31. Januar 2017
Menschen | Mannheim-Heidelberg-Landau

„Einmaliges Angebot für Start-ups

Mannheim ist die perfekte Stadt für Kreative und junge Unternehmer. Im Interview mit dem Mercedes-Benz Kundenmagazin erläutert Michael Grötsch, Mannheims Bürgermeister für Wirtschaft, Arbeit, Soziales und Kultur, die Gründe dafür.

Herr Grötsch, welche der gezeigten Erfindungen auf der zurückliegenden Ausstellung „Allee der Innovationen“ fanden Sie besonders interessant?

Mit der Erfindung des Automobils durch Carl Benz verbindet Mannheim und Mercedes-Benz eine besondere Geschichte. Diese wird nun fortgeschrieben mit der Erfindung des ersten teilautonom fahrenden Stadtbusses, der von der EvoBus GmbH in Mannheim entwickelt wurde. Als Automobil-Liebhaber vereint sich hier für mich wirtschaftspolitisches und privates Interesse. In Mannheim wird also tatsächlich die Welt bewegt. Das wurde auch auf der „Allee der Innovationen“ eindrucksvoll unterstrichen.

Die Stadt ist ein begehrter Ort für Kreative. Was macht Mannheim anders?

Als Erfinderstadt hat Mannheim eine große Tradition: das Fahrrad, das Auto, der Traktor. Heute gibt es hier zahlreiche Start-ups mit innovativen Ideen. Schon die Stadtgründungsphase geschah weltoffen. Menschen wurden aufgerufen, nach Mannheim zu kommen und gemeinsam eine Stadt aufzubauen. Dieser Geist zeichnet die Stadt und ihre Bürger heute noch aus. Die Wirtschaftsstruktur ist diversifiziert, das produzierende Gewerbe ist noch immer stark vertreten und bietet vor allem produktionsnahen Dienstleistungen ein breites Betätigungsfeld. Aus den Universitäten und Hochschulen der Hochschulregion Rhein-Neckar kommen jedes Jahr viele hoch qualifizierte Absolventen, die eine entscheidende Basis für innovative Gründungen sind.

„Branchenübergreifende Vernetzung legt hoch spannende Synergien frei.“Michael Grötsch, Bürgermeister für Wirtschaft, Arbeit, Soziales und Kultur der Stadt Mannheim

Porträtfoto von Michael Grötsch, Mannheims Bürgermeister für Wirtschaft, Arbeit, Soziales und Kultur
Was hat diese Entwicklung der Stadt möglich gemacht?

Das Mannheimer Start-up-Ökosystem: Acht Gründungs- und Kompetenzzentren mit momentan 260 jungen Unternehmen und ihren knapp 1.000 Beschäftigten haben hier ihren Standort. Möglich wurde das vor allem durch die städtische Wirtschafts- und Strukturförderung. Sie hat schon in den 1990er-Jahren die Existenzgründungsförderung zu einem ihrer Tätigkeitsschwerpunkte erklärt. Das zielgruppenorientierte Unterstützungsangebot, das seitdem entwickelt wurde, ist in Deutschland einzigartig. Die Wirtschaftsförderung hat außerdem mit dem Beteiligungsfonds Wirtschaftsförderung Mannheim den ersten kommunal betriebenen Beteiligungsfonds mit EU- und Landesförderung in Baden-Württemberg aufgelegt. Gründer können sich in Mannheim auch ideal austauschen.

Gibt es etwas, das Sie persönlich in Mannheim besonders spannend finden, wenn es um Innovation geht?

Die innovativen Ideen der Existenzgründer beeindrucken mich immer wieder – ob im Bereich Medizintechnologie, Kultur- und Kreativwirtschaft oder Industrie 4.0. Uns ist dabei sehr wichtig, dass die Jungunternehmer miteinander in Kontakt treten. Die branchenübergreifende Vernetzung schafft weitreichende Synergien. Es gibt unendlich viele Kombinationen, wie im Wirtschaftsleben kooperativ und innovativ zusammen gearbeitet werden kann. Auch an den Schnittstellen dieser Bereiche schlummern wichtige Potenziale, die immer mehr Kooperationen von Start-ups mit Global Playern ermöglichen.

Welche Kooperationen bringen Mannheim hier voran?

Die Netzwerke unserer Clusterinitiativen unterstützen Gründer mit Veranstaltungen und individuellen Beratungsangeboten. Das wirkt über die Stadtgrenzen hinaus in die Region. Auch die Zusammenarbeit mit der Metropolregion Rhein-Neckar, dem Gründerverbund Rhein-Neckar und den Heidelberg Startup Partners wurde in den vergangenen Jahren stetig ausgebaut. Die weitverzweigten Netzwerke dringen bis in die Hochschulen und Unternehmen unserer Region vor. All das macht Mannheim zu einem attraktiven Standort für Start-ups.

So viel zum Thema Wirtschaft. An welchen Orten gönnen Sie sich mal eine Pause?

Als ich noch nicht lange in Mannheim lebte und in einer Sitzungspause nach dem besten Café fragte, wurde mir das Kaffeehaus Herrdegen im Quadrat E 2 empfohlen. Bis heute bin ich gerne dort oder im Café Mohrenköpfle in der Neckarstadt-West – die Kuchen, Torten und anderen Spezialitäten sind hier sehr empfehlenswert.