26. Januar 2017
Lifestyle | Berlin

Im Bewegungsrausch

Saltos in alle Richtungen schlagen, Wände hochgehen oder ein NBA-reifes Dunking machen: In der Trampolinhalle „Sprung Raum“ in Berlin kann jeder Bewegungsformen ausprobieren, die bisher Profisportlern vorbehalten waren.

Wenn Nadira Stahl eine Pause an ihrem Arbeitsplatz braucht, dann schwingt sie am liebsten am Trapez hin und her. Dabei ist die 44-Jährige keine Zirkusartistin, sondern eine ehemalige Fernsehjournalistin, die unternehmerisch gerade richtig große Sprünge macht. Im April eröffnete die dreifache Mutter die Trampolinhalle „Sprung Raum“ in Berlin-Tempelhof. Auf über 2.400 Quadratmetern Fläche kann man dort in entspannter Atmosphäre der Schwerkraft trotzen und auf alle erdenklichen Arten springen, sich drehen, klettern oder Ball spielen. Familiär geht es zu auf den schwarzen und magentafarbenen Trampolinen, die von dezentem Licht stylish in Szene gesetzt werden. Die einen toben beim Dodgeball, einer rasanten Völkerball-Variante, die anderen probieren sich auf dem Max Air aus, einem Trampolin mit olympischen Dimensionen. Hier feilt eine Besucherin gemeinsam mit einem Trainer an ihrem Rückwärtssalto, dort hüpfen Gäste wie Kängurus nach Lust und Laune über die geräumige Sprungfläche und genießen den kurzen Moment der Schwerelosigkeit. Im Relax-Bereich lesen Eltern ein paar Seiten oder beobachten den vergnügten Nachwuchs. Zwei Dinge haben sie alle gemeinsam: Sie tragen Sprungsocken mit Anti-Rutsch-Sohle an den Füßen. Und ein Lächeln im Gesicht.

„Sprung Raum“ Berlin Trampolinhalle Nadira Stahl mit Smart vor der Trampolinhalle
Auf dem Sprung: Gründerin Nadira Stahl startet mit ihrem Konzept voll durch – und mit den frisch beschrifteten smart ihres Unternehmens.

Von Familie bis Freerunner

Der Besuchermix im „Sprung Raum“ ist bunt. Alter oder Sportlichkeit spielen keine Rolle: Wer sich gesund fühlt, kann kommen und mitmachen. „Unsere jüngsten Besucher können gerade mal laufen und vergnügen sich mit ihren Eltern. Oft kommen Enkel mit ihren Großeltern. Die wollen anfangs nicht springen – bis sie entdecken, dass das auch in fortgeschrittenem Alter richtig Spaß bringt“, erzählt Geschäftsführerin Stahl. Neben Familien tummeln sich im „Sprung Raum“ auch Trampolinprofis, Parcours-Läufer und Freerunner, Cheerleader sowie Wake- und Snowboarder, die an ihrer Technik und Akrobatik feilen. Dass sich der Reiz am Auf und Ab nicht erschöpft, dafür sorgt die Philosophie, die Stahl im „Sprung Raum“ verfolgt: „Unsere Trainer stehen nicht nur herum und passen auf, dass nichts passiert. Sie sind mit den Gästen im Dialog, bringen ihnen bestimmte Sprünge und Moves bei.“ Daher hat die Berliner Halle sechs Monate nach der Eröffnung viele Stammkunden, die sich verbessern und dazulernen wollen. Die Trainer bringen vielfältige Kenntnisse mit, vom Cirque-du-Soleil-Artisten bis zum Ninja-Warrior-Deutschland-Teilnehmer ist alles dabei.

„Sprung Raum“ Berlin Trampolinhalle Kinderdisco Familienzeit
Von Kinderdisco bis Akrobatikshow – im Berliner „Sprung Raum“ kann jeder auf seinem Niveau trainieren und neue Moves dazulernen.

Motivation und gute Laune

Joachim Zell ist einer der Trainer im „Sprung Raum“. Der begeisterte Freerunner hat seine Liebe zum Sport zum Beruf gemacht. Durch eine zusätzliche Trampolinausbildung kann der 30-Jährige spezifische Tipps geben. „An meinem Job mag ich besonders, dass der Sport mich umgibt. Hier treffe ich immer wieder auf interessante Menschen, die mich voranbringen, nicht nur umgekehrt.“ Wie erfolgreich jemand beim Erlernen bestimmter Moves ist, hängt vor allem von der Motivation ab, meint Zell weiter: „Wer es wirklich lernen möchte, dem kann ich schon in ein bis zwei Stunden einen Rückwärtssalto beibringen.“ Fasziniert ist er vor allem von den vielen jungen Gästen, die in Internetvideos bestimmte Moves aufschnappen und sie dann im „Sprung Raum“ ausprobieren und trainieren.

„Es ist schwer, auf dem Trampolin schlechte Laune zu haben.“Joachim Zell

„Es ist schwer, auf dem Trampolin schlechte Laune zu haben“, fasst Zell zusammen, was Wissenschaftler festgestellt haben: Das Auf und Ab, der Wechsel von An- und Entspannung, Landung und Schwerelosigkeit setzen unheimlich viele Glücksgefühle frei. Geschäftsführerin Stahl nennt es „Bewegungsrausch“. Daneben kann regelmäßiges Trampolinspringen den Stoffwechsel anregen sowie Herz und Kreislauf positiv beeinflussen. Auch Muskeln, Bänder und Gelenke finden die Bewegung prima – sofern man sich gesund fühlt.

„Sprung Raum“ Berlin Trampolinhalle joachim zell Schnitzelgrube
Ein Trainer des „Sprung Raum“ vor der „Schnitzelgrube“ der Trampolinhalle.
„Sprung Raum“ Berlin dunking
Die Highlights im „Sprung Raum“
  • Freejump:

    Auf viereckigen, rechteckigen und extra langen Trampolinen lassen sich die unterschiedlichsten Bewegungsformen ausprobieren.

  • Big Air Bag und Trapez:

    Wie im Zirkus können stehend, sitzend oder hängend an der Trapezschaukel Figuren ausprobiert werden. Darunter liegt das weiche „Big Air Bag“-Kissen, das einem die Angst vor der Landung nimmt.

  • Foam Jump:

    Der Rückwärtssalto klappt gut – bis auf die Landung? Dann versucht man es am besten auf dem Trampolin, das sich vor einer Grube mit antibakteriell beschichteten Schaumstoffwürfeln befindet.

  • Max Air:

    Bis zu sechs Meter hoch springt man auf den großen Trampolinen, die olympische Maße haben. Hier helfen Trainer, den eigenen Körper und den Untergrund richtig einzuschätzen.

  • Wall Walk:

    Es gilt, mithilfe eines Trampolins, auf das man rücklings fällt, eine gepolsterte, 1,50 Meter hohe Wand – und die Schwerkraft – zu überwinden.

„Sprung Raum“ Berlin Trampolinhalle Innenansicht

„Sprung Raum“ Tempelhof GmbH

Malteserstraße 139-142
12277 Berlin

www.sprungraum.de