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Lifestyle - 25. August 2017

Weine für die goldene Jahreszeit

Ob zur Spätsommer-Sonne, zu einem herzhaften Pilzgericht oder einem fröhlichen Beisammensein mit Freunden – ein guter Wein passt immer. Expertin Natalie Lumpp verrät, welche Tropfen im Herbst besonders gut schmecken.

Wein ist ein faszinierendes Getränk. Jahrgang, Region, Traube – das alles lässt sich erschmecken. Natalie Lumpp hat diese Kunst gelernt: sie ist Sommelière. Der Beruf gehört für sie zu den schönsten der Welt und führt sie in viele interessante Regionen und Länder. Als selbstständige Sommelière begleitet Natalie Lumpp Weinreisen. Sie schreibt, moderiert und war in TV-Sendungen zu sehen. Im Interview mit dem Mercedes-Benz Kundenmagazin spricht sie über Wein-Favoriten für den Herbst.

Was zeichnet Weine für den Herbst aus?

Nach den leichten Sommerweinen mögen wir es im Herbst wieder kräftiger. Burgunderweine wie Grauburgunder oder Chardonnay beispielsweise kann man jetzt wieder toll genießen. Sie haben ein bisschen Schmelz und Fülle, sind im Geschmack runder und besitzen meist einen etwas höheren Alkoholgehalt. Auch Bukettsorten wie Traminer, Gewürztraminer und Muskateller kommen wieder. Sie verfügen über ein üppiges Aroma, das an frisch geriebene Muskatnuss, Pfeffer, Nelken oder Rosen erinnert. Das macht jetzt Spaß.

Gibt es Trendweine in diesem Herbst?

Ja, und zwar die Bukettweine, also Traminer, Gewürztraminer und Muskateller. Früher waren die in der Regel pappsüß, wie ein Dessertwein. Heute gehen die Winzer dazu über, die Trauben früher zu lesen – so bleibt das tolle Aroma, aber die Weine sind nicht mehr so üppig. Ein anderer Trend sind Apfelweine. Die haben zwar genaugenommen nicht direkt etwas mit Wein zu tun, aber verschiedene Apfelbauern bauen die alten Apfelsorten toll aus. Cidre hat den Vorteil, dass er weniger Alkohol enthält – zwischen zwei bis maximal sechs Volumenprozent – und das ist ja auch mal ganz schön.

Haben Sie einen Geheimtipp?

Ja, den Viognier. Das ist eine Rebsorte, die ursprünglich von der Rhône in Frankreich kommt. Die Weine haben ein wenig die Kraft eines Chardonnays, sind aber im Duft viel floraler, fast wie ein Lilienstrauß. Erfreulicherweise wird die Rebe zunehmend auch in Deutschland angebaut, da habe ich schon schöne Weine getrunken.

Welcher Wein passt denn gut zu den noch wärmenden Sonnenstrahlen des Altweibersommers?

Aufgrund des heißen Sommers in Süddeutschland ist 2017 die Weinlese extrem früh. Entsprechend gibt es jetzt schon Neuen Süßen, auch als Federweißer bekannt. Der Wein ist noch nicht fertig gegoren und hat am Anfang erst zwei bis drei Volumenprozent. Je länger er im Kühlschrank steht, desto höher wird sein Alkoholgehalt. Für einen lauen Spätsommerabend würde ich einen Grauburgunder wählen. Der Wein hat ein nussiges Aroma, ein bisschen Schmelz und ist nicht so spritzig, sondern eher ein Gaumenschmeichler.

Im Herbst bevorzugen wir ja nicht nur vollmundigere Weine, auch das Essen wird wieder deftiger. Was empfehlen Sie zu Kürbis, Pilzen oder Wild?

Grauburgunder oder Chardonnay mit Pilzen – das ist unschlagbar gut. Zum Kürbis finde ich Gewürztraminer und Muskateller toll, und zu Wildgerichten passen Rotweine. Mein Favorit sind dabei die Lemberger aus Württemberg. Das sind sehr kraftvolle Rotweine mit einem besonders ausgeprägten Bukett, das an Lorbeer, Pfeffer und Wacholder erinnert.

Natalie Lumpp bar
Sommelière Natalie Lumpp ist ein großer Fan von Spätburgunder.
Gibt es Kombinationen, die ich vermeiden sollte, zum Beispiel Fisch und Rotwein, oder ist letztlich alles eine Frage des Geschmacks?

