20. April 2016
Menschen | Reutlingen/Tübingen

Gutes aus dem Gäu

Die Biere der Brauerei Schimpf sind für ihr vollmundiges Aroma und ihre Frische bekannt. Das Erfolgsrezept der Braumeister: hochwertige Zutaten aus der Region, Erfahrung und viel Leidenschaft.

Ein würziger Malzgeruch mit einer unverkennbaren Hopfennote liegt in der Luft. Er kommt von der Brauerei Schimpf, die im Herzen von Neustetten-Remmingsheim bei Rottenburg liegt. Hier werden 15 verschiedene Bierspezialitäten gebraut. „Das Reinheitsgebot fängt bei uns schon weit vor dem Sudkessel an. Wir verwenden ausschließlich Hopfen aus den Anbaugebieten von Tettnang, Gerste und Weizen vom Bauern aus dem Nachbarort, dazu bestes Quellwasser und unsere eigene Hefe, die wir seit Jahrzehnten selber züchten und kultivieren“, erklärt Seniorchef Alfred Schimpf, der das Familienunternehmen gemeinsam mit seinem Sohn Martin in fünfter Generation führt. Dabei legen sie besonders viel Wert auf die schonende Herstellung. „Wir verzichten auf beschleunigende Faktoren und lassen unseren Bieren viel Zeit zur Reifung. Konservierende Maßnahmen sind bei uns ebenfalls tabu. Das macht unser Bier zu etwas Besonderem. Den Unterschied schmeckt man eben“, sagt Martin Schimpf.

Brauerei Schimpf: Ob Hopfen, Gerste oder Weizen – die Rohstoffe kommen aus der Region.

Naturprodukt Bier

Mit Geschmackseigenschaften, Aromen und der Farbe kennt sich Martin Schimpf bestens aus. Der Betriebswirt ist nicht nur Braumeister, sondern hat auch eine Ausbildung zum staatlich geprüften Biersommelier absolviert. Dabei hat er seinen Gaumen und seine Nase geschult. Vor allem aber hat er sich ein fundiertes und breites Wissen über Bier angeeignet. „In Maßen getrunken ist es sehr gesund und bekömmlich. Es enthält wichtige Vitamine, Mineralstoffe, Hopfenbitterstoffe und Spurenelemente, wenig Fett und kommt ganz ohne Cholesterin aus.“

Den Trends auf der Spur

Um den Kunden der Brauerei Schimpf eine breite Palette bieten zu können, lassen sich die beiden Geschäftsführer immer neue Kreationen einfallen. „Das Spezial Bier wird seit 1870 nach einer alten Familientradition gebraut. Glanzklar und von goldgelber Farbe, schmeckt es schön vollmundig, leicht malzbetont süßlich, nicht zu bitter“, sagt Alfred Schimpf, der das Rezept bereits von seinem Vater übernommen hat. Anfang der 1990er-Jahre kreierte er dann verschiedene Weizenbiere, darunter Hefe-Weizen hell und dunkel sowie das Kristall-Weizen. Die obergärige Bierspezialität der Brauerei Schimpf wird extra lange gelagert und schonend filtriert, damit es seine typisch klare, strohgelbe Farbe erhält. „Diese Sorte kommt hier in Schwaben sehr gut an. Den Geschmack der Bayern dagegen trifft es eher weniger“, erzählt Martin Schimpf. Zur Kleinen Halbe, die 2014 auf den Markt kam, gesellt sich seit Frühjahr 2016 das Kleine Radler in der 0,33 l Bügelflasche. Ein naturtrübes Radler mit wenig Alkohol. Auf Reisen, im Urlaub und bei Treffen mit anderen Sommeliers holt er sich Ideen und Inspirationen. „Man muss immer am Ball bleiben und überlegen, was man machen kann. Vor allem aber muss man seine Kunden fragen und auf ihre Wünsche eingehen.“

Hinter den Kulissen der Brauerei

Bei den Erlebnis-Touren in der Brauerei Schimpf sehen, riechen, schmecken und hören die Besucher, wie die Biere entstehen. Während der zweistündigen Besichtigung erfahren sie live, wie bei dem Familienbetrieb handwerkliche Braukunst mit modernster Technik Hand in Hand geht. Ein Begrüßungsgetränk, eine Kostprobe direkt aus dem Lagertank und ein Geschenk zum Mitnehmen sind inklusive. „Die Führungen sind sehr beliebt.„Bierbrauen ist eine Kunst. Sie zu pflegen macht mir Freude.“ “Martin SchimpfEs kommen Einzelpersonen und ganze Gruppen. Am Wochenende sind es häufig Junggesellenabschiede mit anschließender Bierverkostung. Dann probieren wir gemeinsam vier weitere Biere, plaudern, und die Gäste können Fragen stellen“, erzählt Martin Schimpf. Und wer dann Appetit bekommen hat, lässt sich in der Gaststätte der Familie Hermann Schimpf mit leckerer schwäbischer Küche verwöhnen.

Fokus auf Service

Der persönliche Kontakt wird in der Brauerei Schimpf groß geschrieben. Deswegen liefern die Schimpfs ihre Biere nicht nur über den Getränkehandel, sondern beschäftigen auch eigene Fahrer, die die Kisten und Fässer zu den Kunden bringen. Bei den Fahrzeugen setzen sie auf Mercedes-Benz. „Die Lkw sind technisch einfach spitze, verbrauchsarm und zuverlässig – das zählt für uns“, sagt Alfred Schimpf. Weil sie sich der Umwelt und ihrer Heimat verpflichtet fühlen, vertreiben sie ihre Getränke nur in einem Umkreis von 50 Kilometern. Für Martin Schimpf haben die kurzen Transportwege noch einen weiteren Vorteil: „Unsere Biere sind immer absolut frisch. Oder anders ausgedrückt: Das Gute liegt so nah.“

Fotos: © Jan Scheutzow

Brauerei Schimpf

Brauerei Schimpf

Schwäbische Braukunst

1878 eröffnete Julius Schimpf auf dem heutigen Firmengelände eine Gaststätte mit eigener Hausbrauerei. Mittlerweile hat sich der Betrieb zu einer mittelständischen Firma entwickelt, die neben Bieren auch Erfrischungsgetränke der Marke Frucade vertreibt.

Wer mag, kann die Spezialitäten auch im Onlineshop www.funfass.de bestellen.

Mehr Informationen über die Brauerei unter
www.brauerei-schimpf.de