08. März 2017
Lifestyle | Ulm/Schwäbisch Gmünd

Astronomisches Doppel

In Laupheim gibt es etwas Besonderes: ein Planetarium und eine Sternwarte unter einem Dach, künstliche und echte Himmelsbetrachtung an einem Ort. Auch sonst ist in dem Sternenhaus einiges besonders.

Passender kann die Adresse einer Sternwarte und eines Planetariums kaum sein: Milchstraße 1. Dort nämlich befinden sich in Laupheim beide Einrichtungen in einem Gebäudekomplex. Rund 30.000 Besucher pro Jahr zählt das Sternenhaus, das zu den modernsten seiner Größe gehört und weit über die Grenzen von Baden-Württemberg hinaus bekannt ist.

Ein animierter Rundflug durch das Zeiss-Planetarium Laupheim mit Sternwarte.

Mit Herzblut dabei

Ungewöhnlich für eine Einrichtung dieser Größenordnung ist die Tatsache, dass in der Sternwarte Laupheim fast ausschließlich Ehrenamtliche tätig sind. Den rund 40 aktiven Mitgliedern des Trägervereins Volkssternwarte Laupheim e.V. ist es ein Anliegen, jedem Interessierten die Geheimnisse und die Faszination des Universums zu vermitteln. Dies gelingt mit einem abwechslungsreichen Programm sowie umfassenden Informationen zu aktuellen Themen aus Astronomie und Raumfahrt. Besonders ist, dass sämtliche Vorführungen Eigenproduktionen des Laupheimer Planetariums sind. Die neueste Sternenshow trägt den Titel „(Un)sichtbares Universum“. „Wir zeigen ausführlich, wie die Entwicklung des Lebens unter Einfluss des Lichts stattfindet“, erklärt Programmautor Werner Kiesle, der gemeinsam mit zwei Kollegen das Stück geschrieben hat. Rund drei Monate arbeitete ein ganzes Team ehrenamtlich an der optischen und akustischen Umsetzung des Stoffs. Das Ergebnis ist eine faszinierende und kuppelfüllende 360-Grad-Planetariumsshow.

In der neuen Show des Planetariums „(Un)sichtbares Universum“ dreht sich alles um das Licht
In seiner neuen Sternenshow „(Un)sichtbares Universum“ zeigt das Planetarium, was das sichtbare und unsichtbare Licht über den Kosmos verrät.

Astronomen der Zukunft

Bekannt ist die Sternwarte Laupheim auch für ihre intensive Nachwuchsförderung. Schüler zwischen 10 und 15 Jahren treffen sich regelmäßig zur astronomischen Freizeitgestaltung. Dazu gehört die Beobachtung des Nachthimmels mit den Teleskopen der Sternwarte. Auch Podcasts für das Internet produzieren die Jugendlichen, zum Beispiel über die Sonne oder den Mars.

Aller Ehren wert

Ein Highlight in der Geschichte der Sternwarte war zweifelsohne die Benennung des Kleinplaneten 7167 zu Ehren des Vereins Volkssternwarte Laupheim e.V. Auf Antrag der Entdeckerin Carolyn Shoemaker von der Internationalen Astronomischen Union erhielt der Planetoid am 4. Mai 1999 den Namen „Laupheim“. Der Kleinplanet gehört zum sogenannten Planetoidengürtel zwischen Mars und Jupiter, leuchtet jedoch so schwach, dass die Sternwarte ihren Besuchern den himmlischen Namensvetter nicht durch das Teleskop zeigen kann. Allerdings: Seine Größe beträgt schätzungsweise zehn bis zwölf Kilometer – und das ist größer als das irdische Laupheim.

Schlange stehen am Teleskop: Ein Blick auf den Kleinplaneten „Laupheim“ ist leider nicht möglich
Schlange stehen am Teleskop: Der Kleinplanet „Laupheim“ ist leider nicht zu sehen. Trotzdem warten Groß und Klein geduldig, um einen Blick ins All zu werfen.
Mithilfe von Sternpatenschaften sammelt die Sternwarte Laupheim Spenden in eigener Sache
Sternpatenschaft
  • Was ist das?

    Der Sternprojektor projiziert Tausende Sterne an die Kuppel. Für jeden einzelnen kann eine dreijährige Patenschaft übernommen werden. Die Paten erhalten eine Urkunde mit ihrem Namen und einer persönlichen Widmung sowie eine Karte des Sternbildes, in dem sich „ihr“ Stern befindet.

  • Was passiert mit den Einnahmen?

    Sternpatenschaften sind Spenden für den Trägerverein Volkssternwarte Laupheim e.V. Die Einnahmen kommen der Vereinsarbeit zugute.

  • Wie viel kostet eine Patenschaft?

    Normaler Stern 50 Euro, Stern mit Namen 100 Euro, Hauptstern eines Sternbilds 250 Euro.