08. August 2017
Lifestyle | Hamburg

Perlen im Spotlight

Die Fotografie ist seine Passion, seine Arbeit mit Mercedes-Benz Fahrzeugen ein Kindheitstraum. Im Interview mit dem Mercedes-Benz Kundenmagazin spricht Fotograf Hendrik Buchholz über seine beiden großen Leidenschaften und ausgewählte Locations für gelungene Auto-Motive.

Hamburg ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel für Familien-, Städte- und Shoppingtrips, auch bei (Hobby-)Fotografen, Instagrammern und Bloggern steht die Perle an der Elbe hoch im Kurs. Speicherstadt, Hafencity & Co. kommen hier tagtäglich vor die Linse der Fototouristen. So auch bei Hendrik Buchholz. Mit einem Unterschied: Der Mitarbeiter der Mercedes-Benz Niederlassung Hamburg kennt auch die versteckten und auf den ersten Blick eher unscheinbaren Fotomotive der Hansestadt – und hat sie auf ihre Fahrzeugtauglichkeit getestet. Für das Mercedes-Benz Kundenmagazin hat der Fotograf und Blogger sich mit einem CLA Coupé 180 PEAK Edition (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 5,7 l/100 km | CO2-Emissionen kombiniert: 133 g/km) auf Fotosafari begeben und stellt seine Lieblingslocations für die Autofotografie vor – praktische Tipps und Tricks zur Umsetzung inklusive.

Autofotografie in Hamburg mit dem CLA PEAK Edition auf einem Parkdeck
Hamburg bietet enorm viele Locations für die Autofotografie. Wichtig: Den richtigen Zeitpunkt abpassen!
Du hast als Fotograf immer wieder Sportwagen, Limousinen und SUV vor deiner Linse – hattest du schon immer einen besonderen Bezug zu Autos?

Ja, schon im Kleinkindalter. Damals kannte ich bereits alle Marken meiner Spielzeugautos und konnte sie voneinander unterscheiden. Nach der Schule wollte ich ursprünglich in die Fahrzeugentwicklung. Die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker war für mich die perfekte Grundlage für ein Studium. Und mir war wichtig, direkt bei einem großen Hersteller die Ausbildung zu machen. Dass es am Ende Mercedes-Benz geworden ist, war genau die richtige Entscheidung.

Und damit wurde auch deine Leidenschaft für die Automobil-Fotografie entfacht?

Das Fotografieren war schon viel früher ein großes Hobby. Speziell in der Autofotografie habe ich mich erst an kleinen Modellautos versucht, die ich zu Hause fotografiert habe, um die Formen und Reflexionen in das richtige Licht zu bringen. Die echte Autofotografie kam erst später dazu, als im Freundeskreis nach und nach jeder seinen Führerschein machte, sodass dann regelmäßig „Papas Auto“ vor die Linse kam.

Was fasziniert dich an der Fotografie?

Sie ist so wahnsinnig vielseitig. Der eine fotografiert gerne Makro, der andere Tiere oder Menschen, wieder andere Landschaften oder eben Autos. Es ist so viel mehr, als einfach nur einen Knopf zu drücken. Man lernt viele neue Menschen kennen – und gerade bei der Autofotografie kommt man sehr schnell ins Gespräch. Außerdem ist es sehr spannend, dass jeder Fotograf seine eigene Bildsprache hat. Denn die Ausgangssituation ist immer gleich: Es gibt ein Fahrzeug, eine Location, die Kamera und den Fotografen. Doch jeder hat seine eigene Vorgehensweise, seinen individuellen Stil – auch in der Nachbearbeitung. So kommt es zu grundverschiedenen Bildern.

Hamburg ist ganz häufig Schauplatz deiner Aufnahmen. Was macht die Stadt so besonders und so geeignet für die Autofotografie?

In Hamburg bin ich vor 24 Jahren geboren und seitdem ist es mein Heimathafen, den ich über alles liebe. Die Nähe zum Wasser macht die Stadt zu etwas Besonderem. Und man entdeckt jedes Mal wieder aufs Neue unbekannte Ecken und eben auch Foto-Locations. Besonders gerne fahre ich im Sommer nachts durch den Hafen, wenn die riesigen Containerschiffe anlegen, auf den Straßen aber kaum etwas los ist. Den Blick von der Köhlbrandbrücke in den Hafen kann ich absolut empfehlen. Und Hamburg bietet wirklich für jedes Fahrzeug eine passende Location: die Hafencity, die Speicherstadt, die Alster, den Flughafen, unzählige Parkhäuser …„Durch gezielte Belichtung lassen sich die besonderen Details der unterschiedlichen Fahrzeuge hervorheben.“Hendrik Buchholz

Hendrik Buchholz steht für seine Autofotografie vor dem CLA Coupé.
Worauf achtest du bei der Auswahl deiner Kulissen? Was sind deine Lieblingsmotive?

