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Menschen - 14. September 2017

Digitale Goldschürfer

300 Teilnehmer, fünf Veranstaltungen, drei Kontinente. Auf der Hackathon-Reihe von Daimler hatten Studierende aus aller Welt im vergangenen Jahr ein Ziel: innerhalb der vorgegebenen Zeit von 24 Stunden einen Prototyp ihrer digitalen Innovation zu entwickeln und der Fachjury zu präsentieren. In diesem Jahr geht das Event auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt in eine neue Runde. Das Mercedes-Benz Kundenmagazin sprach mit zwei Köpfen von DigitalLife, Markus Hägele und Sebastian Thiemt, über die besondere Magie eines Hackathons, die Kraft des kreatives Chaos und moderne Arbeitskultur.

Am 15. und 16. September findet am Mercedes-Benz Messestand der IAA in Frankfurt der „Hack.IAA@meConvention“ statt. Was genau ist ein „Hackathon“?

Sebastian Thiemt: Man kann das Wort Hackathon als „Programmier-Marathon“ ins Deutsche übertragen. Aber um es griffiger zu machen: Bei unserem Hackathon auf der IAA  programmieren, tüfteln und prototypisieren über 60 Studierende aus verschiedenen Fachbereichen zu einem Thema bzw. zu einem Problem rund um das Auto und versuchen innerhalb von 24 Stunden kreative Lösungsansätze zu präsentieren.

Markus Hägele: Das Besondere an diesem Format ist, dass die Idee nicht in der Schublade verschwindet, sondern die Studierenden das Projekt vorantreiben und in der vorgegebenen Zeit auf eine ganz konkrete Lösung hinarbeiten, die sie am Ende des Hackathons vorstellen. Das Team ist also total fokussiert. Es ist immer wieder faszinierend, zu erleben, wie sich eine Gruppe junger Menschen in so kurzer Zeit findet und sich aus dem anfänglichen Chaos vieler Ideen ein Konzept herauskristallisiert.

Sebastian Thiemt: Was ich gerne ergänzen würde: Der Hackathon hat eine ganz besondere Energie. Auf der einen Seite ist er angelegt wie ein Festival, auf dem die Teilnehmer sich wohlfühlen und Spaß haben sollen. Aber er hat auch eine ernste Seite. Innovation erfordert intensives Arbeiten. Aber in dieser Atmosphäre tut man das gerne. Man darf etwas verändern. Das ist genau die Chance, die alle ergreifen wollen. Da ist eine ganz große Euphorie zu spüren. Das ist einfach klasse!

Das klingt nicht nach einem Wettstreit unter Programmierern ...

Markus Hägele: Der Wettbewerbscharakter steht tatsächlich eher im Hintergrund. Es geht um Teamarbeit und das gemeinsame Ziel: das Umsetzen der Ideen. Das lässt sich sehr gut am Beispiel des vergangenen Hackathons veranschaulichen, bei dem sich das Gewinnerteam bei einem anderen Team bedankt hat, weil es ohne das technische Wissen der anderen Teilnehmer nicht weitergekommen wäre. Die Teams haben sich also in einer entscheidenden Phase des Wettbewerbs unterstützt. Und das spiegelt auch den besonderen Spirit wider. Die Idee steht über allem.

Wo setzen die Teilnehmer des Hackathons bei ihrer Arbeit an?

Sebastian Thiemt: Die zentrale Frage ist: Welche Idee, welcher Service würde mein Leben erleichtern? Zum Beispiel kommunizieren die meisten von uns jeden Tag mithilfe ihres Smartphones. Dieses darf ich während des Autofahrens aber nicht benutzen. Also wie integriere ich die Messenger-App in das Auto, damit ich sie während des Fahrens sicher nutzen kann? Und wie können Smartphones in unterschiedlichen Fahrzeugen miteinander kommunizieren? Ein klassisches Beispiel für Car-to-X-Kommunikation. Neben künstlicher Intelligenz eines von zwei Themen des diesjährigen Hackathons.

Das heißt, Sie geben den Studierenden beim Hackathon ein Thema vor?

Markus Hägele: Wir geben Themen bzw. Technologien vor, weil natürlich ein Vorwissen bei den Studierenden – meist aus IT- und fachverwandten Bereichen – vorhanden sein muss und sie sich dann als Teilnehmer bei uns bewerben.

