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Menschen | Hannover - 01. August 2019

Star hinter der Leinwand

Leidenschaft und Ehrgeiz zeichnen Hans-Joachim Flebbe aus. Der Gründer der CinemaxX Kinos und der Astor Film Lounges hat sich immer wieder neu erfunden. Wir haben ihn in einem Kino getroffen und mit dem Cineasten über einen sehr persönlichen Plot gesprochen – seine Erfolgsgeschichte.

Er ist ein Cineast wie kein Anderer – Hans-Joachim Flebbe hat die deutsche Kinobranche geprägt. Dank seiner Visionen hat er immer wieder neue Wege eingeschlagen, die die Branche nachhaltig veränderten. Er war schon in frühen Jahren ein leidenschaftlicher Kinogänger, der irgendwann die Möglichkeit bekam, sich selber in dieser Branche auszuprobieren. Auf den Entwurf eines Programms für ein Kino in Hannover – seiner Heimatstadt – folgte die Beteiligung an einem kleinen Betrieb. Daraus entstand eine der größten Kinoketten Europas. Im Interview mit dem Mercedes-Benz Webmagazin sprach er über seine beruflichen Erfolge, die Notwendigkeit, die eigenen Entscheidungen hin und wieder zu überdenken und eine Leidenschaft, die ihn bis heute antreibt.

Herr Flebbe, wie sind Sie eigentlich auf die Idee gekommen, ein eigenes Kino zu eröffnen?

Eher zufällig. Ich bin zu einem Kinobetreiber in Hannover gegangen und habe ihn gefragt, ob ich ihm Filmvorschläge machen darf. Dabei stellte sich heraus, dass er vorhatte, seinen Betrieb zu schließen. Trotzdem durfte ich ein Programm entwerfen. Und erstaunlicherweise war das Kino vom ersten Tag an komplett ausverkauft. So wurde ich erstmals Partner in einem Kinobetrieb. Zwei Jahre danach habe ich ein eigenes Kino eröffnet und auch das lief vom ersten Tag an sehr gut. Irgendwie gelang es mir, ein Gespür dafür zu entwickeln, was die Kinobesucher sehen wollten.

Damit waren Sie Unternehmer – und haben Ihr Engagement immer weiter ausgebaut – bis heute. Was treibt Sie an?

Ich habe schon früh angefangen, Zeitungen auszutragen, um mir das Geld für mein erstes Auto zu verdienen – einen 190er Mercedes-Benz. Und schon damals habe ich überlegt, was ich noch machen kann. Also kaufte ich mir kleine Busse und belieferte die Zeitungssammelstellen. Und das hat sich bezahlt gemacht. Ich habe einen Auftrag von einer Molkerei bekommen und sollte Milch an Schulen liefern. Der Erfolg, den ich immer wieder erfahren habe, hat mich angetrieben, noch mehr zu schaffen.

Wie kam es zur Gründung der CinemaxX Holdings?

Mit der Zeit wurden TV und Video immer größere Konkurrenten für die Kinobranche. Wir mussten es schaffen, den Besuchern einen Mehrwert zu bieten. Also stellten wir die Vorteile des Kinos heraus – die große Leinwand zum Beispiel. Die passte allerdings nicht in meine kleinen Säle. Deswegen entwickelte ich zusammen mit einem Architekten das ideale Kino. Die Ränge haben wir steigend konzipiert, sodass der Blick auf die Leinwand nicht durch den Vordermann gestört wurde. So entstand das CinemaxX. Das Konzept war komplett neu. In Amerika gab es zwar ebenfalls Multiplex-Kinos, allerdings waren die Ränge ebenerdig. Das erste CinemaxX öffnete dann 1991 in Hannover. Damals waren wir die größte Kinokette Europas.

Und wieso haben Sie das Unternehmen verlassen?