Meistens fahre ich in die Hafencity, hier hat man auf kleinem Raum alte Speichergebäude und moderne Architektur. Vor dem Gelände des Musicals „König der Löwen“ gibt es zum Beispiel einen kleinen Strandabschnitt, auf den man fahren kann. Aus dieser Perspektive hat man die Elbphilharmonie im Hintergrund. Es bieten sich allerdings nicht alle Locations auch für alle Autos an. Da kann man schon an Kleinigkeiten wie einem zu hohen Bordstein scheitern …

Gibt es denn die „perfekte Tageszeit“ zum Fotografieren?

Ich achte vor allem bei der Wahl der Location auf die Uhrzeit. Es gibt viele tolle Plätze, die erst befahrbar sind, wenn kein Betrieb herrscht oder die Parkhäuser nicht überfüllt sind. Und ein Sonnenuntergang wirkt natürlich auch ganz anders als die direkte Mittagssonne. Die angenehmste Zeit zum Fotografieren ist der Sonntagabend, dann lässt sich aus Location – da meist wenig Verkehr herrscht – und Lichtverhältnissen das Beste herausholen.

Worauf sollte man beim Fotografieren von Autos besonders achtgeben?

Die große Kunst ist der Umgang mit dem Licht. Zunächst muss das Fahrzeug in der richtigen Position stehen, sodass die Bildkomposition stimmig wirkt. Das Auto sollte nicht die Mitte des Bildes einnehmen, sondern in einem Winkel zur Kamera aufgenommen werden, um mehr Tiefe zu erhalten. Bei direktem Sonnenlicht versuche ich immer, gegen das Licht zu fotografieren, da die Sonne sehr hartes Licht und somit auch harte Schatten wirft, die viele Details verstecken. Im Gegenlicht verwende ich einen 600 Ws starken Blitz. Falls der Lack stark reflektiert, benutze ich einen Polfilter. Es ist aber immer von Vorteil, noch eine Person dabeizuhaben, die den Blitz noch mal umpositioniert.

Gibt es auch Unterschiede bei den Fahrzeugen selbst?

Definitiv. Ich versuche generell, immer so viele Details von einem Fahrzeug einzufangen wie nur möglich. Jedes Modell hat eine eigene Linienführung oder Elemente, die man mit gezieltem Belichten hervorheben kann. Bei dem CLA zum Beispiel der Diamantgrill, der ein wesentlicher Designaspekt ist. Es kann aber durchaus vorkommen, dass ein Endresultat aus mehr als 40 Einzelbildern besteht, weil so viele Details einzeln fotografiert werden müssen, die nicht auf einmal hervorgehoben werden können.

Woher nimmst du die außergewöhnlichen Ideen für die Inszenierung? Experimentierst du viel?

Auf jeden Fall! Gerade durch die sozialen Medien findet man unzählige andere begabte Fotografen aus dem Bereich Auto-Motive. Hier bekommt man unglaublich viel Inspiration, Ideen für neue Techniken und Lichtspiele. Nicht jede neue Methode gelingt auf Anhieb, aber man lernt aus dem Versuch.

Welcher Mercedes-Benz war dein „Superstar“ vor der Kamera und welchen Traum würdest du dir gerne erfüllen?

Mein persönlicher Superstar war der Mercedes-AMG GT S, den ich in meinem ersten Lehrjahr bei uns in der Hamburger Niederlassung fotografieren durfte. Anschließend hat sogar der offizielle Mercedes-Benz Instagram-Kanal ein Bild aus dieser Serie gepostet. Meine Träume: eine Fotoreise mit einem GT C Roadster durch Neuseeland, die Fjorde Norwegens mit einem Geländewagen abzufahren oder mit einem Sportwagen eine Tour durch die Schweizer Pässe zu machen.

