03. November 2018
Lifestyle | Bremen

Ice-Chiller:
Eiskalt genießen

Coole Show, coole Drinks, coole Idee: der Ice-Chiller. Steve Hergert hat ihn erfunden und zum Erfolg gemacht. Nicht das einzige Projekt des kreativen Kaufmanns. Zu Besuch bei dem umtriebigen Tüftler.

„Das hier ist mein Reich“, sagt Steve Hergert und führt uns durch sein Lagerhaus in der Scipiostraße. Deckenhohe Regale säumen die Wände, aus manchen Kartons ragen Teile heraus, deren Verwendungszweck sich nur erahnen lässt. Viele Pakete sind offensichtlich für den Versand bestimmt. Überdimensionale Sonnenschirme aus Stroh verdecken den Blick. „Ich liebe es, Produkte zu entwickeln und patentieren zu lassen“, erklärt Hergert, den eine große Boulevard-­Zeitung den „Daniel Düsentrieb aus Bremen“ nannte. Das passierte, als der 41-jährige Kaufmann den Ice-Chiller präsentierte. Die Idee für diese coole Erfindung kam im Urlaub. „Es gibt nicht viel Schlimmeres, als kühle Getränke aus warmen Gläsern zu trinken“, erinnert sich Hergert an diesen einen heißen Sommertag, an dem der Stein ins Rollen kam. Dabei ist das Prinzip des Ice-Chillers ganz einfach.

Der Ice-Chiller des Bremer Unternehmers Steve Hergert vereist Gläser.
Eine coole Sache: der Ice-Chiller.

Einfaches Prinzip, großer Effekt

In wenigen Sekunden wird mithilfe von CO2 ein Glas vereist – hygienisch und keimfrei und dank Nebel und Beleuchtung sogar noch als ziemlich coole Showeinlage. Gerade diese Effekte haben viele Barkeeper und Gastronomen auf den Geschmack gebracht.  „Ich liebe es, Produkte zu entwickeln und sie patentieren zu lassen!“Steve Hergert

Und so werden nun Weine, Cocktails oder Longdrinks nicht etwa durch Eiswürfel verwässert, sondern bühnenreif in einem mit minus 38 Grad vereisten Glas serviert. Die Schicht hält – je nach Umgebungstemperatur – etwa drei bis fünf Minuten. Ökologischer Nebenaspekt: Die Kälte wird nur abgerufen, wenn sie benötigt wird, anders als bei einer Kühltruhe. Der Ice-Chiller läuft und ist in Bars und Hotels in Berlin, London oder Hongkong ebenso im Einsatz wie auf Kreuzfahrtschiffen. „Langfristig träumen wir davon, unseren Glasvereiser in weiteren ausländischen Märkten anzubieten“, so Hergert, der sich als Spezialdienstleister für die gehobene Gastronomie versteht.

Mit dem Ice-Chiller kann man Weine, Cocktails oder Longdrinks bühnenreif in einem mit minus 38 Grad vereisten Glas servieren.

Coole Drinks auch für zu Hause

Aber auch Privatleute kommen zunehmend auf den Geschmack und zelebrieren das Vereisen an der Hausbar. Da ist es ganz praktisch, dass der Ice-Chiller auf Wunsch auch als akkubetriebenes Gerät ausgeliefert wird, als Tisch- und Standgerät oder gleich als ganze Theke. Und damit jeder auch wirklich das Gerät einsetzen kann, das er haben möchte, sind natürlich individualisierte Modelle machbar. „Der Ice-Chiller in Form eines Totenkopfs mit leuchtenden Augen ist ein Hingucker und der absolute Renner“, so Hergert.

Herr Hergert, Glückwunsch, Sie haben es mit Ihrem Ice-Chiller sogar bis ins Fernsehen geschafft. Sicher eine schöne Bestätigung?

Der Ice-Chiller ist ein neues, unbekanntes Produkt, das so erst mal nicht gesucht wird. Wir sind deshalb immer auf Empfehlungen und gute PR angewiesen. Da kommt ein Auftritt im Fernsehen gerade recht, auch wenn wir nicht den ersten Platz geholt haben. Ein bisschen Werbung muss eben sein, denn bei der Vielzahl an Projekten fehlt einfach die Zeit für das Marketing. Ich glaube, dass der Ice-Chiller noch durch die Decke geht.

Ihre Lagerhalle ist prall gefüllt mit anderen Produkten. Wie laufen die Projekte?

Das ist sehr unterschiedlich. Ich bin leidenschaftlicher Händler und will immer etwas machen, das es so noch nicht gibt. Wenn dann von zehn Dingen sieben funktionieren, bin ich froh. Mein Wahlspruch stammt von Mark Twain: „Menschen mit einer neuen Idee gelten so lange als Spinner, bis sich die Sache durchgesetzt hat.“ Neben dem Ice-Chiller laufen unsere Sonnenschirme richtig gut.

Was hat es damit auf sich?

Die Sonnenschirme vertreiben wir unter der Marke „Strohschirm Manufaktur“ – ein echter Verkaufsschlager. Die Idee dazu entstand im Urlaub auf Mallorca. Die Schirme sind wartungsfrei, robust, sturmfest und 100 Prozent ökologisch. Heute dürfen wir uns mit gutem Gewissen „Marktführer bei Naturschirmen“ nennen. Das Versandproblem bei den riesigen Schirmen habe ich übrigens gleich selbst gelöst und patentieren lassen: Man kann sie wie eine Torte in Sektoren zerlegen.

Wie sind Sie denn auf diese Idee gekommen?

Auf einer Geburtstagsfeier beim Anschneiden der Torte. Wie so oft eben ganz nebenbei.

Steve Hergert ist Kaufmann und Produktentwickler
Steve Hergert ist Kaufmann, Produktentwickler und Erfinder.