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Lifestyle | Mainz - 24. Juli 2019

Wein für Laien

Alles, nur nicht kompliziert. So lautet das Motto des Mainzer Online-Shops „Geile Weine“. Renovieren, Schwiegereltern beeindrucken oder erstes Date – wer hier einkauft, findet den passenden Tropfen für jeden Anlass. Mit seinem Konzept richtet sich das Start-up gezielt an junge Leute, die zwar Lust auf guten Wein, aber nicht viel oder gar keine Ahnung davon haben. Im Interview mit dem Mercedes-Benz Kundenmagazin erklärt Sedat Aktas, einer der drei Gründer, warum die Strategie so erfolgreich ist.

Sedat, wie kamt ihr auf die Idee, ausgerechnet Wein für Laien anzubieten?

Das geschah ganz spontan. Ich war auf einer Geburtstagsparty in Düsseldorf eingeladen und wollte zu diesem Anlass noch ne schöne Flasche Wein besorgen. Also ging ich in eine Vinothek, um mich beraten zu lassen. „Gibt’s ne Weinsorte, die Sie präferieren?“, wurde ich dort vom Händler gefragt. Als ich antwortete, dass ich ehrlich gesagt nicht wüsste, was eine Rebsorte ist, stellte er mir weitere Fachfragen, die ich nicht beantworten konnte. Und dann sagte er mir doch tatsächlich, dass ich im Supermarkt vielleicht besser aufgehoben sei. Das hat mich ziemlich geärgert. So sehr, dass ich auf der Party von diesem Erlebnis erzählte und merkte, dass ich damit nicht allein war.

Zeit, was zu ändern …

Genau. Auf dem Rückweg von der Party entstand dann die Idee, einen Online-Shop für Leute zu machen, die gerne Wein trinken, aber keine Ahnung haben. Wein für Anfänger also. Einige Zeit zuvor hatte ich Michael bei einem Gründerwettbewerb kennengelernt, der dort mit seinem Konzept der Weinraumwohnung den zweiten Platz belegte.

Er ist der Weinkenner bei euch im Team?

Absolut. Michael ist Weinbautechniker und verfügt außerdem über eine abgeschlossene Winzerlehre, er war also der perfekte Partner für das Unterfangen. Michael steht immer mit Turnschuhen und T-Shirt im Laden – das war mir sofort sympathisch. Er hat mich auch überhaupt erst zum Weinliebhaber gemacht, denn früher mochte ich den Geschmack gar nicht so.

Wie kamt ihr auf den Namen „Geile Weine“?

Oh, über diesen Namen gab es wirklich kontroverse Diskussionen (lacht). Ich wollte eigentlich auch für den Online-Shop den Namen „Weinraumwohnung“ nehmen, aber Michael hatte sich schon länger die URL geileweine.de gesichert. Brand Manager Kolja – unser dritter Mann im Bunde – war dagegen, weil Wein als edles Produkt keinen Namen tragen sollte, der so polarisiert. Jeder von uns ist halt in seinen eigenen Vorstellungen von „geil“ gefangen. Unsere Aufgabe war es also, das aufzulösen.

Gab es negative Reaktionen?

Oh ja, besonders am Anfang. Unser erster Kunde empörte sich, was uns denn einfalle, ein Produkt wie Wein als geil zu bezeichnen?! Es folgten auch einige böse E-Mails … Für uns ist „geil“ einfach ein Ausdruck für genial. Und wir fanden es passend für die junge Zielgruppe, denn die jungen Winzer stehen ja auch nicht mit Lackschühchen und Hemd in ihrem Weinkeller und sagen: „Oh, schau mal, welch schönes Bouquet“, sondern: „Was für ein geiler Stoff.“ Aber wir müssen auch nicht von jedem gemocht werden, das ist gar nicht unser Anspruch. Unser Motto lautet: Simplify Wine.

Wer ist der typische Geile-Weine-Käufer?

Also wir sind jetzt im fünften Jahr auf dem Markt, etwa 90 Prozent der Kunden sind jünger als 50 Jahre. Die 25- bis 30-Jährigen machen auf jeden Fall den größten Teil aus, männlich und weiblich ist dabei ausgeglichen.