Grundausrüstung für die Automobil-Fotografie

Um in die Fahrzeug-Fotografie tiefer einzusteigen, benötigt man auf jeden Fall eine Grundausrüstung: zunächst eine Kamera mit manuellem Modus. Und unbedingt ein Stativ, sodass verschiedene Belichtungsreihen möglich sind und diese in einem Bildbearbeitungsprogramm zusammengesetzt werden können. Hilfreich sind zusätzlich ein Fernauslöser und eine kleine Dauerleuchte (am besten mit Akku). Alleine mit diesen Hilfsmitteln lassen sich schon tolle Aufnahmen machen. Zu meiner persönlichen Foto-Ausrüstung gehören:

  • die Kamera (Canon EOS 6D)
  • ein Carbon-Stativ (Cullmann) und ein Lampenstativ
  • zwei Objektive (Sigma 35 mm 1.4 und Canon EF 24-105mm f4 L)
  • Fernauslöser für die Kamera, Fernauslöser für den Blitz (Jinbei HD-II 600), Reflektor für den Blitz, Objektiv Canon EF 24–105 mm 4L
  • Polfilter
  • Laptop, Kabel und Speicherkarten
  • eine LED-Dauerleuchte (Die Leuchte am linken Bildrand ist die Leuchte, mit der die Streifen bei dem CLA Bild entstanden sind. Die Leuchte ist mit einem Spannungswechsel (12 V–230 V) an einer kleinen Motorradbatterie angeschlossen, sodass sie überall einsetzbar ist.)
  • Softbox (nicht auf dem Bild) und Ersatzbatterien für die Kamera sowie LED-Dauerlicht und Fernauslöser
  • Schraubenzieher für Kennzeichen
Hendrik Buchholz Ausrüstung für die Autofotografie
Die (Basis-)Ausrüstung von Hendrik Buchholz, mit der 95 Prozent seiner Bilder entstehen.
Hendrik Buchholz ist spezialisiert auf Autofotografie und Azubi bei Mercedes-Benz.
Hendrik Buchholz
  • Beruf:

    Hendrik Buchholz hat seine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker für Hochvolt- & Systemtechnik bei Mercedes-Benz im Juni 2017 abgeschlossen. Anschließend wurde er als Teammonteur in der Niederlassung Hamburg übernommen.

  • Fotografie:

    Seit der gebürtige Hamburger zum 13. Geburtstag eine Digitalkamera geschenkt bekam, ist die Fotografie sein großes Hobby. Ein paar Jahre später kam die erste Spiegelreflexkamera hinzu und war seitdem, besonders auf Reisen, sein ständiger Begleiter. Über Youtube-Tutorials, Fotografie-Blogs und durch ständiges Experimentieren perfektionierte er sein handwerkliches Geschick und meldete 2016 ein Kleingewerbe als Fotograf an.

  • Arbeitsproben & Kontakt:

    Auf seinem Blog hendrikbuchholz.de und über seinen Instagram-Kanal hennib teilt Hendrik Buchholz nicht nur sein Können in der Autofotografie, sondern auch spektakuläre Landschaftsaufnahmen von Reisen nach Neuseeland oder Australien.

„Lightpainting“ für Einsteiger

Step 1

Die Kamera auf dem Stativ befestigen und das Motiv auswählen. An der Kamera den manuellen Modus einstellen. Am besten eignet sich zu Anfang eine sehr dunkle Location (nachts), sodass man mehr Kontrolle über das Licht hat.

Step 2

Eine lange Belichtungszeit ermöglicht, dass mehr Licht auf den Sensor trifft, sodass diese Zeit genutzt werden kann, um das Auto zu belichten. Die Leuchte wird nach Betätigen des Auslösers auf Höhe des Autodachs um das Fahrzeug herumgeführt. Sobald der Auslöser schließt, kann man bereits ein schönes Ergebnis in der Kamera betrachten.

Step 3

Anschließend wird noch ein Bild vom Hintergrund benötigt. Also die Verschlusszeit so einstellen, dass der Hintergrund optimal beleuchtet wird. Wichtig: Nur die Verschlusszeit verstellen und nicht die Blende oder den ISO-Wert! Mithilfe des Fernauslösers werden Verwackler beim Auslösen der Kamera verhindert.

Step 4

In Photoshop werden die Bilder dann nach und nach zusammengesetzt. Als Basisbild wird der Hintergrund gewählt und danach das Fahrzeug und der Vorder-/Untergrund eingesetzt. Übung macht den Meister!