythmusgefühl haben und Professionalität zeigen. Natürlich zählt auch der persönliche Geschmack der Jurymitglieder. Einige legen mehr Wert auf die unterhaltsame Show im Ganzen, andere wollen eher perfekt ausgeführte Moves sehen“, weiß der 3-fache Breakdance-Weltmeister Muharem, Spitzname „Memi“. Als Trainer der erfolgreichen KULTURwerk-Crews vermittelt der Profi aber vor allem eines: „Locker bleiben! Man darf im Wettkampf nicht verkrampfen und muss den Spaß, den man am Tanzen und an der Musik hat, ausstrahlen.“ „Memi“ selbst trat mit seinen „Dreamscapes“ an, sieben Breakdance-Profis zwischen 19 und 31 Jahren. Die Junioren – eine Gruppe aus sechs Tänzern zwischen 12 und 15 Jahren – wurden von ihm trainiert.

Kulturwerk Hip-Hop und Breakdance Weltmeisterschaft
Muharem („Memi“) Demiri, Hip-Hop- und Breakdance-Trainer im KULTURwerk, hat bereits im Alter von fünf Jahren angefangen zu tanzen.

Support aus der Heimat

Über offizielle Livestreams haben Fans, Freunde und Familie die spannende Breakdance-WM vom heimischen Sofa aus verfolgt und bei den Auswertungen mitgezittert. „Mit den Eltern der Junioren und Familien der Tänzer waren wir natürlich über eine Whatsapp-Gruppe immer im Austausch“, erklärt „Memi“. Damit die gesamte Breakdance-Mannschaft aus Schwäbisch Gmünd ihren „Einsatzort“ in Polen sicher und so komfortabel wie möglich erreicht, stellte die Mercedes-Benz Niederlassung Ulm/Schwäbisch Gmünd dem Team einen Sprinter und eine V-Klasse zur Verfügung. Wieder zurück in der Heimat und mit dem Pokal im Gepäck, spricht der Erfolgscoach mit dem Mercedes-Benz Kundenmagazin über Breakdance-Kultur, Herausforderungen und die große Stärke des deutschen Teams.

„Memi“, Slowenien und Polen sind bei internationalen Turnieren gefühlt immer vorne mit dabei – ist dort die Hip-Hop- und Breakdance-Kultur besonders weit verbreitet?

Bei den Slowenen auf jeden Fall. Sie sind akrobatisch immer sehr gut. Unser Vorteil – wir haben gegen Slowenien im EM-Finale getanzt: Wir sind in allen Disziplinen gut aufgestellt. Als Allrounder konnten wir mit unseren tänzerischen Stärken punkten und am Ende auch gewinnen. Slowenien ist aber definitiv immer ein großer Konkurrent.

Welche Nationen sind außerdem dabei und welche eure größten Herausforderer gewesen?

Korea und Japan sind ebenfalls sehr stark. Asien im Allgemeinen. Vor denen muss man sich immer in Acht nehmen (lacht). Genau wie vor den USA. Jede Nationalität hat andere Stärken und ihren eigenen Style. Unsere Stärke in Deutschland aber ist, dass wir von Anfang an alles lernen, von jeder Disziplin etwas mitzunehmen versuchen – und damit punkten wir immer wieder. Wir verpacken alles in eine Choreo und machen der Jury dann ein schönes Geschenk auf der Bühne!

Hand aufs Herz, schaut man zwischendurch auch mal, was die Konkurrenz draufhat, wie sie trainiert?

Für unser Team und für mich als Trainer ist es wichtig, dass wir uns nicht auf die anderen konzentrieren, sondern auf uns. Sobald die Schüler die anderen Tänzer oder Choreografien sehen, lassen sie sich schnell einschüchtern. Denn oft wirkt die Show der Konkurrenz auf sie besser. Das liegt aber nur daran, dass man die eigene Qualität über Monate hinweg nicht mehr sieht. Wir haben unser Programm straight durchgezogen und dabei so wenig wie möglich auf die Konkurrenz und deren Tanzstil geschaut.

Ihr seid ein eingespieltes Team. Wie kommt so eine „Meister-Crew“ zustande?

Wir kommen alle aus dem KULTURwerk, einige kannten sich aus der Szene. Durch Empfehlungen findet man oft zueinander. Wenn man häufig gemeinsam trainiert und merkt, es harmoniert, ist das Ganze ein Selbstläufer. So auch bei unseren „Dreamscapes“: Das Feeling in der Tanzschule war so gut, die Leute so motiviert, dass ich daraus kurzerhand eine Gruppe für die Europameisterschaft gegründet habe. Dass wir jetzt tatsächlich auch noch den WM-Titel geholt haben, war das größte Geschenk für uns, die Tanzschule und natürlich für mich als Trainer!

Hip-Hop und Breakdance Weltmeisterschaft
Erfolgsteam: Bei der Europameisterschaft in Bremerhaven siegt die Gruppe aus Schwäbisch Gmünd genauso wie bei der Weltmeisterschaft in Polen.
Du hast mit deiner ehemaligen Crew „Battle Boys“ den Hattrick geschafft – Breakdance-Weltmeister 2009, 2010 und 2011. Was ist deine persönliche Stärke? Was machst du anders als andere Tänzer?

