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Lifestyle | Frankfurt/Offenbach - 25. Oktober 2017

Schöner wohnen

Interior-Expertin Melanie Borkenhagen erklärt, wie man auch mit einfachen Mitteln die eigenen vier Wände zur persönlichen Wohlfühloase macht – und was die eigene Einrichtung mit Musik und Filmen zu tun hat.

Melanie Borkenhagen hat ein Händchen für Einrichtung mit Geschmack. „Gestaltung hat mir schon immer Spaß gemacht. Freunde haben oft gefragt: Wie hast du das hinbekommen?“ Trotzdem studierte sie Architektur und arbeitete mehrere Jahre für den Verband der Automobilindustrie, wo sie die technische Abwicklung der Messestände auf der IAA koordiniert hat. Als die erste Tochter unterwegs war, machte sie sich selbstständig und widmet sich seitdem professionell dem Interior-Design. Seit mehreren Jahren hilft sie Kunden, den eigenen Einrichtungsstil zu finden. Darüber hinaus gibt sie als Mitglied des Expertenteams im Hessischen Rundfunk Tipps und Ratschläge zu Themen wie „Einrichten mit Köpfchen“ und „Aufmöbeln mit wenig Geld“.

Frau Borkenhagen, wofür benötigt man eine Interior-Beraterin?

Interior ist auf den ersten Blick ein Luxusthema. Aber unsere Einrichtung hat viel mehr Einfluss auf unser Leben, als man denkt. Viele Menschen brauchen jemand Neutrales, der ihnen dabei hilft, die Räume so zu sehen, wie sie ein anderer sieht. Das muss kein Berater sein. Das können auch Freunde sein.

Aber ist das eigene Zuhause nicht viel zu persönlich, um die Gestaltung jemand anders anzuvertrauen?

Natürlich. Deshalb muss ich mich in die Ratsuchenden hineinversetzen und aufpassen, dass sich mein eigener Geschmack nicht durchsetzt.

Woher beziehen Sie Ihre Inspirationen?

Viele Ideen und Accessoires bringe ich von meinen Reisen mit. Darüber hinaus halte ich mich mit Fachzeitungen auf dem Laufenden.

Und wie gehen Sie vor, um ein Konzept auf individuelle Wünsche abzustimmen?

Ich versuche, den jeweiligen Geschmack herauszufinden. Deshalb sage ich meinen Kunden als Erstes: „Zeigen Sie mir Ihre Lieblingsstücke.“

Was kann ich selbst tun, wenn ich keine Einrichtungsberaterin habe?

Zunächst einmal muss ich feststellen, was mir selbst gefällt. Das klingt einfacher, als es ist. Im Möbelhaus wird man ja geradezu erschlagen mit Vorschlägen. Man muss sich selbst schützen vor dieser Flut. Hilfreich ist es, ein sogenanntes Moodboard zu erstellen. Dazu beantwortet man sich Fragen wie: Welche Musik höre ich gerne? Welche Filme mag ich? Welche Farben? Daraus ergibt sich ein Stimmungsbild: Bin ich zum Beispiel eher der klare, praktische Typ? Danach kann ich gezielt losziehen und Stücke suchen, die zu mir passen.„Sich schön einzurichten muss nicht teuer sein.“Melanie Borkenhagen

Wie in allen Räumen achtete Interior-Expertin Borkenhagen auch hier auf die Kombination von Form und Funktion, etwa die Arbeitsinsel in der Mitte.
In der Küche steht Melanie Borkenhagen gerne und oft.
Wie geht es dann weiter? Wie plane ich die Räume?

Man plant immer von außen nach innen. Zum Beispiel plant man bei der Küche zuerst die Anordnung der Elemente. Erst danach befasst man sich mit Details wie den Fronten oder der Farbe der Bodenfliesen.

Wie platziere ich die Möbel?

Man sollte immer prüfen: Wohin fällt der erste Blick? Es stört zum Beispiel, wenn direkt neben der Tür ein Schrank oder ein Sofa steht, wodurch der Blick in den Raum verdeckt wird. Ich platziere ein Sofa gerne im Zimmer und nicht an der Wand. Das erzeugt Großzügigkeit.

Ein Raum, wo es oft an Platz fehlt, ist der Eingangsbereich.

Ja. Bei solchen funktionalen Räumen empfehle ich, sich einmal einen typischen Ablauf vor Augen zu führen: Ich komme vollbepackt mit Tüten nach Hause, stolpere über die Schuhe, taste mit dem Ellbogen nach dem Lichtschalter und finde keinen Platz, wo ich Schlüssel und Jacke ablegen kann. Wie viel angenehmer ist es, wenn das Licht automatisch angeht, eine Ablage für die Schlüssel bereitsteht und es auch noch angenehm duftet.

