11. Juli 2018
Lifestyle | Mainz

Nachhaltige Architektur
Im Holzbau liegt die Zukunft

Ob Altbausanierung oder moderner Neubau, Jochen Schraut und Axel Rentschler aus Mainz bieten beides. Dabei leitet das erfahrene Architekten-Duo der Grundsatz, möglichst nachhaltig zu bauen. Immer mehr Bauherren sehen das genauso. Zum Glück.

Wie wollen wir leben? In der Stadt? Auf dem Land? Im Haus oder in der Wohnung? Menschen haben mehr als eine Antwort darauf. Doch ob im Grünen oder in der Metropole: Sie benötigen gesunden Lebensraum. Das Bewusstsein für einen ressourcenschonenden Lebenswandel steigt. Eine zentrale Frage lautet daher: Wie bauen wir so, dass es nicht nur den Menschen gefällt, sondern auch der Natur?

Eine Antwort ist gutes Design, das nachhaltig ist – auch in der Architektur. Dass beides zusammen geht, zeigen die Architekten Jochen Schraut und Axel Rentschler seit Jahren. Ihr fünfköpfiges Team plant Neubauten ebenso wie die Sanierung von Altbauten. Von Anfang an im Fokus hatten die beiden smart Fahrer ein ebenso modernes wie nachhaltiges Material: Holz. Diesem Werkstoff verdanken sie im Grunde alles. Die gelernten Zimmerleute trafen sich vor zwei Jahrzehnten im Architekturstudium.

Das Architekten-Duo Schraut/Rentschler steht für nachhaltige Architektur mit klaren Formen und viel Holz.
Klare Formen und der Werkstoff Holz: die Markenzeichen des Architekten-Duos Schraut/Rentschler.
Die Experten für nachhaltige Architektur: Jochen Schraut und Axel Rentschler.
Ein eingespieltes Duo: Axel Rentschler (links) und Jochen Schraut arbeiten seit 2008 zusammen.

Vielfältige Bauprojekte

Ein Blick auf verschiedene Projekte der Architekten Schraut und Rentschler offenbart bauliche Vielfalt. Da ist etwa das leuchtend rote Haus mit Satteldach und schrägem Anbau aus Holz. Der Bau erhielt 2014 eine Auszeichnung für umweltfreundliches Bauen und Wohnen in Mainz. Alt und Neu gehen in der Villa Maria in Mainz eine attraktive Liaison ein. Der Altbau aus der Jahrhundertwende hat eine moderne Note durch einen Glasanbau zum Garten hin: Ein hohes schmales Metallprofil mit Dreifachverglasung lotst aus jedem Winkel Licht ins Innere des alten Hauses.

Große Glasflächen liegen auch bei nachhaltiger Architektur im Trend.
Auf jeden Fall viel Tageslicht: Der Glasanbau sorgt für eine moderne und freundliche Optik.

„Wir sprechen die Sprache der Gewerke“

„Dank unserer Wurzeln im Zimmerhandwerk beachten wir in unseren Projekten konstruktive und ökologische Grundsätze“, sagt Jochen Schraut. „Zudem sprechen wir die Sprache der am Bau beteiligten Gewerke.“ Eine innovative und realisierbare Planung alter oder neuer Gebäude war den Architekten von Anfang an wichtig. „Die Villa Maria ist ein altes Haus mit Vorgeschichte, hier hat es viel Spaß gemacht, durch den Anbau das Alte mit dem Neuen zu verbinden“, so Schraut, der das Haus mit seiner Familie bewohnt.

Trends der Zukunft

Welche Trends prägen das Bauen der Zukunft? Darauf haben die Mainzer Architekten eine eindeutige Antwort. „Naturnähe. Im Holzbau sehen wir die Zukunft. Hier gibt es künftig vier- bis fünfgeschossige Bauweisen. Das ist eine tolle Entwicklung. Außerdem sind natürliche Dämmstoffe und die energetische Sanierung gefragter denn je. Gute nachhaltige Baustoffe kriegen allmählich ihren Markt.“ Schraut und Rentschler fiel es nie schwer, Menschen davon zu überzeugen. Schon vor zehn Jahren haben sie Bauherren den Dämmstoff Holz ans Herz gelegt. „Weil der einfach gut ist.“ Nachhaltige Architektur als Markenkern. Einen Nachteil gebe es zukünftig allerdings, meinen die Experten: die Bewältigung baulicher Altlasten. „Seit den 1960ern wurden in Deutschland Kunststoffplatten, Mineralwolle und Glasfaser verbaut. Das zurückzubauen wird dauern.“

Im Trend bei nachhaltiger Architektur: viel Holz und Glas
Die 3-D-Grafik in der Planungsphase. Helle Räume steigern das Wohlfühlgefühl.

Gesund mit Holz

Die Architekten sehen sich nicht als Ökos. Eher als Vordenker. Schraut und Rentschler geht es darum, gesundes Wohnen zu etablieren. „Das ist neben Design und Funktionalität eine weitere Dimension.“ Heutiges Bauen laufe oft falsch. „Zeitdruck ist ein großes Thema. Es gibt kaum noch Winter- und Sommerphasen. Neue Gebäude können nicht mehr richtig trocknen. Chemie kommt zum Einsatz.“ Holz dagegen erlaube gesunde Abweichungen. „Der Holzbau ist kompakt und günstig. Anstatt einzelne Handwerker abfragen zu müssen, produzieren wir ein Holzhaus gemeinsam mit einem Partner in der Halle.“ Dort werden die Fenster eingebaut, dann wird es ausgeliefert und montiert. Mit beeindruckenden Ergebnissen.