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Lifestyle | Mannheim-Heidelberg-Landau - 13. März 2019

Wegbereiter
Die Mannheimer Philharmoniker

Selbst für herausragende Talente ist es sehr schwierig, eine Orchesterstelle zu bekommen. Bei den Mannheimer Philharmonikern bereiten sich Musiker aus 40 Nationen auf ihre professionelle Laufbahn vor. Die Qualität des jungen Ensembles ist dabei so hoch, dass auch Weltstars der Klassikbranche nach Mannheim kommen, um mit den Philharmonikern zu spielen.

Fragt man Yana Zelenogorska nach ihrem ersten Konzert­erlebnis mit den Mannheimer Philharmonikern, spricht sie von der besonderen Stimmung im Orchester. „Es ist etwas ganz Besonderes, mit Menschen aus so vielen Nationen zusammen zu spielen“, so die 25-Jährige. Erst danach erzählt sie von ihrem ersten Auftritt, der 2017 in einem Konzerthaus stattfand, das bei vielen Musikliebhabern ganz oben auf der Wunschliste steht: die Hamburger Elbphilharmonie.

Debüt in der Elbphilharmonie

„Es war unglaublich“, erinnert sich Yana. „Vor dem Konzert war ich sehr nervös, aber wir waren richtig gut.“ Es ist kein Zufall, dass die junge Bulgarin den Teamgeist des Orchesters vor ihr Konzertdebüt in Hamburg setzt. Die Mannheimer Philharmoniker sind in der deutschen Orchesterlandschaft außergewöhnlich.

80 Musiker und Musikerinnen aus rund 40 Nationen spielen bei den Mannheimer Philharmonikern.
80 Musiker und Musikerinnen aus rund 40 Nationen spielen bei den Mannheimer Philharmonikern.

Von Mannheim nach Mailand

Gegründet wurde das Orchester 2009 von Boian Videnoff. Der hat seine musikalische Ausbildung an der Violine, dem Klavier, der Oboe und im Gesang erhalten, bevor er anschließend Dirigieren studierte. Nach fast zehn Jahren zahlt sich das große musikalische Engagement aus. Die Mannheimer Philharmoniker haben nicht nur in berühmten Konzerthäusern wie in Mailand und Madrid gespielt, sie werden auch von Weltstars der Branche besucht. Im Interview erklärt Videnoff, was die Mannheimer Philharmoniker so besonders macht.

Die Mannheimer Philharmoniker werden von der Mercedes-Benz Niederlassung Mannheim-Heidelberg-Landau unterstützt.
Die Mannheimer Philharmoniker werden von der Mercedes-Benz Niederlassung Mannheim-Heidelberg-Landau unterstützt.
Herr Videnoff, worin unterscheiden sich die Mannheimer Philharmoniker von anderen Orchestern?

Es gibt im Wesentlichen zwei Arten von Orchestern: Jugendorchester und professionelle staatliche Orchester. Im Unterschied zu Jugendorchestern spielen bei uns keine Jugendlichen, sondern junge Menschen, die sich professionell auf eine Stelle vorbereiten und den Anspruch haben, in einem professionellen Ensemble auf höchstem Niveau zu arbeiten, sich fortzubilden und die die Mannheimer Philharmoniker letztendlich als Sprungbrett in eine feste Anstellung nutzen.

Sollte es nicht ausreichen, erfolgreich eine Musikhochschule zu absolvieren?

Es ist ein großer Spagat zwischen dem, was an der Hochschule gelehrt, und dem, was dann im Orchester verlangt wird. In der Ausbildung bin ich logischerweise sehr auf das eigene Spiel fokussiert und nicht so sehr damit, wie ich mein Können in eine Gruppe, in den Klangkörper eines Orchesters integrieren kann. Das ist etwas, was wir bieten können.

Und dann verlassen immer wieder die besten Musiker Ihr Ensemble, weil sie den Sprung in ein festes Ensemble geschafft haben. Wie gehen Sie mit diesen Verlusten um?

Ich bin froh und traurig zugleich, wenn einer unserer Topmusiker in ein festes Orchester wechselt. Aber auch wenn die Besten die Philharmoniker immer wieder verlassen, hat sich unsere Qualität doch immer weiter gesteigert. Das ist hochinteressant und kennt man auch von anderen Orchestern: Selbst wenn jemand ein Stück noch nicht so gut kennt, steigt der Musiker sofort auf ein ganz anderes Niveau, sobald er mit einem guten Orchester spielt. Ich nenne das eine Art kollektives Gedächtnis.

