13. Februar 2017

Mein Leben als Stadtprinzessin

Vom Gardemädchen zur Jubiläumsprinzessin der Fröhlich Pfalz: Kim I. spricht über ihren königlichen Alltag als Mannheimer Stadtprinzessin.

Es ist der Traum eines jeden Mädchens, einmal im Leben Prinzessin zu sein. Für die Mannheimerin Kim Schreiner ging dieser Traum in Erfüllung. Bei der Inthronisation im vergangenen November wurde der 28-Jährigen feierlich das Zepter überreicht. Und aus der bürgerlichen Kim Schreiner wurde über Nacht „Kim I. Jubiläumsprinzessin der Fröhlich Pfalz vom Hause Fodys, Prinzessin der Stadt Mannheim und der Kurpfalz“. Seitdem führt die Marketingexpertin kein alltägliches Leben mehr.

Standesgemäße Fahrt zu Terminen

Nicht nur, dass sie auf der Straße wiedererkannt wird, auch ihr Terminkalender ist voll. „Hinter dem glanzvollen Leben der Stadtprinzessin Mannheim 2016/2017 steckt jede Menge Arbeit. Rein um das Tragen schöner Kleider geht es nicht“, sagt sie. Jeden Tag fallen Termine an, vor allem auch an den Wochenenden. Darunter nicht nur der tägliche Friseurbesuch, sondern auch Neujahrsempfang, Ordensfest, Seniorensitzung, Kindermaskenball, Prunksitzung, Gardeball und der Besuch sozialer Einrichtungen. Immer mit im Gepäck: ihr bezauberndes Lächeln. Da die Mercedes-Benz Niederlassung Mannheim-Heidelberg-Landau langjähriger Sponsor ihres Vereins Fröhlich Pfalz ist, wurde ihr eine Mercedes-Benz S-Klasse zur Verfügung gestellt, der den Schriftzug Kim I. und ihre Standarte trägt. Mit dieser wird sie standesgemäß zu allen anstehenden Veranstaltungen gefahren. „Ich fühle mich in der S-Klasse sehr wohl und sicher, außerdem ist es ein prinzessinnenwürdiges Fahrzeug, indem ich zugleich genügend Platz für meine opulenten Kleider habe“, so die Mannheimer Stadtprinzessin. Zwischen den Terminen findet Kim I. Zeit für uns.

Mannheims Stadtprinzessin mit ihrem Gefolge vor ihrer Mercedes-Benz S-Klasse
Beim Besuch in der Mannheimer Mercedes-Benz Niederlassung wird Kim I. eine Mercedes-Benz S-Klasse übergeben. Mit dabei (vorne v. l.): Präsident Dietmar Beck, Ehrenpräsident Hans Joachim „Jockel“ Bender, Chauffeur Volker Jürgens, Adjutantin Sarah Kellermann sowie einige Elferräte. Empfangen wurden sie von Andreas Koltermann, Vertriebsleiter Pkw (rechts).
Der Präsident der Fröhlich Pfalz geleitet Mannheims Stadtprinzessin die Treppe hinunter.
Dietmar Beck, Präsident der Fröhlich Pfalz, geleitet Jubiläumsprinzessin Kim I. vom Hause Fodys beim Weißen Ball des großen Feuerio die „Hollywoodtreppe“ hinunter.
Hallo Kim, heute ist Montag, 17 Uhr. Für Bürgerliche beginnt gleich der Feierabend. Was steht bei dir an?

Heute werde ich noch drei Termine wahrnehmen. Wahrscheinlich bin ich erst spät in der Nacht zu Hause.

Ganz schön viel Programm für einen Tag …

In den vergangenen zwei Monaten, seit der Inthronisation, hatte ich bereits 70 bis 80 Termine. Knapp 300 weitere folgen für mich und den Prinzen „Christopher I. von Soll und Haben“, der mich seit Mitte Januar begleitet. Manchmal finden 15 Termine an einem Tag statt.

Wie schaffst du es, deine karnevalistischen und beruflichen Verpflichtungen unter einen Hut zu bringen?

