17. Februar 2017
Lifestyle | Frankfurt/Offenbach

Das schwimmende Restaurant

Dinieren unter Deck: Das Schiffsrestaurant Backschaft ist ein echter Gastro-Geheimtipp. Auf die Gäste des 100 Jahre alten Dampfschiffes warten Matrosen-Feeling und kulinarische Highlights – während der Main unterhalb der Bullaugen an ihnen vorbeifließt.

Gehobene Küche, Wellengang inklusive? Auf der Backschaft gibt’s das täglich. Das Restaurant befindet sich auf einem alten Dampfschiff, in dessen Kombüse regionale Produkte in Spitzenqualität und mit großem Ideenreichtum zubereitet werden. Der Blick auf den Main bei Offenbach macht den Besuch noch einmal mehr zum Erlebnis. Genau wie die Atmosphäre auf dem Schiff – hier fühlt man sich in der Kombüse und der Spelunke wie ein Teil der Schiffsmannschaft. Die besondere Mischung aus Kreativität und Bodenständigkeit, plus einer großen Prise an authentischem Flair, ist das Markenzeichen der Backschaft. In einem Stilmix aus Originalen aus dem Jahre 1904 und modernem Vintage-Design erleben Gäste ein Gefühl von Urlaub und Heimat zugleich.

Leinen los: Ahoi an Bord!

Gunnar Ohlenschläger ist mit seinem Schiffsrestaurant Backschaft die perfekte Mischung für ein ausgefallenes Gastronomie-Konzept gelungen. In unmittelbarer Nähe zur Frankfurter City erleben Gäste in gemütlich-lockerer Atmosphäre den Main völlig neu bei gehobener und internationaler Gastronomie. Skyline, Brücken, beide Mainufer und die Lichtreflexionen auf dem Wasser: Jede Jahreszeit lässt sich vom Schiff aus neu entdecken. „Eine Stadt wirkt aus dieser Perspektive einfach anders“, schildert Ohlenschläger. Vor zehn Jahren hat der Medienmacher den Main für sich entdeckt und es kam ihm die Idee eines Schiffsrestaurants, die ihn nicht mehr losgelassen hat.

Einblick in die Küche des Schiffsrestaurants Backschaft
In der offenen Küche bekommen Gäste direkten Einblick in die Arbeit der Köche.

Aufgehübscht und schön gemacht

„Ich wollte am Main etwas Neues schaffen, das es so in Offenbach und Frankfurt noch nicht gibt“, so der Gastronom. Im Sommer 2014 starteten die ersten Planungen. Nach zahlreichen Behördenterminen und Schiffsbesichtigungen nahm das Projekt Backschaft Form an und wurde im Sommer 2016 realisiert. Vor allem das Schiff musste aufwendig restauriert werden. „Das war fast schon eine archäologische Arbeit mit vielen unerwarteten Funden“, sagt Ohlenschläger.

Auf großer Fahrt

Auf dem Schiffsrestaurant Backschaft trägt das Servicepersonal Matrosen-Outfit
Echtes Matrosen-Feeling an Deck: Das Servicepersonal berät nicht nur fachmännisch, sondern trägt standesgemäße Matrosen-Kluft.

Seit der Eröffnung Anfang November 2016 hat die Backschaft in Offenbach kulinarisch Fahrt aufgenommen. Seitdem „brummt“ der Oldtimer. Die rund 45 Sitzplätze im Restaurant und die 30 Plätze in der gemütlichen Bar im Bug sind an fast allen Tagen voll besetzt. Vom Anzug- bis zum Turnschuhträger, von Jung bis Alt: Das Publikum ist gemischt. Wie lautet also das Erfolgsrezept für ein gelungenes Gastronomie-Konzept? „Es muss authentisch sein. Eine gute Mischung aus Bodenständigkeit, Überraschungseffekt und einem echten Erlebnis für den Gast“, ist sich Ohlenschläger sicher. „Erst recht beim Essen. Hier sind die Menschen sensibler geworden. Sie wünschen sich Qualität und Transparenz und möchten sich dabei auch etwas gönnen.“

In der Kombüse und Spelunke

Die Küche von Patric Dresbach ist immer auch ein wenig überraschend. Auf dem Speiseplan stehen beispielsweise Wolfsbarsch mit orientalischem Couscous, Brombeeren und Safran oder Lammrücken mit grünen Erbsen, mariniertem Kohl und Harissa. „Eine gute Mischung aus Bodenständigkeit, Überraschungseffekt und Erlebnis.“Gunnar Ohlenschläger, Inhaber der BackschaftZum Nachtisch gibt es ein Litschi-Dessert mit Mandeln, Heidelbeeren und Soda oder ein Bananen-Dessert mit Dulcey-Schokolade und Petersilie. Die Karte wechselt alle 14 Tage. Ein Hauptgericht kostet zwischen 13 und 28 Euro. „Mir war es wichtig, den Gästen etwas zu präsentieren, das sie zu Hause selbst nicht kochen würden oder könnten, das gleichzeitig eine Mischung aus Bekanntem und dem Besonderen ist und trotz gehobenem Standard erschwinglich bleibt.“ Viel maritimes Flair gibt es auch in der Bar unter Deck: In der Spelunke erwartet Patrick Schneider seine Gäste nicht nur mit einer Buddel voll Rum, sondern auch mit hochwertigen Cocktails und Drinks. Ohlenschlägers Planungen für die Backschaft sind übrigens noch nicht abgeschlossen. Im Sommer soll der Außenbereich ausgebaut werden: Dort wird es kleine Speisen geben. Bei Events legt die Backschaft ab – wie einst vor über 100 Jahren.

Das Restaurant des Schiffsrestaurant Backschaft
Im Restaurant der Backschaft gibt es rund 45 Sitzplätze.

Wissenswertes

Was bedeutet der Name überhaupt und ab wann stößt man sich den Kopf unter Deck?

Was bedeutet Backschaft?

Der Begriff kommt aus der Seemannssprache und steht für die Tischgemeinschaft der Schiffsmannschaft an Bord von Marine- und Handelsschiffen (die Back = der Tisch). Der Ausdruck „Backschaft machen“ bezeichnet das Aufräumen und Säubern des Geschirrs.

Ist der Kutter seetüchtig?

Überwiegend liegt die Backschaft vor Anker, aber der Kahn ist voll seetüchtig und legt regelmäßig ab für Menü-Fahrten, Events, Meutereien oder Plünderungen.

Ganz schön kuschelig

Die Backschaft ist ein altes Schiff, demnach ist der Platz begrenzt. Man sitzt nah beieinander und das Sortiment ist auf ausgewählte Highlights beschränkt. Gäste müssen sich auch auf eine niedrige Deckenhöhe einstellen (im Gastraum ca. 2,10 m, in der Bar ca. 2 m).