„Wir müssen nicht von jedem gemocht werden, das ist gar nicht unser Anspruch. Unser Motto lautet: Simplify Wine.“Sedat Aktas, Geschäftsführer bei Geile Weine

Geschäftsführer Sedat Aktas von wein für Laien
Wein für Laien: Die Idee dazu kam Sedat Aktas auf einer Geburtstagsparty. Zum Gründertrio von geileweine.de gehören noch Matthias Wruck und Michael Reinfrank.
Was macht euch so erfolgreich?

Wir versuchen, dem Bedürfnis der Leute gerecht zu werden, die gerne guten Wein trinken, aber keine Ahnung haben. Uns kommt natürlich auch zugute, dass in der Gesellschaft eine Bewusstseinsänderung stattfindet: Viele Menschen schauen genauer hin, was sie kaufen. Sie wollen wissen, wer das Produkt wie und wo gemacht hat. Bei uns ist das möglich.

„Laue Sommernächte“, „Kleine Sause“, „Dreck und Speck“ – bei euch stehen auch ziemlich kreative Namen auf dem Etikett. Wer denkt sich so was aus?

Das kommt vorwiegend von den jungen, kreativen Winzern, mit denen wir zusammenarbeiten. Es gibt seit etwa fünf Jahren viele Weingüter, die einen Generationswechsel vollzogen haben. Die Winzer von heute haben eine Ausbildung genossen, sie wissen viel über den Boden und das Mikroklima und sie haben viele Weine von ihrer Karte gestrichen und sich stattdessen spezialisiert. In Frankreich hat man sich ja beispielsweise schon immer viel stärker fokussiert und auf Qualität gesetzt. Viele junge Winzer haben Lust, das Thema Wein anders zu kommunizieren. Trotzdem ist der Anteil an so progressiven Weingütern insgesamt noch gering, wir sind da eher ein Nischenanbieter.

Deine persönliche Lieblingsweinsorte?

Da kann ich mich nicht festlegen. Es gibt für jeden Moment einen Wein, der passt. Wenn wir abends beim Essen zusammensitzen, trinke ich gerne mal einen schweren Rotwein. Wir sind aber auch Fan von simplen Daydrinking-Varianten. Was ich nicht so mag, sind komplizierte Weine, da stehe ich mehr so auf aromatischen Weißwein wie Sauvignon Blanc oder Silvaner.

Was wäre der perfekte Name für einen Mainzer Wein?

Coole Frage, die Michael sicher besser beantworten könnte. Aber im Zentrum von Mainz liegt die Kaiserstraße, dort gab’s früher mal 27 Kellereien, die Wein selbst herstellten. Nach und nach mussten sie leider alle schließen, als letzte auch die Kurfürstenkellerei im Jahr 1986. Sie liegt schräg gegenüber von Michaels Laden und er hat sie wieder reaktiviert. Deswegen würde ich sagen, dass der Wein „Kurfürstenkellerei“ heißen müsste.

Gibt’s spannende Zukunftspläne?

Also wir haben da eher langfristige Pläne: In den nächsten 12 bis 24 Monaten wollen wir zahlreiche Stores in deutschen Großstädten aufmachen.

Die dann „Geile Weine“ heißen?

Nee, das ist nur der Name unseres Online-Shops. Sie heißen „Weinraumwohnung – Geile Weine für deine Stadt“. Derzeit machen wir ja eh schon die Event-Reihe „Weinmomente“, also deutschlandweite Weinproben. Mit den Stores wollen wir die digitale Weinerweiterung auch analog erfüllen. Im Store gibt’s dann auch ein Wohnzimmer und eine Küche, also die Räume, wo man halt normalerweise Wein trinkt. Das Ganze soll weder Altherren-Weinhandlung noch Yuppie-Laden sein, sondern ein netter Ort für jedermann.

Michael Reinfrank kennt sich in Sachen Wein für Laien perfekt aus. Er ist Geschäftsführer bei Wein für Laien.
Der Weinexperte im Team: Winzer Michael Reinfrank.
Eine Frau mit einem Weinglas in der Hand - passt perfekt zu wein für Laien
Wein für Laien samt Ladenlokal

Weinraumwohnung

Alkoholhandlung
Neubrunnenstraße 14
55116 Mainz

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag
11:00–19:30 Uhr
Samstag: 10–18 Uhr

Telefon: 06131 2154866
Website: www.weinraumwohnung.de