Mein Chef ist zum Glück sehr tolerant und ein Freund der Fastnacht. Anders würde es auch nicht funktionieren. Zum Teil nehme ich Urlaubstage und feiere Überstunden ab. Außerdem bin ich im Februar vier Wochen freigestellt.

Beschreibe dein hoheitliches Leben…

Es ist aufregend und spannend. Ich erlebe viel, lerne unterschiedliche Menschen kennen und bekomme die Möglichkeit, hinter die Kulissen der anderen Karnevalsvereine zu schauen. Besonders spannend finde ich es, soziale Projekte zu besuchen und mich mit den Menschen darüber auszutauschen. Ein Projekt, das ich mit Spenden unterstütze, ist „AUFWIND Mannheim“. Dabei handelt es sich um eine soziale Einrichtung, die sich für Kinder engagiert und von Xavier Naidoo ins Leben gerufen wurde.

„Eine Stadtprinzessin braucht Durchhaltevermögen und Ausstrahlung.“
Kim I., Jubiläumsprinzessin der Fröhlich Pfalz vom Hause Fodys

Portrait der Stadtprinzessin Mannheim 2017
Als Kim I. schwingt Kim Schreiner das Narrenzepter.
Was fasziniert dich an der Fastnacht?

Bereits als kleines Mädchen begeisterten mich die Gardemädchen in ihren tollen Uniformen auf dem Mannheimer Fastnachtsumzug. Als Gardemädchen bewunderte ich dann die wunderschönen Prinzessinnen, die die Mannheimer Fastnacht repräsentierten. Ich sammelte Autogrammkarten und stellte mir vor, wie es wäre, wenn auch ich einmal Stadtprinzessin sein dürfte. Nun habe ich die ehrenvolle Aufgabe, als Kim I. meinen Verein, die Stadt Mannheim und die Kurpfalz zu repräsentieren. Das ist schon ein Lebenstraum.

Warum wurdest du schon vier Jahre vor deiner Inthronisation gefragt?

Jeder Verein handhabt das etwas anders, aber es macht Sinn, der angehenden Stadtprinzessin genügend Zeit für alle Vorbereitungen zu lassen. Es geht darum, den Ball zu organisieren, sich die entsprechenden Kleider zu kaufen und ein Motto zu schreiben. Autogrammkarten und vieles mehr müssen erstellt werden.

Zum einen sollte eine Stadtprinzessin hübsch anzusehen sein. Was sollte sie weiterhin mitbringen?

Sie muss vor allem die Fastnacht mögen. Weiterhin sollte ihr soziales Engagement wichtig sein. Sie braucht Durchhaltevermögen, Ausstrahlung. Sie sollte Freude und eine Message transportieren können sowie schlagfertig und vor allem authentisch sein.

Am Aschermittwoch, dem 1. März, wechselst du wieder in den bürgerlichen Stand. Wie blickst du deiner weiteren noch verbleibenden Amtszeit als Stadtprinzessin entgegen?

Die vergangenen Monate waren voller schöner Momente, und ich werde auch alle genießen, die noch kommen, selbst wenn es manchmal stressig ist. Denn Stadtprinzessin wird man nur einmal. Für mich ist das keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Ehre.

Der Weg zur Hoheit

Wie wird man Stadtprinzessin und -prinz? Alles zum traditionellen Wechsel in Mannheim.

Alle sieben Jahre

Sieben Mannheimer Fastnachtsvereine stellen jeweils im Wechsel die neue Prinzessin für die Quadratestadt. In diesem Jahr war der Karnevalsverein Fröhlich Pfalz an der Reihe.

Die Regenten

Der Prinz der Stadt Mannheim wird traditionell vom Großen Feuerio gestellt. Die Stadtprinzessin wird im Wechsel von den federführenden Vereinen – Fröhlich Pfalz, Grokageli, Lallehaag, Löwenjäger, NNG, Pilwe und Sandhase – gestellt.

Das soziale Projekt

Auf Geschenke verzichtet Kim I. Statt Blumen oder anderen Präsenten bittet sie um Spenden für das soziale Projekt „AUFWIND Mannheim“, ein Projekt gegen Kinderarmut in der Neckarstadt.