So steil, wie es bergauf ging, so tief fielen wir leider auch. 1998 gingen wir an die Börse und 2001 und 2002 folgten sehr schlechte Jahre für die Kinobranche. Die Besucherzahlen gingen zurück und wir mussten einen neuen Partner an Bord nehmen. Das führte zu Meinungsverschiedenheiten und so entschloss ich mich 2008, diese Ära zu beenden.

erfolgreiche unternehmensgründung, was braucht man um eine firma zu gründen
Hans-Joachim Flebbe schaffte es, seine große Leidenschaft zu seinem Beruf zu machen. Und prägte damit die gesamte deutsche Kinogeschichte.
Apropos tiefer Fall – wie gehen Sie mit Rückschlägen um?

Davon gab es zum Glück nicht allzu viele. Meine Geschäfte sind immer organisch gewachsen. Ich habe ganz klein angefangen und mich weiterentwickelt. Dennoch war ich mein Leben lang immer verschuldet. Ich war immer in der Aufbauphase. Alles, was ich verdient habe, habe ich sofort wieder ins Unternehmen gesteckt. Es war ein ewiger Kampf mit Banken. Da bleiben schlaflose Nächte nicht aus. Dennoch habe ich stets einen langen Atem bewiesen, weil ich fest an den Erfolg geglaubt habe. Das ist für jeden Selbstständigen ein entscheidender Faktor.

Flebbes Top Five

Fünf Jahrzehnte Kinoleidenschaft und Filmerfahrung bringt Hans-Joachim Flebbe mit. Hier seine ganz persönlichen Favoriten, die jeder Cineast unbedingt gesehen haben sollte …

Heute betreiben Sie die Premiumkinos „Astor Film Lounges“. Wie kam es zu diesem Neustart?

Aus der jahrelangen Kritik, die wir für die CinemaxX Kinos bekamen, wollte ich wieder etwas Positives herausholen. Das Kinoerlebnis sollte wieder das werden, wofür ich stehe und was mein Leitgedanke beim Einstieg in die Branche war. Und daraus entstand die Idee der Premiumkinos. 2008 eröffnete ich dann das erste Astor am Kurfürstendamm.

„Ich wollte den Kinobesuch wieder zu einem Erlebnis machen.“Hans-Joachim Flebbe

Was zeichnet die Lounges aus?

Ein entspannter Kinoabend ohne Warteschlangen, aber dafür mit Garderobe, Bedienung am Platz und bequemen Sesseln. Die Kinosäle verfügen über eine erstklassige technische Ausstattung. Unsere Filme werden per Laser-Projektion übertragen. Dank Dolby Atmos, einer atemberaubenden Surround-Sound-Technik, haben wir das Klangerlebnis auf eine ganz neue Ebene gebracht. Neben den Vorstellungen ist es auch möglich, die Säle für Veranstaltungen zu mieten.

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Bereits seit 2008 betreibt Hans-Joachim Flebbe die Astor Film Lounges.
Schauen wir einmal in die Zukunft. Welche Pläne verfolgen Sie als Nächstes?

Wir planen die Eröffnung weiterer Astor Kinos. Leider ist es sehr schwer, Räumlichkeiten zu finden, die unseren Anforderungen entsprechen. Daher verläuft die Expansion eher langsam, aber dafür stetig. Die nächste Eröffnung findet in Frankfurt statt. Darauf freue ich mich schon sehr. Auch die Eröffnung einer Astor Film Lounge in meiner Heimat Hannover ist denkbar.

Erfahren Sie durch Ihre Familie Unterstützung bei Ihrem Vorhaben?

Wir sind nach den vielen Jahren immer noch ein Familienbetrieb und unterstützen uns gegenseitig. Meine Frau wirkt bei der Programmauswahl mit. Sie besucht viele Festivals und Pressevorstellungen, um Vorschläge zu machen. Meine beiden Kinder studieren derzeit noch Betriebswirtschaft und Marketing und möchten nach dem Studium mit in das Geschäft einsteigen.