„Wir müssen raus aus dem Elfenbeinturm und den künstlerischen Anspruch immer höher setzen.“Boian Videnoff

Die Qualität der Mannheimer Philharmoniker zeigt sich wohl auch daran, dass Weltstars wie Sonya Yoncheva nach Mannheim kommen, um mit dem Orchester zu spielen. Wie gelingt Ihnen das?

Wenn ein begnadeter Pianist wie Sergei Babayan mit den Mannheimer Philharmonikern spielt oder wie in diesem Jahr Sonya Yoncheva, ist es eine ganz große Ehre. Diese Musiker finden das Projekt toll und möchten die jungen Musiker gerne unterstützen.

Der Gründer und künstlerische Leiter der Mannheimer Philharmoniker, Boian Videnoff.
Boian Videnoff ist Gründer und künstlerischer Leiter der Mannheimer Philharmoniker.
Konzerthäuser, Opern und Theater müssen sich gegenüber einem enormen kulturellen Angebot behaupten. Wie sehen Sie die Rolle eines klassischen Orchesters im 21. Jahrhundert?

Was die wenigsten wissen: Es gibt eine Studie, wonach die klassische Musik in Deutschland mehr Zuschauer lockt als die Fußball-Bundesliga. Das Interesse ist also da. Trotzdem müssen wir raus aus dem Elfenbeinturm und den künstlerischen Anspruch immer höher setzen. Also einerseits künstlerische Spitzenleistungen bieten und andererseits unserem Publikum vermitteln, was wir eigentlich machen – das ist der Weg.

Gehört zu diesem Credo „Raus aus dem Elfenbeinturm“ auch der Einsatz digitaler Medien?

Ich finde es unglaublich wichtig, dass wir die neuen Medien nutzen. Wir zeigen unsere Konzerte etwa in Livestreams. Von zu Hause aus auf Youtube mal in ein Konzert zu hören, das ist für viele der erste Schritt, sich dann auch mal in einen echten Konzertsaal zu wagen.

Es geht aber nicht nur um digitale Medien. Wir veranstalten sogenannte Bildungskonzerte, bei denen bis zu 500 Schulkinder zu uns kommen. Was sie erleben, ist Musikunterrricht mit Live-Orchester. Das macht einen unglaublich intensiven Eindruck bei den Kindern – das Leuchten in ihren Augen, ihre Begeisterung für die Musik und die Instrumente. Das ist etwas, was man weiter fortführen und stärken muss.

Smartphone und Geige – während der Probe bei den Mannheimer Philharmonikern.
Kein Gegensatz: Smartphone und Geige.

Ein Leben für die klassische Musik

Diese Begeisterung für die klassische Musik hat die junge Geigerin Yana Zelenogorska bereits im Elternhaus erlebt – auch die Mutter und der Großvater spielten Geige. Als die 25-jährige Bulgarin dann beschloss, ihr Masterstudium in Mannheim abzuschließen, wurde sie von den Eltern unterstützt.

Aber auch wenn es nicht so gewesen wäre, hätte es für Yana keinen großen Unterschied gemacht. Sie möchte, dass die klassische Musik ihr Leben begleitet, beruflich und privat. Und dafür übt sie jeden Tag viele Stunden privat und mit dem Orchester. Auf die Proben mit den Mannheimer Philharmonikern freut sie sich besonders, obwohl auch sie irgendwann das Ensemble verlassen wird. Yanas großes Ziel ist es, sich einen Platz in einem der staatlichen Orchester zu erspielen.

Reinhören: Die Mannheimer Philharmoniker in der Elbphilharmonie

Tourdokumentation – die Mannheimer Philharmoniker in der Hamburger Elbphilharmonie.

Die Mannheimer Philharmoniker
  • Das Orchester

    Höchstleistung, Leidenschaft und Chancengleichheit, dafür stehen die Mannheimer Philharmoniker und ihre 80 jungen Musiker mit ihren rund 40 Nationalitäten. Mit Können und Spielfreude begeistern sie ihr Publikum im Mannheimer Rosengarten oder auf internationalen Tourneen. Das Ensemble versteht sich als Talent­schmiede, die jungen Menschen den Weg in eine professionelle Karriere ebnet.

  • Das Programm

    Zu den kommenden Highlights zählt eine Operngala mit der Starsopranistin Sonya Yoncheva, die am 31. März im Musensaal des Mannheimer Rosengartens stattfindet. Im Mai spielt das Orchester mit Lars Vogt, einem der derzeit gefragtesten deutschen Pianisten. Mehr zum Konzertprogramm.