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Lifestyle | Stuttgart - 18. Februar 2019

Alu ade!
Kaffeekapseln aus Holz

Etwa vier Milliarden Kaffeekapseln aus Aluminium oder Kunststoff werden allein in Deutschland jährlich verbraucht. Große Mengen schlecht bis gar nicht recycelbarer Verpackungsmüll fallen dadurch an. Dass es auch anders geht, zeigt das Start-up rezemo: Zwei junge Gründer haben eine nachhaltige Alternative aus Holz entwickelt, die jetzt den Markt erobern soll.

Es ist die Geschichte einer Freundschaft, die schon früh begann: „Stefan und ich wuchsen in zwei kleinen Nachbarorten im südlichen Baden-Württemberg auf. Unsere Eltern waren damals befreundet und wir deshalb auch irgendwann“, erzählt Julian Reitze. Mit zwölf Jahren spielten sie gemeinsam Tennis. Später, nach dem Schulabschluss, beschlossen beide, Wirtschaftsingenieurwesen an der Universität Stuttgart zu studieren. Warum also nicht gleich zusammen eine WG gründen? Gesagt, getan.

Blick über den Tellerrand

Früher sei das Thema Nachhaltigkeit noch nicht sonderlich präsent für sie gewesen, so Reitze. „Klar hat man schon versucht, den Jutebeutel zum Einkaufen mitzunehmen, aber das war’s eigentlich. Erst durch unsere Auslandsaufenthalte merkten wir, dass mehr passieren muss.“ Während Julian ein sechsmonatiges Praktikum in Saudi-Arabien absolvierte, ging es für Stefan nach China. „In dieser Zeit haben wir beide einen anderen Blick auf das Thema Nachhaltigkeit bekommen. Denn in Ländern wie diesen sieht man viel stärker, wie groß das Müllproblem auf der Welt ist. In der Wüste, am Strand, am Straßenrand … überall lag Verpackungsmüll. Das hat uns nachdenklich gemacht.“

Kaffeekapseln aus Holz des Start-ups rezemo, drapiert auf einem Kaffeesack
Kleine Kapsel, großes Geschmackserlebnis – das versprechen die Gründer von rezemo. Und das Ganze natürlich nachhaltig.

Und so begannen sie nach ihrer Rückkehr zu überlegen, was man selbst tun könnte, um diesem Problem zu begegnen. „Ziemlich schnell kamen wir dann auf das Thema Kaffeekapseln, denn allein bei uns in der WG entstand dadurch richtig viel Müll – bis zu zehn Kapseln pro Tag. Das sind etwa 300 im Monat“, so der 26-jährige Gründer. Damit sind sie nicht die Einzigen: Experten schätzen, dass allein in Deutschland etwa vier Milliarden Kapseln jährlich verbraucht werden. 8.000 Tonnen Müll fallen dadurch an. Ein Großteil der kleinen Behälter besteht aus Aluminium, manche aus Kunststoff oder einem Kunststoffgemisch, das sich biologisch abbauen soll. „Das muss besser gehen“, dachten sich Julian Reitze und Stefan Zender. Und so begannen sie, in ihrer WG an einer umweltfreundlichen Alternative zu tüfteln.

Kaffeekapseln aus Holz – die nachhaltige Alternative

Ein Projekt, das in seiner Umsetzung gar nicht so einfach war: „Schließlich sollte man die Kapseln nach dem Gebrauch in die Kompost- oder Biotonne werfen können“, sagt Julian Reitze, „und sie mussten in jede Kapselmaschine passen.“ Hilfe suchten und fanden sie an der Uni Stuttgart und dem dort angeschlossenen Fraunhofer-Institut. Der perfekte Grundstoff war schnell gefunden: Aus einem Holzmaterial sollten die Kaffeekapseln hergestellt werden. Genauer gesagt aus Spänen – einem Ausschussprodukt von Sägewerken auf der Schwäbischen Alb.

Julian Reitzke und Stefan Zender: Die Entwickler der Kaffeekapseln aus Holz.
Freunde seit Kindheitstagen: Julian Reitze (26) und rechts Stefan Zender (25), die Entwickler der Kaffeekapseln aus Holz.

