11. April 2016

Tonangebend:
Manufaktur „Gebrüder Alexander“

„Gebrüder Alexander“ ist Deutschlands älteste Manufaktur für Blechblasinstrumente. Die Hörner, Tuben und Trompeten aus Mainz sorgen in Spitzenorchestern in der ganzen Welt für den guten Ton.

Wenn ein Unternehmen wie „Gebrüder Alexander“ seit 234 Jahren und sieben Generationen in Familienhand ist, muss es einiges richtig gemacht haben. Seit der Dreher Franz Ambros Alexander 1782 mit der Produktion von Blasinstrumenten begann, hat die Familie das Thema immer wieder neu variiert und der Zeit angepasst. Dabei ist es seinen Qualitätsansprüchen stets treu geblieben. 1862 wollte Richard Wagner bei Alexander für sein „Rheingold“ ein Instrument entwickeln lassen, das mit seinem tiefen und weiten Klang den Rhein symbolisiert. Der Komponist lebte damals in Biebrich und galt in der Musikwelt als Enfant terrible. Die Instrumentenbauer lehnten zunächst ab. „Erst 1897 haben wir die erste Wagner-Tuba ausgeliefert“, sagt Philipp Alexander. Der heutige Geschäftsführer erzählt diese Anekdote gerne, zeigt sie doch, welch guten Klang „Gebrüder Alexander“ schon damals in der Musikwelt hatte.

Im Takt des dritten Jahrtausends

Seit 1999 kümmert sich der gelernte Instrumentenbauer als Geschäftsführer der „Gebrüder Alexander“-Manufaktur darum, dass dies weiterhin so bleibt. „Tradition und Fortschritt haben die Grundlage dafür geschaffen, dass unsere Instrumente heute auf der ganzen Welt als anerkannte Spitzenfabrikate gelten.“Philipp Alexander, GeschäftsführerAuch im Instrumentenbau gibt inzwischen die Globalisierung den Takt vor – mit teils unschönen Zwischentönen. „Ich kenne allein zehn Kopien unseres Modells 103“, berichtet Alexander. Das Modell 103, das „Alexander-Horn“, ist das bekannteste Instrument des Unternehmens. 1909 war es das erste funktionsfähige Doppelhorn und ersparte Hornisten den lästigen Wechsel des Instruments während des Konzerts. Heute gilt es als Standardinstrument deutscher Symphonieorchester.

„Wie ein Auto wurde das Horn über die Produktionszyklen immer weiterentwickelt. Aber heute können wir fast nur noch den Produktionsprozess optimieren“, erzählt Alexander. Überall dort, wo moderne Fertigungsmethoden sinnvoll anwendbar sind, ergänzen sie die traditionelle Handarbeit. So wurden die Kontrollformen, mit denen die Maßgenauigkeit der Einzelteile sichergestellt wird, von einem Automobilzulieferer am Computer entwickelt.

Um mehr Platz zu haben, hat Alexander die Manufaktur 2011 vom Traditionshaus in der Bahnhofstraße in das Gewerbegebiet Hechtsheim verlegt. An den Wänden zeugen Auszeichnungen wie der Deutsche Musikinstrumentenpreis und Fotos von Kunden wie den Berliner Philharmonikern vom hohen Renommee, das die Hörner bis heute genießen. Viele Kunden kommen persönlich nach Mainz, um ihr Instrument anzublasen. „Trotz aller Maßgenauigkeit spürt ein Musiker immer noch feine Unterschiede.“

Wertarbeit: Das Wappen der „Gebrüder Alexander“ steht bis heute für reine Stimmung und leichte Ansprache. Der Firmenchef legt auch privat Wert auf Handarbeit: In seiner Freizeit restauriert er Autos.

800 bis 900 Instrumente pro Jahr fertigen die 70 Mitarbeiter von Gebrüder Alexander – darunter 38 Instrumentenbauer (inklusive Auszubildende) – ausschließlich auf Vorbestellung. 75 Prozent davon gehen ins Ausland, der größte Teil nach Japan. „Dort gibt es unsere größte Horngemeinde – den ,Alexander Horn Owners Club‘ mit 800 Mitgliedern“, so Alexander. Jedes Jahr lädt er einige zu einem Workshop nach Mainz ein. Höhepunkt ist ein Picknick mit Hornbegleitung vor der Kulisse der Loreley – Richard Wagner könnte es nicht besser inszenieren.

Fotos: © Axel Kraus

Gebrüder Alexander Regal mit Hörnern

Wir bringen Töne zum Klingen

Gebr. Alexander: Deutschlands älteste Metallblasinstrumentenmanufaktur – gegründet 1782 – und Premiumhersteller für Blechblasinstrumente. Das Wappen der Firma Gebr. Alexander gilt als etabliertes Gütesiegel und Garant für den legendären, nachhaltigen Klang und beste Intonation – made in Mainz.

www.gebr-alexander.de