05. Dezember 2018
Lifestyle | Dortmund

Westermanns
Trend und Tradition

An der B 54 zwischen Dortmund und Lünen bewirtet Familie Westermann seit über 180 Jahren ihre Gäste aus nah und fern. Anke Westermann und Manuel Kraas haben dem ehemaligen Posthotel nach und nach neues Leben eingehaucht. Der neue Look kommt besonders bei Hochzeitspaaren sehr gut an.

In Butter gebratener Backfisch vom fangfrischen Kabeljau, dazu westfälischer Kartoffelsalat und selbst gemachte Remoulade. Die Zutaten sind hochwertig, die Anrichtung appetitanregend. So sollte gute Landhausküche aussehen: einfach, bodenständig, lecker. Im Restaurant Westermanns in Lünen kredenzen Anke Westermann und Manuel Kraas ihren Gästen keine ausgefallenen Kreationen. Vielmehr gibt es handwerklich gut gemachte Kost in einer modern-rustikalen Atmosphäre, die das Angebot auf der Menükarte widerspiegelt. Zwischen typisch westfälisch und elegant-trendig beschreiben die Wirte ihr Konzept, dem sie das Motto #trendundtradition gegeben haben.

Seit 1836 in Lünen

Die verkehrsgünstige Lage des Westermanns fußt auf seiner Tradition als Posthotel. Wo heute zwischen Dortmund und Lünen die B 54 und die B 236 zusammentreffen, finden seit über 180 Jahren Durchreisende ein Bett und Hungrige eine Mahlzeit. Seit 2008 lenken Anke Westermann und Manuel Kraas die Geschicke in Hotel und Restaurant. Sukzessive haben sie ihr Menü modernisiert und das Interieur des Schankraums umgestaltet. Heute erfreut sich das traditionelle Landgasthaus sowohl bei Brautpaaren als auch bei Geschäftsleuten steigender Beliebtheit. Im Interview mit dem Mercedes-Benz Kundenmagazin erläutert Manuel Kraas, wie das Westermanns zurück zu seinen Wurzeln fand.

Familie Westermann ist nicht nur im Restaurant, sondern auch an der Bar gut aufgestellt.
2018 feierte das Westermanns zehnjähriges Jubiläum.
Herr Kraas, Sie sind mit dem Westermanns zurück zu seinen Wurzeln gegangen, um neu zu erblühen. Würden Sie diese Formulierung unterschreiben?

Das könnte man so sagen. Als Anke Westermann und ich das Westermanns 2008 übernommen haben, wollten wir zurück zum Handwerk, zu einer ursprünglichen Landhausküche, aber mit gehobenem Anspruch an die Qualität. Das bedeutet zum Beispiel, dass wir alle Saucen selber machen oder das Schnitzel vom Kalb kommt und nicht bloß „Wiener Art“ ist. Irgendwann mussten wir auch optisch nachziehen und das Haus entsprechend umgestalten. Wir haben das Erdgeschoss komplett kernsaniert. Dort, wo früher die Küche war, ist nun der Gastraum. Gekocht wird jetzt im ehemaligen Stall. Dabei haben wir versucht, den Charme des Alten zu erhalten. Man sieht die alte Außenmauer, Teile vom Fachwerk oder auch Türen, von denen vor dem Umbau keiner wusste, dass es sie gibt.

Wie haben Ihre Gäste die Veränderungen aufgenommen?

Sehr gut. Wir sind inzwischen vor allem für Events sehr gefragt. Das hatten wir, die wir aus der À-la-carte-Branche kommen, gar nicht so auf dem Schirm. Aber inzwischen ist das Westermanns zu einer beliebten Hochzeitslocation in Dortmund und der Region geworden. Das hat uns dazu bewogen, im Herbst noch einen Wintergarten anzubauen, um auch größeren Gesellschaften Raum zu bieten oder parallel zu Events noch das Restaurant öffnen zu können.

Wie sind Sie bei der Modernisierung vorgegangen?

Wir haben 2008 zunächst die Speisekarte umgestellt. Wie gesagt, ging es uns nicht um Ausgefallenes, sondern um solides Handwerk und eine Landhausküche nach altem Vorbild. Da kommt an den Kartoffelstampf eben nur Butter, Salz und Muskat. Aber in einer Verhältnismäßigkeit gewürzt, dass man die einzelnen Zutaten noch erkennt. Genauso schmeckt unser norwegischer Lachs eben nicht nur nach Panade. Manche Gäste oder deren Kinder müssen nach vielen Jahren Fischkonsum aus der Tiefkühltruhe da auch erst wieder herangeführt werden.

