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Menschen | Reutlingen/Tübingen - 11. Dezember 2018

albMesser
Schneiden als Passion

In Hohenstein bei Reutlingen hat Janosch Vecernjes eine Messermanufaktur gegründet, die ihresgleichen sucht. Mit seinen innovativen Kochmessern begeistert er Sammler und Sterneköche auf der ganzen Welt.

Janosch Vecernjes fertigt handgemachte Albmesser
Janosch Vecernjes ist Messermacher aus Leidenschaft.

Mit dem „albMesser Spezial“ kam der Durchbruch. Es handelt sich um einen Allrounder für den Kücheneinsatz, der zum Filetieren von Fleisch genauso gut geeignet ist wie zum Schneiden von Gemüse oder zum Lösen der Tomatenhaut. Die Klinge sieht auf den ersten Blick ungewöhnlich aus, erleichtert aber das Schneiden ungemein. Wer dann noch einen maßgeschneiderten Griff bekommt, mag es gar nicht mehr aus der Hand legen. So oder ähnlich schildern es immer wieder Kunden, die Janosch Vecernjes in seiner Werkstatt in Hohenstein aufsuchen und ein „albMesser“ wollen, weil es ihnen ein Kollege oder Freund empfohlen hat.

Ein handgemachtes Damastmesser von albmesser
Wer Edles für die Küche sucht, wird vom albMesser Damast Spezial begeistert sein.

Einfach mal die Zeit vergessen

Tatsächlich sind Messer für den Kücheneinsatz die spezielle Leidenschaft von Janosch Vecernjes. „Seit ich 19 bin, träume ich davon, das beste Kochmesser anzufertigen. Das ist immer noch mein Anspruch“, erklärt der passionierte Hobbykoch. „In den letzten Jahren bin ich viel durch die Welt gereist, war auf fast allen Kontinenten und habe viele Messerschmiedemeister besucht. Die meisten wollen eher mit besonderen Materialien das schönste Kunstwerk erschaffen, aber nicht unbedingt das beste Gebrauchsmesser kreieren.“

Diese klare, schnörkellose Haltung hat letztlich zum Erfolg geführt. Kunden müssen inzwischen etwa ein Jahr auf ein Messer aus Hohenstein warten. Janosch Vecernjes könnte theoretisch Tag und Nacht durcharbeiten. „Manchmal habe ich 70-Stunden-Wochen, aber mir macht es Spaß, von daher empfinde ich es nicht als Stress“, bekennt Vecernjes, der seinen Nachnamen dem ungarischstämmigen Vater zu verdanken hat. „Es kann sein, dass ich nachts noch in der Werkstatt sitze und einfach komplett die Zeit vergesse.“

Ein handgeschmiedetes Albmesser - handgemachte Qualität
So eine Klinge besteht aus 168 Schichten hauchdünnen Damaszener Stahls.

„Das geht nur als kleiner exklusiver Betrieb“

Die Leidenschaft für Messer hat der Jungunternehmer von seinem Vater Karolj mitbekommen. Der Malermeister und Berufsschullehrer wuchs in Ungarn in der Nachbarschaft von Schmieden und Messermachern auf und versuchte sich später in Deutschland selbst daran. „Ich war damals zwölf Jahre alt“, erinnert sich Sohn Janosch. „Wir haben es aus eigener Kraft nicht geschafft, eine besonders hohe Qualität hinzubekommen. Wir haben dann in Ungarn einen bekannten Messerschmiedemeister aufgesucht und von ihm gelernt, wie man wirklich gute Messer macht.“ Später kam noch ein weiterer Lehrmeister aus Ungarn hinzu, bei dem er die Technik des Damaszenerschmiedens erlernen durfte. Aus beiden Wissensschätzen entwickelten Vater und Sohn über die Jahre schließlich ihre eigenen Modelle.