Sebastian Thiemt: Das Entscheidende ist, dass sie bei der konkreten Arbeit auf dem Hackathon freie Hand haben. Wir sehen das so: Eine Technologie ist wie ein Werkzeug. Wie ein Akkubohrer oder eine Säge. Wenn ich etwas schreinern will, muss ich jemand haben, der eine Säge bedienen kann. Was er dann schreinert, ist egal, solange es eine Funktion erfüllt. Er kann seiner Kreativität freien Lauf lassen.

„Der Hackathon hat einen ganz besonderen Spirit. Die Idee steht über allem.“Markus Hägele

Die DigitalLife-Köpfe und Hackathon Initiatoren Markus Haegele und Sebastian Thiemt.
Markus Haegele (oben) und Sebastian Thiemt sind die Hackathon-Initiatoren und gehören zu den Köpfen von DigitalLife.
Welche Ideen von vergangenen Hackathons konnten schon umgesetzt werden?

Markus Hägele: Mir fällt da sofort eine Chatbot-Funktion fürs Fahrzeug ein, welche gerade in der Entwicklung steckt. Sie sitzen im neuen Auto und fragen sich: Wofür ist dieser Knopf eigentlich? Dann gehen Sie mit der Kamera Ihres Smartphones auf die Schaltfläche, und die App erklärt Ihnen, wofür sie da ist. Eine ganz einfache Funktion und bald für jeden Mercedes-Benz Fahrer nutzbar.

Sebastian Thiemt: Eine andere Idee ist „pacTris“: Wenn Sie zum Möbelhaus gehen und überlegen, ob der Stuhl und der Tisch in Ihr Auto passen, dann können Sie mit Ihrem Handy den Barcode scannen. Die App zeigt Ihnen ein 3-D-Bild Ihres Fahrzeuges an, und Sie sehen anhand der Abbildung, wie die Fracht sich ideal verstauen lässt. Die Darstellung passt sich mit jedem neuen Produkt neu an. Die App empfiehlt sogar, wann Sie die Sitzbank umklappen müssen. Auch diese Idee löst ein ganz alltägliches Problem und wurde übrigens im Rahmen einer DigitalLife Veranstaltung als Gewinner-Idee ausgezeichnet.

Sie veranstalten Hackathons demnach auch intern, also mit den Mitarbeitern von Daimler?

Markus Hägele: Das ist richtig! Seit 2011 gibt es bei Daimler die Strategie-Initiative DigitalLife (siehe Infokästen unten). Zum Start 2011 haben wir Mitarbeiter zu einem Open Space, einem offenen Workshop-Konzept, eingeladen und gefragt: Was ist Digitalisierung und wie können wir eigentlich Einfluss auf die Entwicklung nehmen? Aus diesen Terminen haben wir viele Themen mitgenommen, die wir anschließend weiterbearbeitet und umgesetzt haben. Diese Freiräume für Mitarbeiter zu schaffen ist ein wertvolles Instrument für unsere Unternehmenskultur.

Sebastian Thiemt: Dann kam die nächste Stufe, wir haben angefangen, interne Hackathons zu veranstalten. Bei einem Open Space geht es darum, Themen zu generieren. Bei einem Hackathon packt man konkret an und gibt den Mitarbeitern den nötigen Raum für die Umsetzung. Und weil das Konzept sehr gut aufging, haben wir uns dann entschieden, diese Events auszuweiten, und veranstalten nun auch Hackathons mit Studierenden. Und das weltweit.

Stichwort „weltweit“: 2016 gab es eine ganze Reihe mit Stationen in Bangalore, Peking, Silicon Valley.

Markus Hägele: Nimmt man Stuttgart und die IAA Nutzfahrzeuge hinzu, haben wir 2016 insgesamt fünf Hackathons veranstaltet. Was uns dabei ganz wichtig war: Die Events bzw. ihre Teilnehmer sind über den von Daimler entwickelten „DigitalLife Campus“ miteinander vernetzt. Das heißt, kein Event steht für sich alleine, sondern wir wollen das Wissen der Studierenden bündeln. Sie sollen von uns lernen, wir von ihnen, und sie sollen auch untereinander die Gelegenheit haben, voneinander zu profitieren. Wir beschreiten mit dieser Hackathon-Reihe einen guten Weg.

Das klingt so, als wäre die Hackathon-Reihe für die Studierenden eine ideale berufliche Orientierung ...