„Bei uns geht es um Landhausküche nach altem Vorbild.“Manuel Kraas

Manuel Kraas hat die kaufmännische Leitung des Restaurant Westermann's in Lünen inne.
Manuel Kraas ist Hotelkaufmann und hat bereits nach seinem Abitur im Westermanns als Hilfskraft gearbeitet.
Viele Restaurants investieren erst in die Optik – den schönen Schein – und kommen dann mit der Qualität des Essens nicht hinterher …

Das sind meist Restaurantketten, die einen Investor im Rücken haben. Das Westermanns ist jedoch ein Eigentumsbetrieb. Außerdem ist Anke Westermann gelernte Köchin. Wir haben uns auch personell so aufgestellt, dass wir es qualitativ verkraften können, wenn von unseren 16 Mitarbeitern mal einer ausfällt oder sich umorientiert.

Was denken Sie, wenn Gäste ihr Essen für Instagram fotografieren?

Dann freue ich mich. Erstens ist das ein Lob für die gelungene Präsentation der Speise und zweitens zeigt es, dass wieder einmal jüngere Gäste den Weg zu uns gefunden haben. Dabei helfen uns natürlich auch die zahlreichen Hochzeiten, die bei uns stattfinden. Viele der Gäste kommen gerne wieder, sei es zum Hochzeitstag oder zur Taufe. Ansonsten ist das Fotografieren einfach ein Zeichen der Zeit. Und ich finde es ja auch gut, dass ein Restaurantbesuch heute mehr und mehr als Event angesehen wird. Es geht dabei nicht mehr bloß ums Essen. Es geht auch um eine angenehme Atmosphäre und einen perfekten Service. Deshalb arbeiten bei uns auch nur ausgebildete Fachkräfte.

Die Gans aus dem Restaurant Westermann in Lünen ist ein beliebtes Gericht in der Adventszeit.
Westermanns Gänsebraten
  • Zutaten für 4 Personen:

    1 küchenfertige Gans (ca. 3,6 kg), 2 Thymianzweige, 2 Bio-Orangen, 2 Bio-Äpfel, 200 ml Sahne, 2 EL Mehl, Salz, Pfeffer, Zucker
    750 g Rosenkohl, 200 g Speck, 2 EL Butter, Salz, Muskat
    750 g mehligkochende Kartoffeln, 3 EL Mehl, 2 Eier, 1 TL Kartoffelmehl, Salz, Muskat

  • Die Gans:

    Gans gründlich abspülen, in kochendem Salzwasser 10-15 Minuten abbrühen, auf ein Backblech legen. Orangen und Äpfel waschen, klein schneiden und mit Thymian auf dem Blech verteilen. Gans mit Salz und Pfeffer würzen. Bei 140 °C Umluft unter häufigem Begießen (Brühsud und austretendes Fett) etwa 2,5 Stunden garen. Dann auf ein neues Backblech geben und im restwarmen Ofen ruhen lassen.

  • Die Sauce:

    Gänsesud passieren und in einem Topf aufkochen lassen. Sahne angießen. Mehl und kalte Butter verkneten und zum Saucenansatz geben. Glatt rühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

  • Der Rosenkohl:

    Rosenkohl putzen, in kochendem Salzwasser kurz aufkochen und dann 10 Minuten bei schwacher Hitze garen. Gemüse abtropfen lassen. Gewürfelten Speck mit Butter kurz anbraten, Rosenkohl zugeben und durchschwenken. Mit Salz und Muskat abschmecken.

  • Die Klöße:

    Kartoffeln am Vortag schälen, vierteln und in Salzwasser aufkochen lassen. Etwa 20 Minuten bei schwacher Hitze mit Deckel garen. Kartoffeln abgießen und sofort durch die Kartoffelpresse drücken. Teig über Nacht in den Kühlschrank stellen.
    Kalte Masse mit Salz und Muskat würzen. Eier, Mehl und Kartoffelmehl zugeben und so lange vermengen, bis eine homogene Masse entsteht. Wasser aufkochen, Hände anfeuchten und aus der Kartoffelmasse Klöße formen. Klöße 20 Minuten sieden lassen.

Die Kombination von Holz und Glas zieht sich durch die gesamte Inneneinrichtung.
Hoch die Gläser! Auch an Weihnachten und Silvester bietet das Restaurant Westermanns seinen Gästen das passende Ambiente zum Anstoßen.