Aber manchmal lässt sich aufgrund der räumlichen Gegebenheiten nicht alles optimal arrangieren.

Sicher, es gibt nicht immer die optimale Lösung. Aber es gibt immer Möglichkeiten, etwas zu verbessern. Manchmal muss man auch um die Ecke denken. Ich setze beispielsweise auch außerhalb des Schlafzimmers gerne Kleiderschränke ein, da sie aufgrund ihrer Tiefe sehr viel Platz bieten.

Worauf achten Sie bei Möbeln?

Möbel sollten Stücke fürs Leben sein. Deshalb habe ich bei meiner eigenen Kollektion auf ein zeitloses Design und die handwerklich anspruchsvolle Verarbeitung Wert gelegt. Die Stücke – bisher gibt es einen Küchentisch und eine Bank – werden nach meinen Entwürfen von Schreinermeistern gebaut.

Welcher Stil ist gerade angesagt?

Es gibt immer viele parallele Trends. Die Menschen, ihre Vorlieben und Budgets sind unterschiedlich. Aber sehr gefragt ist weiterhin der Landhausstil. Es gibt gerade bei Städtern eine Sehnsucht nach dem echten Leben, danach, mal wieder in der Erde zu graben. Der Begriff Landhaus war lange verpönt. Deshalb heißt es jetzt Cottage oder dänisch Hygge.

Der Klassiker ist, dass zwei Leute zusammenziehen und ihre Möbel zusammenwerfen.

Ja, da trifft dann Landhausstil auf 1950er-Jahre. Damit so etwas zusammenpasst, muss man einen Filter darüberlegen. Man braucht einen gemeinsamen Nenner. Zum Beispiel sind alle Stühle weiß gestrichen oder Dekorationsartikel wie Vasen haben eine einheitliche Farbe oder Form.

Wie kann man auch mit einfachen Mitteln Akzente setzen, etwa mit farbigen Kissen?

Wenn ich raten würde, neue Kissen zu kaufen, wäre das ein bisschen platt. Aber eigentlich braucht man nicht viel Geld. Manchmal reicht es schon, den Tisch anders aufzustellen oder die Tür oder Stühle in einer anderen Farbe zu streichen. Akzente kann man auch setzen mit dekorativen Einzelstücken, die zur Jahreszeit passen. Ich wechsele zum Beispiel regelmäßig die Bilder und Bücher.

Melanie Borkenhagen sitzt in einem weißen Schaukelstuhl in einem Erker. Durch das große geöffnete Fenster blickt Sie in den Garten.
Der Erker mit Blick in den Garten gehört zu den Lieblingsplätzen von Melanie Borkenhagen.
Wie sieht es aus mit Wandfarben?

Wenn man eine Wand betonen will, dann sollte es ein abgeschlossenes Element sein, also zum Beispiel die Stirnwand. Und es gilt: Je dunkler und intensiver die Farbe, desto kleiner sollte die Wand sein.

Was sind die größten Fehler?

Ich erlebe oft, dass Platz fehlt. Die Leute heben wahnsinnig viel auf. Deshalb gebe ich ihnen als Erstes die Aufgabe: Schaffen Sie Platz! Und dann sehe ich oft, dass Möbel an der falschen Wand stehen. Als Begründung höre ich dann, dass dort der Fernsehanschluss ist. Aber solche Argumente zählen für mich nicht.

Bei Ihren Hausbesuchen bekommen Sie bestimmt einiges zu sehen. Welche Räume sind besonders trostlos?

Auf jeden Fall das Schlafzimmer. Das ist wirklich schlimm, wie es da manchmal aussieht. Da stehen dann Kartons und Wäscheständer herum. Der Grund ist klar: Es ist der letzte Raum, den Besucher zu sehen bekommen. Dabei ist gerade das Schlafzimmer als Rückzugsort vom Alltag besonders wichtig für unser Wohlbefinden. Alles, was nicht der Entspannung dient, hat hier nichts verloren. Deshalb raus mit allem, was an Arbeit erinnert, und rein ins gemütliche Bett.

Interior Expertion Melanie Borkenhagen in ihrem Haus in Langen.
Melanie Borkenhagen
  • Ausbildung:

    Diplom-Architektin (FH), seit 2002 Mitglied der Architektenkammer Hessen

  • Einstieg:

    10 Jahre Tätigkeit beim Verband der Automobilindustrie (VDA), Koordination der Messerbauer; seit knapp 10 Jahren selbstständig als Einrichtungsberaterin und Architektin

  • Funk und Fernsehen:

    Seit 2012 Mitglied im Expertenteam des Hessischen Rundfunks für die Sendungen Service: Zuhause, Hallo Hessen und die Hörerstunde in hr4