Drei Jahre dauerte der Entwicklungsprozess. „Wir mussten uns viel selbst beibringen, zum Beispiel wie man Prototypen herstellt“, erinnert sich der Co-Gründer von rezemo. Auch bei der Füllung wollten sie keine Kompromisse machen. Deshalb entschieden sie sich für den sozial und nachhaltig hergestellten Qualitätskaffee der Cafésito-Manufaktur – einem Integrationsprojekt der Oberschwäbischen Werkstätten. „Cafésito ist Mitglied der Deutschen Röstergilde und wurde für seine Produkte schon mehrfach ausgezeichnet, da wussten wir sofort, dass der Ravensburger Betrieb perfekt zu uns passt. Wir selbst sind ja keine Kaffee-Experten und daher auf fachkundige Hilfe angewiesen.“

„In der Wüste, am Strand, am Straßenrand … überall lag Müll. Das hat uns nachdenklich gemacht.“Julian Reitze, Co-Gründer von rezemo

Kaffeekapseln aus Holz des Start-ups rezemo
Kleine Kapsel, großes Geschmackserlebnis – das versprechen die Gründer von rezemo. Und das Ganze natürlich nachhaltig.

Der erste Espresso: Rassig, vollmundig, voller Temperament

Bis dato verkaufte die Manufaktur keinen Kaffee in Kapseln, und so musste eine eigene Edition her. „Damit die Komposition möglichst vielen Menschen gut schmeckt, haben wir mit Cafésito zahlreiche Coffee-Tastings veranstaltet, also Blindverkostungen mit ganz unterschiedlichem Publikum“, erzählt Reitze. Das Ergebnis: ein typisch italienischer Espresso aus Hochland-Arabica- und Canephora-Bohnen voller Temperament und Intensität. Mittlerweile wurde eine zweite Edition entwickelt, weitere sollen folgen. Gibt’s sonst noch Pläne für die Zukunft? „Ja, große sogar“, sagt Julian Reitze, „wir wollen Marktführer werden. Zumindest, was nachhaltige Kaffeekapseln betrifft.“ Erste Erfolge konnte das Duo bereits feiern, so zum Beispiel mit der Lindner Hotelgruppe, die seit Kurzem zu ihren Kunden zählt.

Kaffeekapseln aus Holz des Start-ups rezemo
Haben es in sich: umweltfreundliche Kaffeekapseln, die je nach Röstung bis zu 800 verschiedene Aromen beinhalten.
Das Logo des Start-ups rezemo, das Kaffeekapseln aus Holz produziert.
rezemo
  • Woher der Name?

    rezemo ist ein Fantasiewort, das aus den beiden Nachnamen der Gründer entstand: „Wir haben das Ganze mit einem italienischen Hauch abgerundet, damit es besser zum Thema Kaffee passt“, verrät Co-Gründer Julian Reitze.

  • Wo zu kaufen?

    Beide rezemo-Editionen sind derzeit über den Online-Shop von Cafésito und in zahlreichen Verkaufsstellen erhältlich.

  • Wo zu finden?

    Aktuelle News & Infos rund um das Stuttgarter Start-up rezemo gibt’s auf dem Blog und bei Facebook.

Kaffee: Anbaugebiete & Aromen

Boden, Klima, Höhenlage – sie geben jedem Kaffee seinen individuellen Geschmack. Doch erst eine sorgfältige und schonende Röstung entlockt ihm die ganz besonderen Feinheiten – bis zu 800 Aromen kann er dabei entfalten.

ARABICA

Diese Sorte ist die beliebteste: Arabica gilt als besonders edel und aromatisch, benötigt jedoch auch sehr spezielle Verhältnisse, um gut zu gedeihen. Dazu gehören eine Höhenlage von über 1.000 Metern und ein stabiles Klima mit Temperaturen zwischen 18 und 20 Grad Celsius. Arabica ist besonders vielfältig im Geschmack, weniger bitter und hat eine feine, fruchtige Note.

ROBUSTA

Wie ihr Name schon sagt, ist diese Sorte wesentlich unempfindlicher. Selbst im Flachland und bei Temperaturen von über 30 Grad Celsius kann sie gedeihen. Robusta enthält etwa doppelt so viel Koffein wie die Arabica-Bohne und ist daher etwas herber. Ihr erdig-nussiges Aroma wird vor allem in Südeuropa geschätzt. Kaffee aus Robusta-Bohnen hat einen geringeren Ölanteil, wodurch er eine länger haltbare Crema entwickelt – das macht ihn zum idealen Bestandteil von Espressomischungen.