Meine größte Stärke ist die Erfahrung. Ich habe mit fünf Jahren angefangen, damals, um meine großen Cousins zu beeindrucken, die mich bei ihren Tanzversuchen ausgeschlossen haben. Jetzt bin ich 31! Ich habe viele Tänzer gesehen, die im Training sehr stark sind, aber sobald es drauf ankam und sie dem Gegner gegenüberstanden, ist alles schiefgegangen. Sie waren zu aufgeregt, haben vergessen, warum sie angefangen haben zu tanzen. Für sie zählte nur das Gewinnen. Ich habe unglaublich viel im Leben mit dem Tanzen erreicht – sogar noch mehr, als ich für möglich gehalten habe – für mich ist das Tanzen einfach Leidenschaft, Spaß und Leichtigkeit. Und wenn man das verkörpert, hat man im Endeffekt schon gewonnen. Selbst wenn man das Battle und den Wettkampf nicht gewinnt …

Was genau trainiert man beim Breakdance eigentlich? Bestimmte Muskelpartien, die Ausdauer, Balance?

Zu Beginn auf jeden Fall die Ausdauer, die ist extrem wichtig. Viele glauben, eine Minute Tanzen ist nicht schwer, aber man bewegt sich größtenteils auf den Händen. Dafür muss man eine gute Fitness mitbringen. Körperspannung und Balance sind ebenso wichtig. Wenn man bedenkt, dass man sich allein auf dem Kopf dreht, ohne dass irgendein anderer Körperteil den Boden berührt … Und was man als Trainer definitiv braucht: das Vertrauen der Eltern. Wenn man als Außenstehender die akrobatischen Einlagen sieht – sein eigenes Kind auf dem Kopf ohne Zuhilfenahme der Hände – das kann natürlich beunruhigen. Aber das ist unsere höchste Priorität, wir achten immer darauf und bereiten unsere Schüler perfekt auf die Trainings vor, sodass dabei nichts passiert.

Mehr als nur ein Job

Als Breakdance-Trainer ist Muharem mehr als nur Vortänzer und Lehrer: „Für mich ist Tanzen einfach Freiheit. Jeder Mensch braucht einen Ausgleich. Meiner ist es, ins KULTURwerk zu gehen, den Kopf freizumachen und Menschen zu sehen, die sich entwickeln.“ Durch seine abwechselnden Tanzkurse und Crews hat der Tanzprofi mit vielen Jugendlichen in unterschiedlichen Lebensphasen zu tun und trägt für sie die Verantwortung. Kinder, die ihm vertrauen. „Man muss auch menschlich ein gutes Vorbild sein, denn hier ist man eben nicht nur der Tänzer, sondern auch Motivationskünstler – besonders vor einer Meisterschaft. Und ich will für die Kids da sein, auch wenn es ihnen mal schlecht geht.“

So einzigartig wie ihre Tänzer

So kreativ ihre Choreografien, so originell auch die Namen der Tanz-Crews. Dreifach-Breakdance-Weltmeister Muharem weiß: „Jeder Tänzer, aber auch jede Gruppe hat ihre ganz eigene Persönlichkeit, die durch den Tanz zum Ausdruck gebracht wird. Unsere Mosaic Crew zum Beispiel vereint sehr unterschiedliche Persönlichkeiten mit verschiedenen Stärken, doch zusammen ergeben sie ein tolles stimmiges Bild – wie viele kleine Mosaiksteine, die sich zu einem wunderschönen Bild fügen!“ Und die Kamikaze Crew? „Tatsächlich Mädels zwischen acht und elf Jahren, die unglaubliche Power und eine harte Ausstrahlung aufs Parkett bringen und man immer das Gefühl hat: Gleich greifen sie an! (lacht).“

„Aber wir wollen hier nicht nur Profis ausbilden, wir wollen in erster Linie, dass die Kids Spaß haben“, so Annette Scheuvens, Gründerin und Leiterin des KULTURwerks. Denn in der „TANZwerkstatt“, einer der drei großen Bereiche des KULTURwerks, findet jeder Tanzbegeisterte seinen Kurs – vom Breakdance-Anfänger über den Freizeittänzer und Sportler bis hin zum akrobatikgeübten Showtänzer. Und wenn einer jemanden kennt, der aus der Szene kommt, sich gerne „battled“ oder sich einfach mal ausprobieren möchte, der wird in der Tanzschule in Schwäbisch Gmünd mit offenen Armen empfangen. So werden aus Freestyle-Sessions irgendwann eingespielte Crews. Und aus Teammitgliedern Freunde.

Kulturwerk Hip-Hop und Breakdance Weltmeisterschaft
„Memi“ Demiri und Annette Scheuvens nach der gewonnenen Breakdance-Europameisterschaft in Bremerhaven im Mai 2018.
Kulturwerk Hip-Hop und Breakdance Weltmeisterschaft
KULTURwerk
  • Unternehmen

    Das KULTURwerk in Schwäbisch Gmünd bringt Tanz- und Musikschule, Kulturzentrum und Eventlocation unter ein kreatives Dach. Gründerin und Leiterin Annette Scheuvens gibt selbst Tanzkurse in verschiedenen Disziplinen.

  • Kurse

    Neben Breakdance- und Hip-Hop-Tanzkursen für Kinder und Erwachsene werden lateinamerikanische Tänze, Hochzeitskurse, aber auch Stepptanz, Ballett, Linedance oder Rollstuhltanz angeboten. In der MUSIKwerkstatt findet ausschließlich Einzelunterricht in Gesang oder Instrumenten (Klavier, Violine, Gitarre) statt.