25. Juni 2018
Lifestyle | Rhein-Ruhr

Hungrige Mode-Rebellen
Das Düsseldorfer Modelabel tigha

Lederjacken avancierten in der Mode schon früh zum Klassiker. Doch progressiv? Eher nicht. Genau deshalb gründete Asem Chaudhary sein eigenes Lederlabel. tigha ist anders – und eine Erfolgsgeschichte. Im Interview mit dem Mercedes-Benz Kundenmagazin spricht der Designer über seine Inspirationen, den Standort Düsseldorf und reizvolle Partys.

Lederjacken verkörpern generell Rebellion und Unabhängigkeit. Inwiefern hebt sich tigha von anderen Marken ab?

Getreu dem Spruch „You are the hero of your own story“ vermitteln wir ein Lebensgefühl von Freiheit. Wie wir das schaffen? Wir machen nur das, worauf wir Lust haben, und entwerfen nur Fashion, die wir auch selbst anziehen würden. Wir bleiben unserer Vision treu und gehen nicht jedem Trend nach. tigha ist für uns nicht nur eine Modemarke, sondern ein Lebensgefühl. Das geben wir an Freunde und Fans weiter. Ein Beispiel: unsere KitKat-Party zur Fashion Week in Berlin mit viel Lack, Leder und nackter Haut. Vorab gab es einige leicht pikiert angehobene Augenbrauen beim Messepublikum. Doch nach einer wilden Partynacht mit über 3.000 Gästen haben wir dann am Morgen danach für viel Gesprächsstoff gesorgt.

Das Kennzeichen Ihrer aktuellen Kollektion „Fighting Spirit“ ist die Herausforderung auf dem Weg des Lebens. Welche Aufgabe hat gewagte, selbstbewusste und mutige Mode im Alltag in Ihren Augen?

Unsere Kunden eint die Lust an progressiver Mode. Deshalb lautet unser Slogan „Be unique, be innovative, be tigha“ – fühl dich frei, du selbst zu sein, und kämpfe für deine Träume. Das ist unsere Philosophie. Freedom meets Rock’n’Roll. Jeder sollte sich in seiner Haut wohlfühlen und das tragen können, was er möchte. Mode ist heute primär ein Geschmacksstatement: Man zeigt seinen Stil, seine Lebenseinstellung, unterstreicht seine Persönlichkeit. Unsere extravaganten und progressiven Designs betonen ein selbstbewusstes Auftreten. Besondere Schnitte, Vintage-Looks und unterschiedliche Shapes machen jedes Stück einzigartig. So wird jeder Look zum individuellen Hingucker.

Woher kommen Ihre Ideen? Wie holen Sie sich Inspirationen?

Ich komme beruflich viel rum und bin oft auf Reisen. In den Mode-Metropolen lasse ich mich von den neuesten Trends, innovativen Styles und Materialien inspirieren. Aktuell reise ich gerne nach Tokio, Schanghai, Los Angeles und Bali. Für die kommende Spring/Summer-Kollektion 2019 haben wir uns von den aktuell angesagten Mode-Ikonen Pharrell Williams und Jaden Smith inspirieren lassen.

tigha ist eine Erfolgsgeschichte. Was hat sich seit den ersten Tagen verändert?

Die Firma ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Wir haben uns von zehn Mitarbeitern auf über hundert Mitarbeiter vergrößert. Das ist für mich immer noch unglaublich. Als etablierte Modemarke haben wir unseren eigenen Onlineshop und den Flagship-Store in Köln. Über unsere Handelspartner sind wir außerdem in über 700 Stores in ganz Europa präsent. Auch in den sozialen Medien steigt die Zahl unserer Follower. Speziell auf Instagram und Facebook haben wir viele loyale Fans, die sich gerne in den Outfits von tigha zeigen. Im Herzen sind wir dabei immer noch wie am ersten Tag: hungrige Mode-Rebellen, die mit einer gehörigen Portion Spaß die Branche aufmischen.

tigha: asem
Er entwarf 2009 eine schwarze Nietenlederjacke namens Billy – der Anfang von tigha.
Wie wichtig ist für Sie Düsseldorf, der Ort Ihres Unternehmens? Was macht die Alte Papierfabrik in Erkrath für Ihre Arbeit aus?

Düsseldorf ist unsere Heimat, hier fühlen wir uns wohl. Natürlich haben wir in der Mode einen globalen Mindset, denn Trends sind dank Social Media heute immer international. Aber speziell nach langen Auslandsreisen merkt man immer wieder, wie grundsolide und hilfreich der Wirtschaftsstandort Deutschland und natürlich auch die Metropolregion Düsseldorf ist. Die Alte Papierfabrik, in der wir arbeiten, ist modern mit einem loftartigen Charakter. Sie bietet den perfekten Rahmen für die schöpferische Arbeit mit meinem Team. Mir ist es wichtig, Raum zur kreativen Entfaltung zu haben. In Erkrath sind wir erfrischend weit weg von jeglicher Großstadt-Hektik. Und trotzdem gibt uns der industrielle Charme der Räumlichkeiten ein cooles, urbanes Feeling.

Sie verkaufen längst mehr als nur Lederjacken. Welche Ziele haben Sie für die Zukunft?

Die Lederjacke steht für uns ganz klar im Zentrum der Kollektion und verkörpert unsere Markenidentität. Aber unsere Fans sollen die Marke tigha am ganzen Körper tragen können. Daher haben wir uns über die Jahre zum Vollsortimenter entwickelt und bieten inzwischen alle Fashion-Kategorien an: die Lederjacke, dazu Denim, Jersey und Sweat, T-Shirts, Schuhe und auch Accessoires. Jedes unserer Stücke trägt dank seines Schnitts, unseres Vintage-Looks und unserer Formen eine unverwechselbare Handschrift. Neben unserer Sportkollektion „F.A.M.E.“ starten wir jetzt mit der Beachwear „Beach Boyz“ in den Sommer. Später im Jahr, pünktlich zum Weihnachtsgeschäft, kommt dann noch unsere tigha Underwear in den Handel, die wir bisher nur im Onlineshop anbieten.

tigha Model mit Lederjacke
Lederlabel tigha
  • Gründung:

    2009 startet Asem Chaudhary mit seinem Lederlabel. Inzwischen arbeitet ein riesiges Designer-Team für ihn. Die Artdirection und Kollektionsstrategie steuert er bis heute selbst. Das Innovative an tigha Lederjacken ist von Anfang an der gewaschene Look und das sensationelle Preis-Leistungs-Verhältnis.

  • Zielgruppe:

    Die Kunden sind meist zwischen 20 und 40 Jahre alt und eher urban geprägt. Sie beziehungsweise er ist unternehmungslustig, modebewusst und rebellisch. tigha Kunden kleiden sich gerne auffällig, extravagant und individuell. Die gewaschenen Looks und rauen Details von tigha heben sich von der breiten Masse ab.

  • Firmenphilosophie:

    Ein wichtiger Baustein des Erfolges ist das #TEAMTIGHA, denn motivierte Mitarbeiter und ein starkes Teamgefühl führen ein Unternehmen zum Erfolg. Diese Firmenphilosophie leitet sich aus den Buchstaben von tigha ab: Teamwork, Integrity, Growth, Honesty, Ambition.