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Menschen | Hannover - 11. Dezember 2018

Mit Liebe zur Tradition
Hitjepuppen der Bäckerei Borchers

Sie basieren auf einem einzigartigen Rezept, gelten als eines der ältesten Weihnachtsgebäcke in Hannover und werden heute vor allem als Tannenbaum-Schmuck genutzt: Hitjepuppen! Klaus Borchers ist der einzige Bäckermeister, der die Zuckerbilder herstellt.

In der Backstube der Bäckerei Borchers in Hannover duftet es nach Zimt, Plätzchenteig und ofenfrischem Gebäck. Auf dem Tisch liegen Sterne, Herzen und andere Förmchen, daneben eine Spritztüte. „Wenn ich den Teig glatt gestrichen habe, steche ich die Figuren mithilfe der Formen aus. Das Glasieren folgt nach dem Abkühlen des Gebäcks“, erklärt Klaus Borchers, Inhaber der Spezialitätenbäckerei in Hannover.

Der Bäckermeister zeigt uns heute in seiner Bäckerei, wie er Hitjepuppen herstellt. Unter den Weihnachtsbräuchen stellen die Zuckerbilder eine besondere Tradition dar. Die Bäckermeister der Altstadt haben sie schon zur Zeit der Reformation gebacken. Heute wird die Hannoveraner Spezialität allerdings nur noch bei Borchers angeboten.

Bäckerei Borchers: Familienunternehmen
Als Familienunternehmen erfolgreich: Klaus Borchers (links) mit Frau Marion und Sohn Philip.

Die Formen bestimmen das Aussehen

„Wir legen großen Wert auf die traditionelle, handwerkliche Herstellung in der Bäckerei. Unsere Kreationen werden ausschließlich in reiner Handarbeit unter Verwendung eigener Rezepturen hergestellt.“ So auch die Hitjepuppen. Das Rezept für den weichen, weißen Pfefferkuchenteig hat die Familie aus Hannover von Generation zu Generation weitergegeben. Für den Teig werden Zucker, Mehl, Milch, weihnachtliche Gewürze wie Anis und Kardamom sowie Hirschhornsalz als Backtriebmittel benötigt. Etwa 20 Formen bestimmen das Aussehen der Hitjepuppen. Dazu zählen unter anderem Musikinstrumente und Tierfiguren. Natürlich gibt es auch weihnachtliche Symbole wie zum Beispiel den Stern, das Herz und St. Nikolaus. „Eine der ältesten Formen aus unserem Besitz ist die Frau mit dem Butterfass“, so der Bäckermeister und Brotsommelier.

Bäckerei Borchers: frisch vom Blech
Frisch gebacken: Bevor die Hitjepuppen mit roter Zuckerglasur bestrichen werden, trocknen sie einige Tage.

Die fertige Zuckerfigur

Die gebackenen Hitjepuppen trocknen einige Tage, damit der Teig haltbar wird. Erst danach können sie mit der typischen roten Zuckerglasur glasiert werden. „Ist auch diese getrocknet, beginnt der aufwendigste Teil der Herstellung.“ Jede einzelne Kreation wird nun mit weißer Eiweißspritzglasur verziert. Erst durch das Garnieren erhalten die verschiedenen Motive ihr eigentliches Aussehen. Wenn auch die Spritzglasur ausgehärtet ist, sind die Hitjepuppen der Bäckerei fertig. Sie schmecken süß, werden jedoch aufgrund ihrer trockenen Konsistenz seit Generationen viel mehr zum Schmücken des Weihnachtsbaumes verwendet. Vielleicht haben sie ihren Namen auch aus diesem Grund verliehen bekommen, denn aus „hillige Puppen“ (heilige Puppen) wurden „Hitjepuppen“, die in Hannover als Schmuck an den Christbaum gehängt werden. Auch von der Vielzahl an Motiven kann der Name abgeleitet werden. Das Wort „Hitje“ bedeutet „kleine Ziege“ und weist auf die vielen Tierformen hin.

Bäckerei Borchers: Martinsreiter
Der Feinschliff: Jedes einzelne Stück wird mit weißer Eiweißspritzglasur verziert. Erst durch diese Garnierung erhalten die verschiedenen Motive ihr eigentliches Aussehen.

Alles andere als altbacken

Woher auch immer der Name Hitjepuppen stammt, fest steht, dass sie eine alte Tradition in Hannover darstellen – und heute nach wie vor gefragt sind. Insgesamt bietet die Bäckerei Borchers etwa 25 bis 30 Gebäcksorten in der Adventszeit an – von Anisplätzchen über Zimtsterne bis hin zum Braunen Kuchen – hier ist für jeden etwas dabei. Wir konnten nicht widerstehen …

Bäckerei Borchers: Kekse
Der Genuss-Tipp von Klaus Borchers: „Braune Kuchen“ zum Selbermachen.

Rezept: „Braune Kuchen“

Schritt 1

550 Gramm braunen Sirup (Zuckerrübensaft) und 50 Milliliter Wasser gemeinsam auf 70 Grad erwärmen. 35 Gramm Butter dazugeben und zerfließen lassen. Zusammen mit 1.250 Gramm Weizenmehl, 22 Gramm Pottasche, etwas Hirschhornsalz (ABC-Trieb) und Honigkuchengewürz zu einem Teig vermischen.

Schritt 2

Den Teig über Nacht stehen lassen, anschließend ausrollen und die Formen ausstechen. Im vorgeheizten Backofen bei etwa 180 Grad (Ober-/Unterhitze, Umluft: 160 Grad) auf der mittleren Schiene so lange backen lassen, bis sie glänzend braun und knusprig aussehen.

Bäckerei Borchers: Infos zum Unternehmen
Bäckerei Borchers
  • Geschichte:

    Den Grundstein für den Familienbetrieb hat Johann Heinrich Borchers 1847 gelegt. Klaus Borchers führt seit 1986 das Familienunternehmen. Das Unternehmen beschäftigt 55 Mitarbeiter.

  • Tradition:

    Seit mehr als 160 Jahren werden die Hitjepuppen in der Bäckerei Borchers hergestellt. Die Backwaren von Borchers sind auch in den Filialen der Stadtteile Oststadt und Linden-Limmer erhältlich.

  • Workshops:

    2019 finden wieder Brot-Workshops und Stollen-Seminare statt. Etwa 25 Back-Begeisterte können an einem Workshop teilnehmen. Jährlich gibt es etwa fünf bis sechs Termine, die auf der Homepage der Bäckerei bekannt gegeben werden.