23. März 2017

Besser leben
im Büro

Ob Homeoffice, Coworking Space oder im Großraum – für viele ist das Büro Lebensmittelpunkt. Zeit, sich Gedanken zu machen, wie Arbeiten angenehmer wird. Sandra Jung aus Mainz kennt die Antworten.

Wie viele Stunden verbringt ein Angestellter in Deutschland durchschnittlich im Büro? – Etwa 80.000 Stunden, also 3.333 Tage oder etwas mehr als neun Jahre. Die meiste Zeit davon im Sitzen. Das ist nicht gut, denn Körper und Geist brauchen Bewegung. „Die Wissenschaft sagt uns, dass wir alle 20 Minuten aufstehen und eine kurze Strecke laufen sollten“, sagt Sandra Jung, Geschäftsführerin von Büro Jung in Mainz. „Oft sieht der Arbeitsalltag jedoch anders aus.“

„Wer sich im Büro bewegt und wohlfühlt, arbeitet kreativer.“Sandra Jung

Höhenverstellbare Tische und ergonomische Drehstühle, das kennt man. Aber sie allein reichen nicht aus, um den Lebensraum Büro gesund zu planen und zu gestalten. „Beleuchtung, Akustik, die gesamte Raumaufteilung sind ebenfalls wichtige Wohlfühlfaktoren“, so Jung, die den Familienbetrieb in dritter Generation führt.

Ganzheitlich soll’s sein

Die Mainzer Experten für Büroplanung gehen gern aufs Ganze. Das heißt, sie nehmen die Örtlichkeiten des Kunden unter die Lupe, messen aus, beobachten, halten ihre Eindrücke fest. Dann fertigen sie eine 3-D-Zeichnung an und entwickeln eine Komplettlösung. „Mit guter Planung“, so Jungs Erfahrung, lassen sich auch besondere Herausforderungen lösen.“ Zum Beispiel ein Callcenter. Alle reden, alle sitzen in einem Raum und alle wünschen sich mehr Ruhe. Eine knifflige Aufgabe, die das Team mit einer neuen Anordnung der Arbeitsplätze und akustischen Barrieren gelöst hat.

Farb- und Textilberatung bei Büro Jung in Mainz.
Wohlfühlen im Büro – zur ganzheitlichen Planung gehört auch die stimmige Farbwahl.

Das Büro von morgen

Wo geht die Reise hin? Lichtgestaltung und ergonomische Konzepte werden immer wichtiger. Für Jung ist die Herausforderung der nächsten Jahre, „die unterschiedlichen Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen“. Die neuen Arbeitsmodelle und Anforderungen verlangen nach Antworten: der Wechsel von Homeoffice und Büro, die Verschmelzung von Arbeit und Freizeit, die Arbeitsverdichtung, die zunehmende Komplexität. Die Zukunft gehört flexiblen Arbeitsbereichen, etwa Open Spaces mit Ruhebereichen, in die man sich zurückziehen kann, mobilen Konferenzsituationen, Konzepten, die die Bewegung am Arbeitsplatz fördern.

Gut vernetzt

Mit ihrem Fachwissen über ganzheitliche Einrichtungskonzepte unterstützt die diplomierte Psychologin auch das betriebliche Gesundheitsmanagement beispielsweise von städtischen Einrichtungen. Mit Mercedes-Benz ist Jung, die vor ihrer „Bürokarriere“ einige Jahre als Schauspielerin arbeitete, seit Jahren verbunden. Die 50-Jährige ist auch im Netzwerk „She’s Mercedes“ aktiv. „Es tut mir gut, mich mit anderen Unternehmerinnen auszutauschen, Kontakte zu pflegen und neue Impulse zu bekommen.“

Geschäftsführerin Sandra Jung von Büro Jung nutzt für den Lieferverkehr einen Mercedes-Benz Sprinter.
Nicht nur beim Lieferfahrzeug setzt Sandra Jung auf Mercedes-Benz. Die Geschäftsführerin ist auch im Netzwerk „She’s Mercedes“ aktiv.

Gesunder Arbeitsplatz

Bewegtes Sitzen

Klingt paradox, wie soll das gehen? Gut wäre es, man würde an einem 8-Stunden-Tag nur 2,5 Stunden sitzen. Da das im Büro schwer möglich ist, sollte der Bürostuhl durch gedämpfte, kleine Bewegungen der Sitzfläche den Rücken stabilisieren.

Mal hier, mal da

Innovative Unternehmen setzen auf lockere Sitzgruppen, Stehtische und höhenverstellbare Arbeitsflächen. So muss man nicht stundenlang am Bürostuhl kleben, sondern kann sich immer wieder bewegen, was nicht nur die Durchblutung fördert, sondern auch die Kreativität.

Licht wie draußen

Der aktuelle Trend für Lichtkonzepte im Büro heißt „Human Centric Lighting“. Spezielle Beleuchtungssysteme imitieren den natürlichen Tageslichtverlauf und passen sich besser dem Biorhythmus des Menschen an. Dabei geht es nicht nur um Helligkeit, sondern auch um Lichtfarbe, Verlauf und Dynamik.

Endlich Ruhe

Büroalltag ohne Gespräche und Telefonate – unmöglich. Das ist alles andere als ideal fürs konzentrierte Arbeiten. Der Spagat zwischen optimaler Raumausnutzung und optimaler Raumakustik ist etwas für Spezialisten. Sie arbeiten mit Trennwänden, Deckensegeln, schalldämmenden Raumelementen usw.