29. November 2016
Menschen | Darmstadt

In aller Munde

Der Gutshof Klostereck vor den Toren Darmstadts ist aus einem langen Dornröschenschlaf zu blühendem Leben erwacht. Hier hat die Familie Pfeil einen charmanten Ort ländlicher Lebenskultur geschaffen. Zum Erfolgsrezept gehören Regionalität, Nachhaltigkeit und eigene Produktion.

Aktuelle Umfragen zeigen: Regionale Lebensmittel werden immer beliebter. Laut einer Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney kaufen zwei Drittel der Verbraucher wöchentlich Lebensmittel ein, die in der Nähe ihres Wohnorts angebaut wurden. Das Ergebnis bestätigt ähnliche Erkenntnisse der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG). Sie kam 2014 zu dem Schluss, dass die Herkunft eines Produkts neben den klassischen Kriterien „Qualität“ und „gesunde Ernährung“ für eine wachsende Zahl von Verbrauchern immer wichtiger wird. Regionale Erzeugnisse stehen für naturverträgliche Anbaumethoden, kurze Transportwege und Verbundenheit mit der Region und ihren Menschen.

Ein Paradebeispiel dafür, welche geschmackvolle Verbindung kulinarischer Genuss und nachhaltiger Konsum eingehen können, ist der Gutshof Klostereck. Sein Hofladen verwandelt sich zu jeder Jahreszeit in ein kleines buntes Schlaraffenland. Auch im Herbst: Aktuell geben Äpfel, Tafeltrauben und Kürbisse den Farbton an. Ganzjährig Saison haben selbst gemachte Marmelade, Secco aus eigenen Erdbeeren sowie frisches Bauernbrot aus der Hofbackstube. Mancher Genießer lässt seinen Einkauf im Hofladen bei einer Tasse Kaffee und mit einem Stück Kuchen entspannt ausklingen. Der kleine Snack zwischendurch macht vielen Appetit auf mehr: Sie nutzen die Gelegenheit und reservieren einen Tisch im Restaurant des Gutshofs. Dort, nur wenige Schritte vom Hofladen entfernt, landen viele Produkte frisch zubereitet als regionale Klassiker auf den Tellern der Gäste.

Genuss aus der Nähe

Hauptquelle der kulinarischen Schätze sind die eigenen Ländereien des Gutshofs Klostereck. Auf über 200 Hektar Fläche rund um den Gutshof lassen die Besitzer Dagmar und Udo Pfeil neben Spargel, Gerste, Zuckerrüben und Tafeltrauben vor allem Beerenfrüchte anbauen. Kunden des Hofladens schätzen die direkte Herkunft der angebotenen Erzeugnisse. Weitere Abnehmer sind lokale Märkte und Gastronomen. „Wir setzen auf eine gesunde Landwirtschaft, die natürliche Wachstumszyklen respektiert und regionale Erzeugnisse von höchster Qualität hervorbringt“, sagt Dagmar Pfeil. Dieses Credo gilt auch für die Ware hinter der Fleisch- und Wursttheke des Hofladens. Hier wird neben Wild aus der eigenen Jagd im Odenwald auch hochwertiges Fleisch von ausgesuchten Bauernhöfen aus dem Allgäu verkauft, wo das Vieh artgerecht aufwachsen darf.

Die Gäste nehmen im Restaurant des Gutshofs zwischen denkmalschutzgerecht restaurierten Wänden Platz.
Die Restaurantarchitektur verbindet gemütlichen Ratskeller-Flair mit modernen Stilelementen.
Udo und Dagmar Pfeil haben die Gebäude des alten Gutshofs umbauen, restaurieren und modernisieren lassen. Ihre Tochter freut sich, dass jetzt alles fertig ist.
Familie Pfeil hat den Gutshof in eine Idylle für große und kleine Gäste verwandelt.

Traum erfüllt

Der Gutshof in Klein-Rohrheim wurde nach dem Start von Gastronomie und Hofladen im Herbst 2014 schnell ein beliebtes Einkaufs- und Ausflugsziel. „Gesunde Landwirtschaft lebt vom Respekt vor der Natur. Wir ernten die Früchte dieser Haltung: echten Geschmack und Genuss aus der Region.“Udo PfeilDas liegt vor allem an der Betreiberfamilie selbst, die mit viel Herzblut, Know-how und Liebe zum Detail ihr Geschäft im über 400 Jahre alten Kulturdenkmal aufgebaut hat.

Gegenwart trifft Vergangenheit

Das Restaurant erinnert mit seinen massiven Türen, Pfeilern und Steinböden noch an frühere Tage, als dort Mägde und Knechte ihrem Tagwerk nachgingen. Unter den spätmittelalterlichen Gewölben, freigelegt und sandgestrahlt, entsteht ein besonders gastliches Flair für gesellige Abende. Oft treten Dagmar und Udo Pfeil in der Rolle der charmant plaudernden Gastgeber auf. Pfeil: „Wir wollen, dass die Gäste bei uns ein Stück Heimat finden und die vielfältigen Kostbarkeiten der Region genießen.“

Die Mitarbeiterinnen haben in der Spargelwaschstraße alle Hände voll zu tun, .den frischen Spargel zu säubern und zu sortieren.
Mit dem Gutshof sind neue Arbeitsplätze entstanden. Neben vier Festangestellten (plus 120 Saisonkräften) in der Landwirtschaft sind sieben Mitarbeiter in der Gastronomie und vier im Hofladen tätig.