Sebastian Thiemt: Das Thema Nachwuchsförderung ist uns wichtig und der Lerneffekt auf dem Hackathon tatsächlich sehr groß. Die Studierenden sollen etwas erarbeiten, was am Ende auch in Verbindung mit dem Auto funktioniert. Natürlich sind erfahrene Kollegen als Mentoren vor Ort – sie sind im Thema, erklären Konzepte und Fahrzeuge, geben Hilfestellungen und helfen, sich in der Welt von Mercedes-Benz zurechtzufinden. Ganz viel praktisches Wissen also, von dem die Studierenden profitieren.

Markus Hägele: Ein anderer ganz wichtiger Punkt ist die Präsentation. Denn wir unterstützen die Studenten natürlich beim „Pitchen“. Die Studenten bringen viel Wissen mit, aber die wenigsten haben Erfahrung auf einer großen Bühne und wissen, wie man unterhaltsam, informativ und auf den Punkt präsentiert. Die Kunst ist es, eine Problemlösung mithilfe von Charts und interaktiver Demonstrationen in drei oder fünf Minuten darzustellen. Damit genau das gelingt, coachen wir die Studenten vor der Präsentation. Das ist Handwerkszeug, das man sein ganzes Berufsleben lang gebrauchen kann.

Mit dem Besuch des jeweiligen Hackathons war „die Reise“ der Studenten aber noch nicht zu Ende.

Markus Hägele: Genau, im Anschluss haben wir zwei Studenten jeder Veranstaltung nach Stuttgart eingeladen, wo sie einen Blick hinter die Kulissen unseres Unternehmens werfen konnten. Dann ging es gemeinsam mit dem DigitalLife Bus nach Barcelona zum Mobile World Congress.

Sebastian Thiemt: Wir haben den Bus für diesen Zweck extra ausgerüstet. Also beispielsweise Arbeitsbereiche und Bildschirme im Bus integriert. Und dann wurden die internationalen Studenten in zwei Gruppen aufgeteilt und vor eine Aufgabe gestellt: Die interkulturellen Teams sollten aus Lego ein autonom fahrendes Fahrzeug zusammenbauen, das dann in Barcelona bei der Ankunft auf einer ausgelegten Straßenkarte von einem Startpunkt aus drei Ziele ansteuert, Gegenstände aufsammelt und durch ein aufgezeichnetes Ziel fährt. Und das wurde dann vor 25 Journalisten präsentiert. Und natürlich haben die Studierenden am Mobile World Congress teilgenommen und durften ihre auf dem Hackathon entwickelte Idee präsentieren. Ein Riesenspaß!

Markus Hägele: Und für dieses Gesamtkonzept rund um unseren „DigitalLife Campus“ haben wir in diesem Jahr den „Digital Leader Award“ gewonnen. Das ist für uns eine große Bestätigung und Ehrung. So kann es gerne weitergehen. Aber jetzt sind wir erst einmal auf die Ergebnisse des Hacks auf der IAA 2017 gespannt und freuen uns auf die jungen Talente.

DigitalLife im Profil

DigitalLife – der Mensch im Mittelpunkt

Seit 2011 gibt es bei Daimler das Projekt DigitalLife. Der Ansatz ist einfach: Der Mensch steht im Mittelpunkt. Er soll die digitale Entwicklung beeinflussen und prägen.

Der Mitarbeiter ist am Zug

Mithilfe von Arbeitsmethoden wie Open Spaces und Hackathon-Veranstaltungen entwickeln Daimler Mitarbeiter digitale Ideen und Konzepte, die sowohl das eigene Arbeitsumfeld weiterentwickeln und optimieren als auch wichtige Aspekte für die Arbeit mit und für den Kunden vorantreiben.

DigitalLife Day – die große Bühne

Höhepunkt des Jahres ist der DigitalLife Day, bei dem Mitarbeiter ihre Ideen und Konzepte vor bis zu 1.000 Kollegen präsentieren. Dieter Zetsche, Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG, ist Schirmherr der Veranstaltung. Ziel ist eine moderne Arbeits- und Innovationskultur.

Der Geist der Start-up-Szene

Gleichzeitig findet durch externe Events wie die Hackathon-Reihe die Vernetzung mit jungen Talenten und kreativen Köpfen statt. Daimler setzt dabei auf die Mentalität der Start-up-Szene – sprich mehr Gründergeist, mehr Risikobereitschaft und mehr Schnelligkeit.

Offizielles Logo der IAA 2017.

67. Internationale Automobil-Ausstellung (IAA)

 

Alle Informationen auf: www.iaa.de