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Menschen | Darmstadt - 15. Mai 2019

Es werde Tisch!

Christoph Zang wollte Architekt werden – bis er merkte, dass ihm das wenig Gestaltungsraum lässt. Stattdessen verlegte er sich aufs Interior und entwirft jetzt Möbel – für Menschen mit Sinn für Eigenständigkeit.

Während um ihn herum die beiden kleinen Kinder seiner Partnerin spielen, ist Christoph Zang völlig in seine Arbeit versunken. Vor ihm liegen ein paar Blätter, auf denen er mit Bleistift und schnellem Strich bereits einige Möbel skizziert hat. Auf dem Boden um ihn herum stehen Kartons mit Materialproben, kleine Rechtecke aus Holz, Beton und Leder. Der Möbeldesigner arbeitet gerade an seiner zweiten Designlinie. Es gibt Tage, da bringt er nichts zu Papier und beschäftigt sich stattdessen mit Buchhaltung und anderen Pflichten eines Selbstständigen. Aber heute läuft’s. Schon seit dem Morgen sitzt er an dem Schreibtisch in seinem Arbeitszimmer und bringt einen Entwurf nach dem anderen aufs Papier.

In der kreativen Komfortzone

Sein Arbeitszimmer, das ist die meiste Zeit das Esszimmer seiner Wohnung, als Schreibtisch dient der große ausziehbare Esstisch aus Holz, den er von seiner Uroma geerbt hat. Er mag es, mitten im Geschehen zu sein. „Ich brauche keine Ruhe, wenn ich arbeite“, erklärt der junge Möbeldesigner. Zur Not setzt er sich Kopfhörer auf oder die Familie verlegt das Essen kurzerhand in die Küche. Viel wichtiger ist ihm, seine Komfortzone zu haben, einen Platz, an dem er sich wohlfühlt. „Manche behaupten, um erfolgreich zu sein, müsse man seine Komfortzone verlassen. Ich bin da anders. Kreatives Arbeiten geht ja nicht einfach so von der Hand.“

Momentan arbeitet Christoph Zang bereits an seiner nächsten Interior-Designlinie.
Botschafter in eigener Sache: Mit seinem Design möchte sich Zang von gängigen Trends abheben, ohne mit ihnen zu brechen.

Neues gestalten

Seine Komfortzone, die hat der 33-Jährige ohnehin schon verlassen, als er sich 2012 für die Existenz als selbstständiger Designer entschieden hat und dafür sein Architekturstudium an der TU Darmstadt schmiss. „Ich liebe Architektur, das Zusammenspiel aus Blickrichtung, Lichteinfall und Proportionen – alles, was wirkt“, stellt er klar. „Aber bei der Architektur besteht ein großer Teil der Arbeit in der Umsetzung. Ich will gestalten. Nur wer den Mut hat, neue Wege zu gehen, wird belohnt.“

Reproduzierbar, aber keine Massenware

Anfangs entwarf er Einzelstücke, in denen er mit verschiedenen Materialien spielte, etwa Glaselemente mit leuchtenden Kanten, eingelassen in einen alten Holzbalken. „Es war ein guter Kontrast zum Studium und ein Weg, mich selbst zu finden“, erzählt Zang. „Aber bei jedem Unikat musste ich das Rad neu erfinden. So entstand der Wunsch nach einem Grund­design, das sich reproduzieren und weiter­­­ent­wickeln lässt.“

Sein Architeturstudium hat er für die Selbstständigkeit abgebrochen - Interieur-Designer Christoph Zang.
„Ich will gestalten“, begründet Zang, warum er sich für den Weg als selbstständiger Designer entschieden hat.

Wirkung durch Understatement

Nach ersten Ausflügen ins Interior kam er auf die Idee, seine eigene Möbellinie zu entwerfen: die Geburtsstunde der Designlinie 126. Sein Ziel war es, Möbel zu schaffen, die sich nicht in den Vordergrund drängen müssen. „Das Design der Linie 126. zeichnet sich durch seine schlanke Silhouette, die harmonischen Rundungen und das Spiel der Proportionen aus“, sagt Zang über seine Entwürfe. Nach dem Couchtisch 126.RO ist seit Kurzem der 126.SE oder einfach „der Tisch“ erhältlich. Mit seiner eleganten Designsprache und der großen Arbeitsfläche eignet er sich als Esstisch ebenso gut wie als repräsentativer Schreib- oder Besprechungstisch fürs Büro.

Der Teufel steckt im Detail

Bei der Konstruktion des großen Tischs kamen Zang seine Kenntnisse der Tragwerkslehre zugute. Denn mag der Esstisch in seiner klaren Form auf den Laien auch einfach wirken, so war es anspruchsvoll, ihn Realität werden zu lassen. „Das große Problem ist mein eigener Anspruch.“ Der zeigt sich beispielsweise in den Produkteigenschaften. Bei dem Modell sollten sich bei Druck die Beine nicht nach außen neigen. Lange war unklar, ob es funktioniert, und eine Herausforderung, überhaupt einen Hersteller zu finden, der so kleine Stückzahlen produziert.“ Fündig wurde er bei einem Unternehmen in Südtirol, wo der große Tisch nun auf Bestellung produziert wird. Lieferzeit: mindestens zwölf Wochen.

Alles zu seiner Zeit

Nachdem er in den vergangenen Wochen viel in seiner Mercedes-Benz V-Klasse durch Deutschland getourt ist, um den Tisch zu vermarkten, arbeitet er jetzt intensiv an seiner neuen Linie. „Sie wird viel klarer, viel monolithischer als die erste Linie mit ihren geschwungenen Radien“, verrät er. Wann er damit fertig ist, lässt Zang offen. „Ich habe keinen Zeitdruck. Und Planung, das habe ich in den letzten Jahren lernen müssen, hat bisher nie funktioniert.“