Wenn Sie Fisch im Backofen oder auf dem Grill zubereiten, dann passt da auch gut ein Rotwein. Aber wenn Sie beispielsweise eine Forelle blau oder ein gedämpftes Fischfilet haben, würde ein Rotwein das Essen erschlagen. Letztlich hat man von Natur aus schon ein gewisses Gespür dafür, was zueinander passt. Grundsätzlich lässt sich sagen: Leichtere Speisen harmonieren gut mit einem leichteren Wein, zu kräftigerem Essen wie zum Beispiel Gebratenem passt ein kräftigerer Wein.

Zum Rotwein trinken viele ein Glas Wasser. Darf es einfach Leitungswasser sein oder gibt es bei der Wahl des Wassers etwas zu beachten, zum Beispiel mit oder ohne Sprudel?

Wie beim Wein gilt: Das Wichtigste ist, dass es einem schmeckt. Manche Wasser haben einen sehr hohen Anteil an Hydrogencarbonat. Das puffert die Säure, empfiehlt sich also für Menschen, die diesbezüglich empfindlich sind. Aber ansonsten sollte man das privat nicht zu eng sehen, auch Leitungswasser ist erlaubt. Ich persönlich finde, dass ein Wasser mit leichter Kohlensäure angenehm ist im Geschmack, bei süßeren Weinen darf es ruhig mehr Kohlensäure sein, das spült den Mund frei.

Welche Weine kann ich gut auf einer Party anbieten?

Ich denke da als allererstes an Rosé. Der macht den meisten Menschen Spaß, weil er so unkompliziert ist. Er passt und schmeckt immer, man muss nicht ständig das Glas schwenken und riechen, sondern kann einfach trinken. Darum geht es ja bei einem Partywein, da stehen Trinkfluss und Bekömmlichkeit im Vordergrund. Sauvignon Blanc passt auch toll. Die Weine sind sehr aromatisch, duften nach Holunderblüte, Cassis oder Maracuja – das macht Spaß, lässt sich gut trinken und ist sehr bekömmlich. Bei Rotwein würde ich zu einem Spätburgunder greifen. Er hat ein sehr feines Aroma, das an Kirschen, Himbeeren und Erdbeeren erinnert. Spätburgunder schmeckt auch leicht gekühlt, denn dann kommt die Frucht mehr in den Vordergrund.

Welcher Wein ist Ihr ganz persönlicher Favorit für die goldene Jahreszeit?

Ich bin ein sehr großer Fan von Spätburgunder beziehungsweise Pinot Noir, wie der Wein ja auch in Frankreich heißt. Auf diese Weine, vorzugsweise aus Deutschland, freue ich mich jetzt besonders.

Sommerwein: Partygäste stehen in einer Gruppe zusammen und trinken Rotwein.
Beim Rotwein ist die perfekte Trinktemperatur 18 Grad Celsius.
Sommerwein Infobox Natalie-Lumpp
Natalie Lumpp Weinsommelière

Der perfekte Weingenuss: 3 Tipps von Natalie Lumpp

Die richtige Trinktemperatur

Die Weißweine servieren Sie idealerweise bei 6 bis 8 Grad. Im Glas erwärmt sich der Wein ja schnell. Einen großen barriquegereiften Weißwein lasse ich nach dem Öffnen gerne auf dem Tisch stehen. Er verträgt auch 10 bis 12 Grad. Bei Rotwein ist die perfekte Temperatur 16 bis 18 Grad. Das war früher die sogenannte Zimmertemperatur.

Das passende Glas

Für einen normalen Haushalt empfehle ich ein Weißwein- und ein Rotweinglas. Das Glas sollte nach oben verjüngend sein, sodass der Duft gebündelt wird. Ein langer Stil ist ebenfalls empfehlenswert: Der Wein wird so durch die Hand nicht zu schnell warm, und eventuelle Gerüche der Hand beeinflussen den Wein nicht.

Gute Tropfen einkaufen

Wenn ich einen besonderen Wein verschenken möchte, würde ich diesen immer im Fachhandel kaufen. Aber natürlich braucht es auch den guten Alltagswein, der im Supermarkt zu finden ist. Viele Märkte arbeiten mittlerweile auch mit guten regionalen Winzern zusammen. Achten Sie darauf!