10. Oktober 2017
Lifestyle | Hamburg

Mörderisch gut

Es ist 1965: In der Haifischbar auf St. Pauli wird gesungen, getanzt und gefeiert. Mitten im turbulenten Treiben von Seeleuten, leichten Mädchen und zwielichtigen Herren wird der Zuhälter Danzinger ermordet. Einsatz für das Publikum im Mercedes me Store Hamburg: Zwischen Schmalzbroten, Suppe, Poké und Naked Cake ist nun kriminalistischer Spürsinn gefragt! War es Danzingers Freundin Moni, Wirt Hugo oder etwa die Rosenverkäuferin? Dieter Warszawa, Kneipenwirt der Haifischbar und im wahren Leben Intendant und Schauspieler, schnackt über Hafenluft, Rock´n´Roll und Lampenfieber.

Worin liegt der besondere Reiz, Krimi-Dinner im Mercedes me Store Hamburg zu spielen?

Jede Location ist einfach anders und hat ihre besonderen Bedingungen und Schwingungen. Spielt man in einem großen Saal oder in einem Raum wie dem Mercedes me Store Hamburg – das ist immer wieder anders und spannend und stellt alle Ensemblemitglieder vor neue Herausforderungen! Wir mögen das alle sehr gerne, denn man wird immer wieder aufgefordert, mit den Möglichkeiten und Gegebenheiten zu improvisieren und zu spielen. Wir nehmen das, was passiert, mit ins Spielen auf.

Und was ist das Besondere für Zuschauer beim Krimi-Comedy in dieser Location?

Der Mercedes me Store Hamburg ist eine kleine Location, die sich für die Auftritte in eine Hafenkneipe aus den 1960er-Jahren verwandelt. Draußen ist nicht mehr der Ballindamm, sondern die Reeperbahn. Ich bin der Hamburger Kneipenwirt Onkel Hugo und von Anfang an dabei: Ich begrüße die Gäste in meiner Haifischbar, jeder bekommt eine Umarmung und die Damen noch ein nettes Kompliment mit auf den Weg. Und wenn dann noch die Kneipenwirtin Tante Hermine einen Korn ausschenkt, ist allen klar: Wir sind in Hamburg!

Wie fühlt sich der direkte Kontakt mit dem Publikum an?

Das ist schon etwas Besonderes, und eins merke ich dabei immer wieder: Wir sind eigentlich alle Kontaktwesen und haben Lust auf das Miteinander. Dieser Energieaustausch mit dem Publikum als Künstler, gerade wenn man mitten im Geschehen agiert und nicht auf einer  Bühne steht, ist wunderbar. Der Reiz besteht darin, mit dem Publikum zu interagieren. Häufig erhalten wir hinterher gerade von den Zuschauern, die gar nicht damit gerechnet hatten, so mit ins Geschehen eingebunden zu werden, viele positive Rückmeldungen.

Wie passen Schauspiel und gute Küche zusammen?

Natürlich achten wir darauf, dass nicht gegessen wird, während wir spielen. Das passiert immer abwechselnd und ist mit den Köchen so abgesprochen: Suppe, zugucken, Poké, zugucken, Naked Cake, zugucken. Ist sehr lecker, unterhaltsam und klappt prima. „Wir lieben das Improvisieren!“Dieter Warszawa

Ein Portraitfoto des Leiters und Schauspielers des Krimidinners im Hamburger me Store Dieter Warszawa
Für alle Sinne: Labskaus auf der Zunge, Shantys im Ohr – Dieter Warszawa (rechts oben) weiß: Diese Mischung kommt an!
Wie wird das Publikum ins Geschehen eingebunden?

Überführen müssen die Zuschauer den Mörder nicht, aber sie müssen mitraten. Sie sind ja während des Geschehens dabei und sagen der Polizei am Ende, was sie gesehen und was sie nicht gesehen haben oder was ihnen aufgefallen ist. Wir geben dann später noch mal einen Einblick in den Stand der Ermittlungen und fassen auf komödiantische Art und Weise zusammen, was das Publikum herausgefunden hat. Zuletzt wird dann der Mörder präsentiert.

Wie viele Schauspieler sind in Ihrem Ensemble?

Unser Theater Ik´s besteht aus einem Stamm von 15 freien Mitarbeitern und fünf Gitarristen. Die kommen nicht jederzeit und überall zum Einsatz, aber bei den Krimi-Shows ist immer ein Gitarrist mit dabei. Da sind wir nämlich sehr musikalisch unterwegs.

Wie sieht es aus mit Lampenfieber? Haben Sie welches?

Aber hallo – ich bin ein Nervbolzen, bevor wir anfangen zu spielen, und immer sehr angespannt. Aber ich glaube, das geht fast jedem Kreativen so.