„Irgendwann musst du etwas im Leben machen, wo dein Herzblut drinsteckt.“Karolj Vecernjes, Vater von Janosch

Und die haben es in sich. Denn ein bestimmtes Qualitätslevel lässt sich nur in Handarbeit erreichen, davon ist Janosch Vecernjes überzeugt. „In jedem meiner „albMesser Spezial“ stecken mindestens 20 Arbeitsstunden und 60 Arbeitsschritte. Ein Industriemesser entsteht oft in 10 Minuten in 22 Arbeitsschritten, wovon 21 von Robotern vorgenommen werden“, stellt er nüchtern fest. Aber der Zeitfaktor ist nicht das einzige Kriterium. Bei albMesser können echte Kenner auch Messer aus Damaszener Stahl bekommen. Die Klingen aus diesem Stahlverbund glänzen dann mit einer typischen organischen Wellenmusterung, da sie aus vielen verschiedenen Lagen bestehen. Ein Messer von Janosch Vecernjes besteht meist aus 168 Schichten hauchdünnen Damaszener Stahls. „Um so etwas herzustellen, braucht es einfach viel Erfahrung“, erklärt der zu Perfektionismus neigende Messermacher. „Das geht nur als kleiner exklusiver Betrieb.“ Hier kommen dann schnell 100 Arbeitsstunden zusammen und ein Preis im vierstelligen Bereich, während das Grundmodell albMesser Spezial schon ab 350 Euro zu haben ist.

Das spezielle Design seines Kochmessers hat sich Janosch Vecernjes patentieren lassen. Der Erfolg des albMessers Spezial hat inzwischen die große Konkurrenz auf den Plan gerufen. „Internationale Messerhersteller kommen auf mich zu und fragen mich um Rat, wenn sie neue Messer auf den Markt bringen wollen“, bekennt er. David berät Goliath.

Janosch Vecernjes beim Schmieden eines handgefertigten Albmessers
Janosch Vecernjes: Hier schmiedet der Chef noch selbst.

Von der Finanzberatung zur Selbstverwirklichung

Sein Weg zum Messermacher war so geschwungen wie die Klingen, die er jetzt herstellt. Am Reutlinger Wirtschaftsgymnasium machte Janosch Vecernjes sein Abitur und qualifizierte sich danach zum unabhängigen Finanzberater. Aber anderen Menschen dabei zu helfen, ihr Geld zu vermehren, füllte ihn nicht aus. „Mich hat Wirtschaft zwar sehr interessiert, aber ein großer Teil des Jobs bestand darin, auf dem Bildschirm zu beobachten, wie sich Zahlen von rechts nach links oder oben und unten bewegen.“ Seinem Vater fiel das als Erstem auf. Er riet Sohn Janosch: „Irgendwann musst du etwas im Leben machen, wo dein Herzblut drinsteckt.“

So tauschte er Schlips und Anzug gegen die Schmiedeschürze und startete das Projekt albMesser. „Diese Freude, die ich jetzt bei jedem geschmiedeten Messer empfinde, kann kein Geld ersetzen“, freut sich Janosch Vecernjes. „Mir ist es nicht so wichtig, wie viel Geld ich habe, sondern wie glücklich ich bin.“ Das will er auch seinen Kunden vermitteln. So verkauft er nicht einfach nur Messer, sondern bietet auch Seminare für den richtigen Umgang damit an. „Viele Hobbyköche schneiden nicht richtig, sondern drücken das Messer einfach runter“, erklärt der Messerexperte, der zwei Jahre lang die unterschiedlichen Schneidetechniken aus Asien, Amerika und Europa studiert hat. „Da habe ich schon einigen die Augen geöffnet, was Schneiden eigentlich bedeutet.“

Janosch Vecernjes beim Schmieden eines handgemachten Albmessers
Janosch Vecernjes beim Schmieden eines albMessers.
Auf dem Schmiedefeuer entstehen bei Albmesser handgemachte Messer
Messerstahl wird im Schmiedefeuer erhitzt.
Janosch Vecernjes beim schmieden eines handgemachten Albmessers
albMesser – der handgeschmiedete Unterschied
  • Handwerk:

    Wer bei albMesser einkauft, hat es meist auf das spezielle Kochmesser der kleinen Manufaktur abgesehen, das weltweit in vielen Sterneküchen im Einsatz ist. Aber auch die anderen Produkte können sich sehen lassen, etwa die handgemachten Jagdmesser.

  • Inhaber:

    Janosch Vecernjes (34) ist in Hohenstein aufgewachsen, hat in Reutlingen das Wirtschaftsgymnasium besucht und kam erst über den Umweg als unabhängiger Finanzberater zum Messermachen.

  • Social Media:

    Mehr Informationen zu den Produkten von albMesser gibt es bei Facebook und auf Instagram.